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Nr. 202 – 11. 1. 2017

Inhalt:

  1. ... und jährlich grüßt das Murmeltier
  2. "Fremd"schämen
  3. Müllabfuhr (1)
  4. Müllhalden (1)
  5. Schrottmeiler (1)
  6. Reststrommengen
  7. Uran-Fabrik Gronau
  8. ... und immer wieder Fukushima (1)
  9. AK.W.ENDE-Sitzung 23. 1. 2017

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2011 war der letzte Castortransport, den wir in solidarischem Kampf 27 Stunden aufhalten konnten - seither gilt in der „Zivilgesellschaft” die sog. „weiße Landkarte".

„Gorleben” ist die dabei die einzige „Konstante” beim „auf Zeit spielen” bei der Endlagersuche. Die CSU weiß jetzt schon, dass im „Kristallinen” kein Endlager hingehört – weder unter „Neuschwanstein” noch im hintersten, finstersten „Bayerischen Wald”. Im „Ton” von Baden-Württemberg gibt's auch nix zu suchen, weil ja der grüne Kretschmann viel labern, aber seinen Wählern „wärmeentwickelnde” Altlasten auch nicht in ihren kuscheligen Wohlfühl-Umwelten zumuten wird.

Bleibt das Salz in „Gorleben” auf der „Weißen Landkarte” übrig – wie praktisch, hat der Staat im Vorgriff auf den aktuellen Atomdeal ja schon ein paar Euronen investiert ... Jeder weiß das, aber das Spiel – unter aktiver grüner Beteiligung dieser ehemaligen AntiAtomPartei – must go on. Was die dort in Gorleben denken – wen interessiert das schon bis 2031, wenn der Hammer fällt ...

»Geologische Schwächen des Salzstocks«

Entwurf für neues Gesetz, um Standort für Atommüllendlager zu finden. Weiter Sonderrolle für Gorleben. Gespräch mit Wolfgang Ehmke

(...) Die Bundesregierung macht also gerade viel Getöse um die Novellierung, obwohl sie nur den Ist-Zustand festschreibt?

Das stimmt, und trotzdem werfen sich gerade alle in die Brust, was sie geschafft hätten – bis hin zu den Grünen, die alles auf einem guten Weg sehen. Das verbittert uns zunehmend. Nur die Partei Die Linke hat sich bis jetzt dagegen geäußert. Natürlich haben wir aber die Situation, dass wir manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Wenn wir uns vorstellen, es hätte die Entwicklung seit dem Castortransport 2011 nicht gegeben, wäre es nun noch viel schlimmer. Die vergangenen fünf Jahre wurde der Stollen zumindest nicht weiter ausgebaut. Weil ich zum Jahresende ein wenig gnädig bin, will ich mal sagen, wir haben noch ein Fünkchen Hoffnung, dass der gesetzte Standort doch nicht wieder derjenige ist, der am Ende rauskommen soll. (...)

www.jungewelt.de/2016/12-29/091.php

„Stuhlkreise mit erbosten Bürgern helfen nicht weiter” – so hilflos gebärden sich die Medien und merken dabei noch nicht mal, dass das „Verursacherprinzip” (parallel zur Endlagersuche) mal eben komplett entsorgt wurde. Sie tun so als wüssten sie nicht, dass das Ganze nur eine große Politshow fürs Publikum ist, um Zeit zu schinden. 2031 sind die maßgeblichen Atompolitiker entweder tot oder kurz vor ihrem Dahinscheiden - also kann man doch heute noch gut so tun als ob ...

www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/825063/endlager-fuer-atommuell

Meine Meinung: es wird „Gorleben” (oder Australien oder Sibirien)... oder das Zeug bleibt letztlich auf Kosten der Steuerzahler in den Zwischenlagern – untergestellt in ungeschützten Leichtbauhallen, eingepackt in zerbröselnden Castoren – ohne weitere Zuständigkeit & Verantwortung der Profiteure – toller Atomstaat!

Das Zentralorgan der „grünen Bewegung” (von Weißhelmen in Aleppo über PseudoAtomAusstieg bis Agenda2010) – die >taz< (von konkret-Herausgeber Gremliza einst liebevoll „Kinter-faz” genannt) kriegt es immerhin gebacken, den Sicherheitszustand der deutschen AKWs angesichts des aktuellen Atomdeals und die überflüssige Zustimmung der GRÜNEN im Bundestag doch etwas anrüchig zu finden:

Wird schon nichts passieren

(...) Der Atomausstieg bis 2022 ist besiegelt, nur die Linke wollte es schneller. Union, CDU, SPD und FDP haben 2011 die politische Entscheidung gefällt: Das geringe, aber vorhandene Risiko, dass der Absturz großer Flugzeuge, also etwa eines A380 oder einer Boeing 747, einen atomaren Super-GAU in Deutschland auslösen könnte, wird bis 2022 in Kauf genommen.

Die einzige Alternative wäre, die Kraftwerke früher abzustellen. An einer erneuten öffentlichen Debatte darüber haben Union, SPD und Grüne definitiv kein Interesse – weswegen auch niemand ein Problem hat, eine Studie zu verbummeln, die eine solche Debatte von Neuem befeuern könnte. Auch die Grünen könnten politisch nur verlieren, schließlich stellen sie für die Aufsicht von fünf von acht Atomreaktoren die zuständigen Umweltminister in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Es herrscht eben Atomfrieden im Land. Wird schon nichts passieren bis 2022.

www.taz.de/Atomkraftwerke-in-Deutschland/!5366120/

Zur Endlagersuche in Deutschland werde ich regelmäßig Neues & Skuriles berichten. Z.B. die Einlassung des cSU-Abgeordneten Nüsslein, derim Bundestag ein „coming out” hatte als Geologie-Experte oder die grüne Expertin, welche die „Verantwortung” ihrer Partei dortselbst wortreich lobte für alles was da beim Atomausstieg mit ihrer Hilfe schon lief und noch laufen wird. Jetzt erst mal – als Entree gewissermaßen – was Kritisches:

BUND und LINKE kritisieren Bundesregierung:
Export-Verbot fehlt – Endlager-Suche unzureichend umgesetzt

http://umweltfairaendern.de/2016/12/bund-und-linke-kritisieren-bundesregierung

zum Ablauf der "Suche" hier eine imformative Grafik des BUND:

www.atommuell-lager-suche.de

... bald auch im Kreis Bergstraße! Mal sehen, was dem neuen Landrat von der CDU so einfällt, wenn die ersten strahlenden Rückbau-Abfälle auf den Hausmüllhalden des Kreises Bergstraße ankommen. In Baden-Württemberg sind sie da schon weiter:

Deponie in Buchen: „AtomErben” rufen zur Verweigerung auf

Lieferstopp war gestern, Abbaumaterial aus dem Kernkraftwerk Obrigheim KWO soll schon bald wieder auf der Deponie "Sansenhecken" angeliefert und eingelagert werden (wir berichteten mehrfach). Nachdem der baden-württembergische Umweltminister den "freigemessenen" Abfall aus Atomanlagen inzwischen wieder für unbedenklich erklärt hat, bereitet der Energiekonzern EnBW die nächste Lieferung von Abbaumaterial aus dem KWO nach Buchen bereits vor.

www.rnz.de/nachrichten/mosbach_artikel,-Deponie-in-Buchen

Bei den AKW-Abfällen bleiben die Fronten verhärtet

Wie es aussieht, bleibt es dabei: Der Landkreis Ludwigsburg, das Landes-Umweltministerium sowie die Atomaufsicht betonen – unterstützt von Gutachtern – die Ungefährlichkeit der Abfälle, die auf den Deponien Froschgraben bei Schwieberdingen und Burghof bei Horrheim bereits vergraben wurden und noch vergraben werden sollen. Viele Bürger und die Interessengemeinschaft (IG), die das Geschehen auf der Deponie Froschgraben seit Jahren kritisch beobachtet, lehnen dies prinzipiell als zu riskant ab.

www.swp.de/bietigheim/lokales/sachsenheim/bei-den-akw-abfaellen-bleiben-die-fronten-verhaertet