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Nr. 203 – 28. 1. 2017

Inhalt:

  1. Brief an den CDU-Landrat
  2. Schwanz eingezogen
  3. Zwischenlager (1)
  4. Atommüll – anderswo
  5. Endlagesuche – Stand: Januar 2017
  6. Schrottmeiler (2)
  7. ... und was ist mit der Gurkenstadt Biblis ?

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"es herrscht Ruhe im Land" ... hier im Ried ringsdum das stillgelegte AKW Biblis. Die Presse hat nach der Mitteilung von RWE, dass BlockA brennstofffrei ist und nun in Castoren für die nächsten 100 Jahren eingelagert sind, das Feiern eingestellt und wird erst wieder berichten, wenn die Genehmigung im Februar für den "geheimen" Rückbau vom "grünen" Umweltministerium erteilt wird. Geheim ? - ja, den die wichtigen Schritte des Rückbaus wurden überhaupt nicht öffentlich erörtert ... und daher wird die Genehmigung auf "Gut Glück" & "Treu & Glauben" erfolgen, wie immer, wenn der Atomstaat den Konzernen unter die Arme greift ... hier die Entsorgung ihrer teuren, gefährlichen Asche ihres jahrzehntelangen Profitfeuerwerks ...

es herrscht Ruhe im Land" ... auch bei einigen parteinahen Protestlern, die mit dem Anspruch vor 2 Jahren angetreten sind, gegen die Altlasten der atomaren Stromprduktion zu kämpfen und dafür einen Verein gegründet haben ... und nun nichts von ihnen zu hören ist - das trotz "Atomdeal" zur Übernahme der Kosten, trotz Schauveranstaltungen zur sog."Endlagersuche", wo doch "Gorleben" gesetzt ist, trotz "Brunsbüttel-Urteil" und den Störfällen z.B. in Gundremmingen, Tihange und anderswo (na sowas) ...

"es herrscht Ruhe im Land" ... ??? Nein - es gibt sie noch (wie bei Asterix & Obelix): die BI "AK.W.ENDE Bergstraße" (klein, aber fein) hat da noch ein paar Fragen an den neuen Landrat des Kreises Bergstrasse:


An den
Landrat Christian Engelhardt
Kreis Bergstraße
Gräffstraße 5
64646 Heppenheim

Heppenheim, den 24.01.2017

betr.: Rückbau des AKW Biblis, dabei Zwischenlagerung von Atommüll

Sehr geehrter Herr Engelhardt,
wie Sie in ihrer Videobotschaft so treffend den Kreis als „sehr attraktiven Wirtschaftsstandort“ angepriesen und dabei die „herausragende Möglichkeit (...) sich wohlzufühlen“ heraus gestellt haben, wollen wir von >AK.W.ENDE Bergstraße< Ihnen ein paar Fragen stellen, wie in diesem Zusammenhang Rückbau des AKW und Zwischenlagerung von Atommüll von Ihrer Seite bewertet wird.

1. Die Genehmigung des Rückbaus durch das hessische Umweltministerium steht kurz bevor. Wie Sie sicher wissen, haben wir die Beteiligung an dem Genehmigungsverfahren aufgekündigt – wegen mangelnder Informationen (besonders über wesentliche Abbau-Schritte) und nicht umfängliche Umweltverträglichkeits-Prüfung.
Wie werden Sie sich in die Abläufe einschalten; von wem werden Sie sich informieren bzw. beraten lassen - von RWE, von den Beamten des hessischen Umweltministerium oder auch von unabhängigen Stellen wie z.B. dem BUND ?

2. Das Zwischenlager für „hochradioaktiven Atommüll“ (Castorlager) ist bis 2046 genehmigt, wird aber sicher bis zum Ende des Jahrhunderts Castoren aufnehmen müssen, ohne geeignete Reparatur-Einrichtungen („heiße Zellen“) für diese nicht zeitlich genehmigten, ursprünglich nur für den Transport in ein Endlager gedachten Schutzbehälter. Ihr Vorgänger im Amt war ein erklärter Gegner dieser Standort-Zwischenlagerung und hat schon mal „CDU-Trecker“ vor das Tor des AKW rollen lassen; verbunden mit der Forderung, den gefährlichen Atommüll umgehend nach „Gorleben“ zu verbringen.
Sehen Sie diese Zwischenlager nun inzwischen als ungefährlich an, obwohl sie weder gegen Flugzeugabstürze (z.B. A380 vom Flughafen Frankfurt) noch gegrn terroristische Angriffe mit modernen Waffen gesichert sind (siehe „Brunsbüttel“-Urteil) ?

3. Noch in diesem Jahr sollen im Schnellverfahren die Voraussetzungen geschaffen werden, bisher nicht genehmigte Castoren aus der Wiederaufbereitung in Sellafield u.a. in Biblis 2019 aufnehmen zu können. Besonders diese Castoren mit verglastem Atommüll können nur in sog. “Heißen Zellen“ repariert werden. Wie stehen Sie zu der Forderung der AntiAtomBewegung, diese Transporte nicht zu genehmigen und das Standortzwischenlager so einzurichten, dass alle Langzeitgefahren ausgeschlossen werden.

4. Die größten Materialmengen aus dem Rückbau werden nicht ins neue Lager für „leicht- und mittel-radioaktiven“ Atommüll kommen, um von dort nach „Schacht Konrad“ gebracht zu werden, sondern sollen „freigemessen“ auf den Hausmülldeponien des Kreises abgelagert werden, um dann auch als Füllmaterial beim Straßenbau zu dienen.
Wie stehen sie zu diesem Verfahren, RWE Kosten zu ersparen und damit die Bevölkerung Gefahren durch radioaktive (Niedrig-)Strahlung auszusetzen.
Übrigens übernimmt dies nach dem „Atomdeal“ des letzten Dezembers bald direkt eine staatliche Einrichtung und es wäre schon angebracht, wenn Sie als Vertreter der Bevölkerung dazu eine Meinung hätten.

5. An vielen Kreisen und Orten in Deutschland bilden sich Foren des Protestes gegen den Umgang mit dem Altlasten der ach so gepriesenen Atomkraft. Der ganze Kreis Salzgitter kämpft gegen „Schacht Konrad“, der Großraum um Aachen gegen die Bedrohung aus den AKW in Belgien. In Baden-Württemberg wehren sich die Kreise am Neckar gegen die Castortransporte von Obrigheim nach Neckarwestheim – um nur einige wenige Beispiele zu nennen.
Sind Sie nicht auch mit uns der Meinung, dass auch hier im Kreis Bergstraße mehr getan werden sollte, als es das kümmerliche sog.“Informationsforum“ (für Transparenz & Bürgerbeteiligung) in Biblis der grünen Umweltministerin hergibt ?

Wir würden uns über eine schriftliche Beantwortung sehr freuen und stehen Ihnen (wie sie das ja in Ihrer Videobotschaft angedeutet haben) auch zu einen Informationsaustausch gerne zur Verfügung.

Mit sonnigen Grüßen
für AK.W.ENDE Bergstraße
Ingo Hoppe
Dr.-Heinrich-Winter-Str.8
64646 Heppenheim

pdfBrief_Landrat_Jan.2017.pdf

... ja - auf die GRÜNEN ist Verlass - zur Freude von EnBW, RWE, eon, Vattenfall & Co KG !
Nachdem die Ärzte in Baden-Württemberg gesagt haben, was ihre Profession ist - nämlich, dass jede Strahlung Krebs und Erbschädigungen bewirken kann -, musste der Umweltminister der olivGrün/cDU-Regierung aktiv werden:

Wir kennen das vom "sog" Informationsforum" (für Transparenz & Bürgerbeteiligung) beim AKW Biblis: Bananen sind (un)gefährlich, Granitplatten in Küchen auch ...
Dass jede willentlich hervorgerufene zusätzliche Belastung durch "freigemessenen" Bauschutt (z.B. ein Schotterweg vor dem Anwesen des Herrn Untersteller) eine Einwirkung zuviel sein kann (besonders, wenn sie permanent (niedrig)strahlt, juckt den Mann von der einstigen AntiAtomPartei nicht und so hat er mit dem Chef der Ärzte eben mal diskutiert ... und der Präsident der Ständeorganisation zog umgehend die Notbremse; das Ergebnis wird im Atomstaat allgemein bejubelt:

Kraftwerksschutt in Buchen: "Schutz der Bürger ist gewährleistet"

Kritik der Landesärztekammer zu freigemessenen Abfällen aus Kernkraftwerken vom Präsident Clever aus dem Netz genommen - Gemeinsame Erklärung von Kammerpräsident und Umweltministerium soll für Beruhigung der Bevölkerung sorgen

Neckar-Odenwald-Kreis. (Wd) Offenbar hat eine Entschließung der Landesärztekammer zu freigemessenem Betonmüll aus in Rückbau befindlichen Atomkraftwerken für entsprechenden Wirbel im Stuttgarter Umweltministerium gesorgt. Darin hatte die Kammer die Landesregierung aufgefordert, freigegebenen radioaktiven Restmüll aus solchen stillgelegten und abgebrochenen Kernkraftwerken nicht auf Deponien zu entsorgen, sondern an den jeweiligen Standorten zu verwahren. Just auf dieses Statement hatte sich auch die Bürgerinitiative gegen Müllgeschäfte in Buchen in einem Interview mit der RNZ am 3. Januar bezogen "Ungefährlich ist dieser Betonmüll nicht". Hierbei geht es um bis zu 3000 Tonnen aus dem ehemaligen Kernkraftwerk Obrigheim, die auf der Kreismülldeponie Sansenhecken Buchen gelagert werden sollen.

www.rnz.de/nachrichten

Das Resultat seines Feuerwehreinsatzes für EnBW war dem Herrn Untersteller ("güner" Umweltminister in der "grün"/schwarzen Landesregierung) so wichtig, dass es gleich auf der offiziellen Homepage seines Ministeriums Laut gebern musste. Besonders schlimm dabei ist sein (berechtigter) Verweis auf das einst atomkritische "Öko-Institut". Seit deren Chef auf die Seite des Atomstaates gewechselt ist, besitzt das "10MikroSievert"-Konzept zum "Freimessen" ein Renomee, das ihm in keinster Weise zusteht:

https://um.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse

wir Atomkraft-Gegner bleiben dabei ... und machen Front weiter gegen die Lügner und Verharmloser:

IPPNW fordert Verbleib von „Freigabe“-Material an Atomkraftwerksstandorten

19.01.2017

Die Ärzteorganisation IPPNW fordert Bundes- und Landesregierungen auf, ihrer gesetzlichen Pflicht zum Schutz der Bevölkerung vor unnötiger und vermeidbarer Strahlenbelastung nachzukommen. Der gering radioaktive Abrissmüll aus dem Rückbau der deutschen Atomkraftwerke stellt eine nicht zu vernachlässigende Gefährdung der öffentlichen Gesundheit dar. Eine Freigabe und ein Recyceln von mehreren Millionen Tonnen gering radioaktiven Abrissmülls zu Alltagsgegenständen wie Heizkörpern, Zahnspangen oder Bratpfannen muss verhindert werden.

www.ippnw.de/presse/artikel/de/ippnw-fordert-verbleib-von-freiga.html

Mehrere Studien bestätigen: Selbst eine niedrige tägliche Strahlendosis kann das Krebsrisiko erhöhen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nun bestätigt, was die Organisation „Fukushima Watch“ seit geraumer Zeit berichtet: Selbst die Exposition gegenüber niedrigen Dosen von radioaktiven Strahlen kann das Krebsrisiko deutlich erhöhen. Eine Studie bewertete in Großbritannien, Frankreich und den Vereinigten Staaten zwischen 1943 und 2005 rund 300.000 Arbeiter in Atomkraftwerken und zeigte, dass sich das Risiko an Dickdarmkrebs zu erkranken erhöht.

www.epochtimes.de/gesundheit

Vattenfall hilft dem Atomstaat aus der Zwickmühle, indem es das Standortzwischenlage neu der Genehmigungsbehörde vorstellt. Dazu ist zu sagen:

  1. es wurden nach dem "Brunsbüttel-Urteil" keinerlei baulichen Veränderungen zum Schutz gegen Flugzeugabstürze (A380) und terroristische Angriffe (moderen Waffen) in die Wege geleitet !
  2. Der Atomstaat übernimmt dieses Lager bald in Eigenregie ... soviel zur Gewaltenteilung im allgemeinen und der politischen Verantwortung - hier der grünen Atomaufsicht im Besonderen ... es ändert sich nichts !

Atommüll-Zwischenlager AKW Brunsbüttel – Genehmigung im zweiten Versuch?

Anfang 2015 wurde die Genehmigung für die Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle am Vattenfall-AKW Brunsbüttel durch ein Urteil aufhoben. Jetzt versucht es der schwedische Staatskonzern im zweiten Anlauf, die Sicherheitsanforderungen zu erfüllen und die dafür erforderlichen Nachweise ausreichend zu erbringen. Die Genehmigungsbehörde, das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit, beginnt am 11. Januar (bis zum 10. März 2017) mit der öffentlichen Auslegung der Antragsunterlagen (siehe auch hier beim BfE). Nach der im Dezember beschlossenen „Neuordnung“ bei der Atommüllentsorgung wird Vattenfall nun dieses Genehmigungsverfahren durchführen, der Betrieb wird aber später in staatliche Hände übergehen.

http://umweltfairaendern.de/2017/01

Greenpeace-Gutachten: Einlagerung abgebrannter Brennstäbe am AKW Brunsbüttel rechtswidrig/ Umweltminister Habeck will illegalen Plan Vattenfalls durchwinken

Hamburg (ots) - Die geplante Einlagerung abgebrannter Brennelemente aus dem Atomkraftwerk Brunsbüttel im dortigen ungenehmigten Zwischenlager, deklariert als so genannte "Bereitstellung", ist rechtswidrig. Der zuständige Umweltminister Schleswig-Holsteins, Robert Habeck (Grüne), droht sich mit einer Zustimmung strafbar zu machen.

www.finanznachrichten.de/nachrichten-2017-01

tja ... "das Problem" findet überall kreative Lösungen für Atomstaaten & deren Konzernherren - hier mal eben Kanada:

Atommüll – Trinkwasser von 40 Millionen Kanadiern und Amerikanern gefährdet!

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wo der Atommüll geblieben ist, der seit Jahrzehnten produziert wird? Ein aktueller Plan hat Aktivisten und viele Beamte sowohl in Kanada als auch in den USA auf den Plan gerufen und zu Protesten veranlasst. Die Gesellschaft Ontario Power Generation hält am Plan fest, nukleare Abfälle nahe dem Lake Huron zu vergraben. In Kanada und den USA sind die Menschen entsetzt. Sie sehen ihre Süßwasserreserven in Gefahr. Acht Bundesstaaten: Ontario und Quebec in Kanada und Michigan, New York und Pennsylvania in den USA hatten bei der kanadischen Regierung Einspruch gegen den Bau des Endlagers erhoben.

https://netzfrauen.org/2017/01/06/ontario/