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Nr. 205 – 17. 2. 2017

Inhalt:

  1. Neckar – castorfrei !
  2. „Infoforum“ – reloaded ?
  3. Flamanville – natürlich keine Gefahr
  4. „Schwanz eingezogen“ – Nachtrag
  5. „endlich” Endlager
  6. Wildschweine
  7. Geschichte (1)
  8. ... und immer wieder: Fukushima (2)

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CDU-Schulze Kusicka von Biblis will also einen Neustart – nicht mehr über Sieverts und Endlagersuche, über Terrorangriffe und Flugzeugabstürze, sondern nur noch über „Biblis-Spezifisches“ reden. Das kann er gerne haben !

Ich habe dem Landrat – ebenfalls CDU – einen Brief geschrieben u.a. mit den Fragen, ob er das Zwischenlager in Biblis nicht wie sein Vorgänger für gefährlich hält, was er zu sagen hat zu den Abladungen von strahlendem Atommüll auf die Müllkippen der Region und was er von den Castortransporeten nach Bilblis hält ...

Und auch der Herr Kusicka wurde wie alle anderen Teilnehmer an dem sog. „Infoforum für Transparenz & Bürgerbeteiligung“ über diesen Brief informiert. Der „Gast“ – nämlich die Atom-Aufsichtsbehörde der Frau Hinz – hält sich in Deckung, dafür macht RWE Werbung in den Gemeinden ohne Ende ... so läuft das Spiel.

Derweil hört man, dass die (CDU-)Bürgermeister an den AKW-Standorten eine Initiative für ein zentrales „Bereitstellungslager“ vorbereiten. Mit diesem „postfaktischen“ Wort wird ja schon das illegale Zwischenlager in „Brunsbüttel“ bezeichnet – diesmal mal nicht in Gorleben ... Es bleibt das Ziel: „WEG MIT ...“ statt die Zwischenlager vor Ort bomben- und strahlungssicher zu machen. Darüber können wir gerne diskutieren.

pdfBrief_Landrat_Jan-2017.pdf

www.lampertheimer-zeitung.de/lokales/biblis/infoforum-biblis-vor-dem-neustart_17679432.htm

Wieder nichts passiert

Explosion in französischem Atomkraftwerk Flamanville. Behörden wiegeln ab

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Natürlich keine Gefahr: Das französische Atomkraftwerk Flamanville

Es ist mal wieder »nichts passiert«. Kein Problem, kein Unfall im »Nuklearbereich«, versicherten am Donnerstag die Präfektur Manche (Ärmelkanal) und die französische Energiebehörde, nachdem am Morgen eine Explosion im Atomkraftwerk Flamanville die Bewohner des gleichnamigen normannischen Dorfes aufgeschreckt hatte. Fünf Arbeiter hätten bei dem Vorfall, der sich angeblich im Maschinenraum des Reaktors I ereignete, leichte Rauchvergiftungen erlitten. Das AKW hat zwei Reaktoren in Betrieb, von denen einer nun abgeschaltet ist. Ein dritter Reaktor ist im Bau. Sprecher der Umweltpartei EELV (Europe Écologie – Les Verts) sahen in dem Unfall einen »neuerlichen Beweis dafür, dass Atomenergie nicht sicher ist und durch umweltfreundliche Energie ersetzt werden muss«.

www.jungewelt.de/2017/02-10

Im Rundbrief Nr. 203 berichteten wir, wie der „grüne“ Umweltminister Druck auf die Ärztekammerausgeübt hat – erst mal erfolgreich; hier die Fortsetzung:

Ärztekammer Baden-Württemberg zur Freigabe radioaktiver Abfälle aus Atomkraftwerken

Eine offenbar kontroverse, aber produktive Debatte zum Umgang mit gering strahlenden Abfällen aus dem Rückbau der Atommeiler führt die Ärztekammer in Baden-Württemberg. Nach einem Beschluss der Ärztekammer vom November, in dem sie sich gegen die Freigabe dieser schwach radioaktiven Abfälle aussprach, hatte im Januar ihr Präsident nach einem Gespräch mit dem grünen Umweltminister Franz Untersteller dafür gesorgt, dass die per Presseerklärung vorgestellte Position von der Homepage verschwand. In einer gemeinsamen Presseerklärung mit Untersteller teilte der außerdem mit, dass die staatliche Vorgehensweise in Ordnung wäre. Auf einer Vorstandssitzung am 25.1. hat die Landesärztekammer jetzt die Angelegenheit diskutiert und den Beschluss vom November wieder online gestellt.

umweltfairaendern.de/2017/01/aerztekammer-baden-wuerttemberg-zur-freigabe-radioaktiver-abfaelle-aus-atomkraftwerken/

Kraftwerkschutt Buchen: Bedenken der Landesärztekammer wieder online

... nach einem Gespräch mit Minister Franz Untersteller (Grüne) ruderte der Verband zunächst zurück und nahm diese Entschließung vorübergehend vom Netz. Wie am Donnerstagabend aber bekannt wurde, entschied sich der Vorstand in seiner jüngsten Sitzung am Mittwoch, den Text wieder auf die Homepage zu stellen.

www.rnz.de/nachrichten/buchen_artikel,-Kraftwerkschutt-Buchen-Bedenken-der-Landesaerztekammer-wieder-online-_arid,251036.html

dazu noch ein paar ergänzende Informationen – auch wichtig für die Diskussion um die sog. „Freimessung“ von stahlendem Atommüll zur Kostenreduktion für die Atomkonzerne:

Leukämie schon bei geringer Strahlung

Es gibt keine unschädliche Dosis: Schon geringste Belastungen durch ionisierende Strahlung reichen aus, um auf Dauer das Leukämie- und Lymphomrisiko zu erhöhen. Darauf deutet die bisher größte Studie zu diesem Thema an mehr als 300.000 Arbeitern in Atomkraftwerken hin. Entgegen gängiger Annahme gibt es dabei offenbar keine Untergrenze und eine anhaltende Niedrigdosis wirkt genauso krebserregend wie eine einzige höhere Akutbelastung, wie die Forscher im Fachmagazin "Lancet Haematology" berichten.

www.scinexx.de/wissen-aktuell-19028-2015-07-01.html

Gefahren ionisierender Strahlung

Bis vor wenigen Jahren beruhte die Erforschung der gesundheitlichen Wirkung von Radioaktivität ganz wesentlich auf den Daten der Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki. Dies hat - wie wir heute wissen - zu einer Unterschätzung des Strahlenrisikos geführt. In jüngster Zeit häufen sich epidemiologische Studien, die große Gruppen untersuchen, die über eine lange Zeit niedrigen Strahlendosen ausgesetzt waren. Dies ermöglicht eine realistischere Risikoabschätzung.

www.ippnw.de/atomenergie/gesundheit/artikel/de/gefahren-der-radioaktivitaet.html