Rundbrief Header

Nr. 207 – 10. 3. 2017

Inhalt:

  1. Kontakt
  2. Neckar - castorfrei
  3. Zwischenlager (2)
  4. Castoren
  5. Danke Elmar Diez
  6. und immer wieder: Fukushima (3)

Rundbriefe Header

Hurra – wir haben „Kontakt“, „Verbindung“, „Verkehr“ zu/mit unserem Landrat im Kreis Bergstraße:

Im Januar haben wir ihm einige Fragen gestellt (pdfBrief_Landrat_Jan.2017.pdf), und schon Ende Februar ein Antwortschreiben bekommen, das zwar keine Antworten auf unsere Fragen enthielt, aber immerhin uns die Angst nahm, dass wieder CDU-Trecker gegen die RWE-Bastion in Biblis mobilisiert würden ... schade eigentlich ;o)

Brief Engelhardt 600

und hier ist meine Antwort:


An den
Landrat Christian Engelhardt
Kreis Bergstraße
Gräffstraße 5
64646 Heppenheim


betr.: Ihr Schreiben vom 20.02.2017 zum Thema AKW-Biblis


Sehr geehrter Herr Engelhardt,

wir von >AK.W.ENDE Bergstraße< haben Ihnen einige Fragen gestellt, wie Rückbau des AKW und Zwischenlagerung von Atommüll von Ihrer Seite bewertet wird und wie Sie sich in dieser Problematik einbringen werden.

Wir danken Ihnen für Ihre Antwort, sehen aber nur wenig Zusammenhänge mit unseren Fragen, insbesondere in Bezug auf Termine und Gefährlichkeit des Zwischenlagers für hochradioaktiven Atommüll, aber auch, was den Rückbau-Vorgang betrifft.

1. Termine:

bis 2031 soll ja ein Endlager gefunden sein, was völlig unwahrscheinlich ist, wenn man bedenkt, dass bereits heute die CSU erklärt, dass im Granitgestein Bayerns bestimmt keine Endlagerung stattfinden wird und aus der CDU in Baden-Württemberg ähnliches zum Thema Tongestein zu hören st. Nach Gorleben zurückzukehren ist wohl die einzige dabei verfolgte Option, die aber wiederum am Widerstand der AntiAtom-Bewegung erneut scheitern wird.

Selbst wenn ein solches Lager letztlich durchgesetzt wird, kann der Termin 2046 garantiert nicht der Beginn der Einlagerung bedeuten. Selbst „freundliche“ Schätzungen gehen von 2070 – 2100 bis zum Ende der Zwischenlagerung an den AKW-Standorten aus.

... und so kommen wir zum wesentlichen Punkt:

2. Sicherheit

(von Castoren und Lagerhalle beim AKW Biblis), zu dem Sie in Ihrem Schreiben NICHTS gesagt haben, obwohl Ihr Vorgänger von der CDU das Standortzwischenlager wiederholt als „gefährlich“ bezeichnet hat – gilt das nicht mehr ?

a) Die Castoren sind als Transportbehälter ausgelegt und für eine dauerhafte Umschließung der Brennstäbe (und anderer Wärme entwickelnder Rückstände) nicht geeignet. Durch Neutronenverstrahlung, die nicht ausreichend untersucht ist, verändern sich die Eigenschaften des Stahlmantels und der Dichtungsmaterialien des Deckels. Reparaturmöglichkeiten sind auf den Deckel beschränkt; eine „heiße Zelle“ nicht vorgesehen.

b) Die Leichtbauhalle ist weder gegen den unfallbedingten oder bewussth herbei geführten Absturz von schweren Flugzeugen geeignet; das Auftreffen eines Dachbinders auf einen Castor kann dessen Hülle so sehr beschädigen, dass Strahlung austritt und -da die Halle belüftet sein muss- in die Umgebung entweicht. Deshalb gibt es das „Brunsbüttel-Urteil“, das auch nicht deshalb weniger gravierend ist, weil der dortige Umweltminister nun das Standortzwischenlager „Bereitstellungs“-Lager nennt.

Weiterhin schützt die Mauer um das Zwischenlager nur ungenügend gegen einen Beschuss durch Einmann-Raketen – auch das ist jedem bekannt, der sich einigermaßen mit der Wirkung entsprechender moderner Waffen beschäftigt hat.

c) Biblis sollen nun auch noch weitere Castoren aus der Wiederaufbereitung in Sellafield aufnehmen, wofür es aus gutem Grund bisher keine Genehmigung für ein Standortzwischenlager gibt.

3. Rückbau:

a) auf die Problematik der „Freimessung“ von Bauschutt und Anlagenschrott auf Mülldeponien des Kreises gehen Sie mit keinem Wort ein. Während viele betroffenen Gemeinden z.B. in Baden-Württemberg sehr wohl erkannt haben, was da auf sie zukommt, scheint Ihnen die Frage der Wirkung von niedrig strahlendem Rückbau-Abraum kein Kopfzerbrechen zu verursachen. Dazudie Stellungnahme der Ärztekammer im benachbarten Bundesland:

www.aerztekammerbw. de/10aerzte/05kammern/10laekbw/20ehrenamt/16entschliessungen/2016 1126/522.html

b) natürlich haben Sie „rechtlich keine Handhabe, atomrechtliche Verfahrenzu beeinflussen“, aber als CDU-Landrat des Kreises Bergstraße sehr wohl die Pflicht und auch die Möglichkeit, politischen Einfluss zu nehmen auf die Arbeit der „Atomaufsicht“ im Land Hessen, an dessen Spitze der Koalitionspartner ihrer Partei steht und damit sehr wohl einen genauen Blick auf das zu werfen, was da so alles in Biblis in den nächsten Jahren veranstaltet wird. Es reicht nicht, dass hier RWE vor sich hin werkelt und der TÜV-Süd mal im Auftrag der Frau Hinz vorbeischaut und sich mit allem einverstanden erklärt ... und der Landrat sich aus all dem heraushält.

Wir bitten Sie also, im Interesse der Bevölkerung des Kreises Bergstraße, doch unsere Fragen ein wenig ernster zu nehmen und die angesprochenen Probleme weniger pauschal abzutun. Jedenfalls ist der Stil Ihrer Antwort nicht geeignet, Vertrauen aufzubauen, wenn man bedenkt, mit was für einem Thema wir es hier zu tun haben.

Wir erwarten daher Ihre beim nächsten Mal sicher Aussage kräftigere
Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
Ingo Hoppe

 

pdfAntwort auf Landrat Engelhardt

https://neckar-castorfrei.de/images/materialien/Neckar_castorfrei_2017_aufkleber.png

https://neckar-castorfrei.de/

2017.03.04 Castor Heilbronn 2

Super (Vorbereitungs)-Demo in Heilbronn:

www.swr.de/swraktuell/bw/heilbronn/proteste-gegen-atommuell-transport-in-heilbronn/-/id=1562/did=19124394/nid=1562/5ennp8/

www.facebook.com/tagesschau/videos/10155144055214407/

Atommülltransport: Castor-Schiff steht bereit

Auf dem Wasser will Energieversorger EnBW verbrauchte Brennelemente aus dem Kernkraftwerk Obrigheim ins Zwischenlager Neckarwestheim bringen. Atomkraftgegner kritisieren die Tests auf dem Neckar, die jetzt angelaufen sind.

www.stimme.de/heilbronn/nachrichten/region/Atommuelltransport-Castor-Schiff-steht-bereit;art16305,3800490

„etwas Drohung“ mit dem Polizeiknüppel muss schon sein im „grünen" Ländle“

Überwachung der Flusstransporte

Thomas Mürder, Präsident des Polizeipräsidiums Einsatz aus Göppingen, berichtete, dass die Wasserschutzpolizei die Flusstransporte überwachen werde, überdies wird mit einem Helikopter auch eine Kontrolle aus der Luft während des Transports erfolgen. Ein Augenmerk werden die Sicherheitskräfte vermutlich auf die sechs Schleusen und 23 Brücken an der Strecke legen. Man rechne mit „etwas Protest“, sagte Thomas Mürder. Wenn der friedlich verlaufe, dann habe man nichts dagegen einzuwenden. „Wenn der Transport aber gestört wird, dann werden wir dagegen vorgehen.“

www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.castortranportuebung-bei-obrigheim-enbw-testet-neckarfahrt-von-atommuell.afd7f96a-744e-4714-82c3-835cca34e786.html

www.lkz.de/lokales/stadt-kreis-ludwigsburg_artikel,-Transport-laeuft-schneller-als-geplant-_arid,410518.html

www.swp.de/bietigheim/lokales/boennigheim/castor_-testfahrt-auf-dem-fluss-14521362.html

www.taz.de/!5385816/

BUND:
Statt hochradioaktiver Flussfahrten auf dem Neckar Zwischenlager bauen!

Die Landesvorsitzende des BUND Baden Württemberg reagierte heute mit einer PM: „“Auch ein Probelauf ändert nichts daran, dass der Transport auf dem Wasser die riskanteste Variante ist, Atommüll zu transportieren“, sagt Brigitte Dahlbender, Landesvorsitzende des BUND in Baden-Württemberg. „Atommüll ist hochradioaktiv. Ein gekentertes Schiff kann nicht einfach so geborgen werden. Ein Unfall betrifft automatisch viele Kilometer Wasser und Tausende Menschen.“ Bei einem Unfall mit Atommüll auf dem Neckar wäre zudem die Trinkwasserversorgung aus dem Uferfiltrat aus Neckar und Rhein gefährdet. „Statt mit dem Transport von Obrigheim nach Neckarwestheim auf dem Wasser weitere Risiken einzugehen, sollte die EnBW das Genehmigungsverfahren für das bereits 2005 beantragte Zwischenlager in Obrigheim vorantreiben“, so die Landesvorsitzende des BUND Baden-Württemberg.“

umweltfairaendern.de/2017/02/bund-statt-hochradioaktiver-flussfahrten-auf-dem-neckar-zwischenlager-bauen/

... und hier die generelle Position der AntiAtomBewegung dazu & zu weiterem:

Kehrwoche? Was beim AKW-Abriss in Baden-Württemberg unter den Teppich gekehrt wird ...

www.energiewendeheilbronn.de/blog/2016/03/10/kehrwoche-beim-akw-abriss/

Weil es für die zukünftige Debatte so wichtig ist – hier ein eigenständiger Artikel:

GREENPEACE fasst alle unsere Forderungen zusammen !
Jede Art von Atommüll muss an den AKW-Standorten sicher gelagert werden ... und:
Auf Kosten der Betreiber – ohne den windelweichen Atomdeal der „Atomstaat“-Parteien cDU/sPD mit Zustimmung der olivGRÜNEN !

Greenpeace zur Atommüll-Endlager-Suche:
Handlungsempfehlung längerfristige Zwischenlagerung

Zu der (...) Anhörung im Bundestag zur Umsetzung der Empfehlungen der „Endlager“-Kommission für eine neue „Endlager“-Suche erneuert Greenpeace in einer Stellungnahme die Forderung, angesichts zahlloser Unzulänglichkeiten das komplette Standortauswahlgesetz schlicht zurückzunehmen und einen tatsächlichen Neustart zu versuchen. In dem Papier schlägt Greenpeace angesichts des verkorksten Gesetzes und der unzureichenden Empfehlungen vor, dass „offenkundige“ zu tun: Wenn sich ohnehin die Suche und Einrichtung eines „Endlagers“ um längere Zeiträume verschieben dürfte, dann muss alle Aufmerksamkeit den Zwischenlagern gelten. Dort sollen dann nicht nur die hochradioaktiven Abfälle länger gelagert werden, sondern auch die für den ebenfalls ungeeigneten Endlagerstandort Schacht Konrad, also die leicht. und mittelradioaktiven Abfälle. Um Atomtransporte zu begrenzen, sollten diese neue Lager am besten dort entstehen, wo sie jetzt sind, ausgestattet auch mit heißen Zellen zur Reparatur und Wartung der Castoren.

www.umweltfairaendern.de/2017/03/greenpeace-zur-atommuell-endlager-suche-handlungsempfehlung-laengerfristige-zwischenlagerung/

Die Verantwortlichen des „Atomstaates“ wissen sehr wohl, dass Castoren keinen TÜV haben !

Ursprünglich nur als (Einweg-)Transportbehälter nach Gorleben vorgesehen, sollen sie jetzt bis ins nächste Jahrhundert die hochradioaktiven Hinterlassenschaften der Atomkonzerne einschließen und oberirdisch in den Standortzwischenlagern „sicher“ aufbewahren. Reparaturmöglichkeiten gibt es nicht; dafür erforderliche „heiße Zellen” sind offenbar zu teuer. In abenteuerlicher Weise werden „Überdeckel“ nach dem Matroschka-Prinzip diskutiert, als sei die Zerstörung des Materials durch die immense Strahlung damit aufzuhalten. Die Vertreterin des hessischen Umweltministerin – Frau Petrik – wird bei diesem Thema ganz dünnhäutig und verbreitet ein Wissen, das sie ebenso wenig wie der Kraftwerkleiter des AKW Biblis Kemmeter hat: „Die Castoren sind auf ewig sicher“!

Und da sind ja noch die Castortransporte aus der „Aufbereitung“ in La Hague und Sellafield in die Standort-Zwischenlagern – zwar (noch) nicht genehmigt (auch sie sollten ja „ab nach Gorleben“) – aber: legal, illegal, scheißegal – das Zeug soll – vom Atombomben-Material in Frankreich & GB bereinigt - wie man hört - 2019 auch nach Biblis kommen !

sPD-Umweltministerin und die eigentlich zuständigen „grünen“ Umweltminister(innen) der Länder wollen das so, angeblich wegen „international verbindlichen Verträgen“, die sich nach Rückfragen als „mündliche Noten“ herausgestellt haben ... so läuft das im „Atomstaat“:

Atommüll-Zwischenlagerung: Sicherheitskonzept CASTOR ist gescheitert

Die Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle muss auf den Prüfstand: „Der Bundesrat hält eine intensive Befassung der Bundesregierung mit der Frage der weiteren Zwischenlagerung der radioaktiven Abfälle einschließlich bestrahlter Brennelemente über bisherige Genehmigungszeiträume hinaus für dringend geboten, da die Suche und Inbetriebnahme eines Endlagers für insbesondere hoch radioaktive Abfälle nach dem Standortauswahlgesetz absehbar noch Jahrzehnte dauern wird.

http://umweltfairaendern.de/wp-content/uploads/2013/10/CASTORBEHAELTER-FOTO-GNS.jpg

http://umweltfairaendern.de/2016/02/atommuell-zwischenlagerung-sicherheitskonzept-castor-ist-gescheitert/

Castoren mit deutschem Atommüll kommen nicht vor 2019 zurück

Die Rückholung des deutschen Atommülls aus französischen und englischen Wiederaufarbeitungsanlagen beginnt nicht vor 2019. Das hat das Bundesumweltministerium auf Anfrage der Grünen mitgeteilt.

www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/840439/castoren-mit-deutschem-atommuell-kommen-nicht-vor-2019-zurueck