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Nr. 209 – 22. 3. 2017

Inhalt:

  1. Rückbau-Propaganda
  2. Freimessung (2)
  3. Übung
  4. Endlich Endlager (3)
  5. Rainer
  6. ... und immer wieder: Fukushima (4)

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Ach ja – das arme "Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk" – kurz RWE genannt – hat's nötig ... und macht in Biblis weiter mit der "Charme-Offensive" – teuer, aber ohne Substanz !

http://verlagsgrupperheinmain.pageflow.io/akw-biblis#79863

die bösen "Regenerativen" machen – trotz Hilfe für uns Energie-Konzerne durch das sPD-Wirtschaftsministerium – noch nicht richtig Gewinn für uns, neue Kohlekraftwerke sind schlecht fürs "Image" und es gibt noch keine richtige Strategie, wie wir die Zahlung der 23 Milliarden Euronen bis 2022, die wir in den Endlager-Fonds, den wir vorerst mal mit dem "Atomdeal" vereinbart haben, vermeiden oder wenigstens reduzieren können...

Dabei wollten die Politiker doch die "Atomkraft" haben und wir (Fleisch vom Fleische der NRW-spd) haben halt mitgemacht - unsere NRW-Gemeinden waren schließlich damals schon (vor der Schuldenbremse) voll klamm und den zu erwartenden Gewinnen (auch wieder mit Hilfe der kleinen sPD-lertr vor Ort) doch sehr zugetan ... und jetzt ? Nachdem ihre spd-Kämmerer keine Überweisungen mehr kriegen - nix wie Gejammere & Undankbarkeit ... wo wir denen den Dreck jetzt bis zur "grünen Wiese" wegputzen sollen und sie dafür noch Dividende sehen wollen ...

www.finanzen.net/nachricht/aktien/Keine-Dividende-fuer-Staemme-RWE-Aktie-Hohe-Abschreibungen-vermiesen-RWE-Bilanz-fuer-2016-5337814

Naja - jedenfalls mögen uns "unsere" Leute in Biblis und glauben uns jeden Scheiß !

... und was haben die "Kritiker" blöd geguckt, als wir bei der "Anhörung" nur eine erste Phase zur Genehmigung beantragt haben und die sog."Atomaufsicht" das Klasse fand – macht schließlich weniger Arbeit ...
Ja – wir sind ein gutes eingespieltes Team mit dem Umweltministerium in Wiesbaden – schon Jahrzehnte lang mit der CDU und so jetzt auch mit der Frau Hinz von den hessischen "Grünen". Während die Grünen in Niedersachsen und Schleswig Holstein (Wenzel und Halbeck) manchmal ein bisschen maulen, halten die in Hessen und BaWü schön still – wie sich das in einer Demokratie eben auch so gehört !

... und was machen die "Kritiker" für ein Gedöns:

  • "Niedrigstrahlung" aus freigemessenem Schrott & Schutt soll gefährlich sein und Krebs verursachen ... ja, was haben wir Wissenschaftler "unterstützt", die letztendlich bewiesen haben, dass alles unter 10MicroSievert/Jahr so harmlos ist wie Zigarettenrauchen oder Bananen essen - aber die von AK.W.ENDE hören einfach nicht auf uns und gucken uns alleweil auf die Finger. Was das kosten würde, das Material strahlen- und Terrorsicher in Biblis einzuschließen ist denen einfach egal ...
  • und sie wollen wissen, wie das läuft in Phase 2 und 3 und ... beim Rückbau! Das wissen wir ja selber noch nicht, müssen erst mal Angebote vergleichen und auf Einsparungs-Potentiale prüfen ...
    der Rückbau muss ja schließlich finanziell darstellbar sein und wir werden unsere Cuponschneider (ups: Aktionäre) nicht im Regen stehen lassen mit "Luxusausgaben" ...
  • schön, dass uns der Atomstaat wenigstens die lästigen Kostenfaktoren "Zwischenlager" abgenommen hat; was er in seinen Endlager-Fonds letztendlich reinkriegt, wir man noch sehen; bis 2022 fließt noch viel (Entsorgungs-)Wasser den Rhein runter ...

 Also feiern wir die "Grüne Wiese", die (psssst) es natürlich niemals geben wird – prost !

Statt den ganzen gefährlichen radioaktiven Schutt & Schrott am Standort zu sichern, wird er bekanntlich durch die Gegend gekarrt und auf Müll-Deponien abgelagert. Es gab ja früher gute Ideen, die ehemaligen Profitquellen der Atomkonzerne zu gut gesicherten Denkmälern einer abgrundtief menschenverachtenden Technologie zu machen (damals waren die GRÜNEN noch grün) – aber das war einmal ...

... hier nun was den heutigen Regierungs-"Grünen" dazu in BaWü so nettes (hilfloses) einfällt. Der Artikel ist nebenbei deshalb sehr lesenswert, weil er das 10MikroSievert-Konzept – ungewollt – problematisiert. Wir wissen jetzt immerhin, dass es mindestens 2 Kategorien von "freigemessenem" Schutt gibt – recycelbar ... und (huch) eben auch nicht:

Kernkraftwerk Obrigheim: Grüne wollen Kraftwerksbauschutt rückholbar machen

Die aktuelle Diskussion drehe sich also um die 2500 bis 3000 Tonnen "sehr schwach belasteter Materialien", die in Buchen eingelagert werden sollen. Sie würden vor einer Einlagerung "freigemessen". Die festgestellte Radioaktivität müsse also so gering sein, dass die effektive Dosis, die denkbare Kontaktpersonen (Lkw-Fahrer, Deponie-Arbeiter, Anwohner) aufnehmen, geringer als 10 Mikrosievert pro Jahr ist. Es gehe weiter auch um die verbleibenden ca. 270.000 Tonnen noch geringer belasteten, ebenfalls freizumessenden KWO-Abbruchmaterials, die nicht deponiert, sondern verwertet im Sinn des Kreislaufwirtschaftgesetzes (recycelt) werden. Für sie gelte erst recht, dass die effektive Dosis 10 Mikrosievert pro Jahr unterschritten wird. Dieser Grenzwert komme 0,5 Prozent der natürlichen Radioaktivität gleich. "Er liegt also sehr niedrig", heißt es in der Stellungnahme.

www.rnz.de/nachrichten/mosbach_artikel,-Kernkraftwerk-Obrigheim-Gruene-wollen-Kraftwerksbauschutt-rueckholbar-machen-_arid,258587.html

... und immer wieder "überraschendes" von der "grünen" EnBW:

KWO-Abbrissmüll: Darf’s ein bisschen mehr sein?

Die Initiative AtomErbe Obrigheim ist verwundert über die Äußerung der EnBW-Pressesprecherin im Gespräch mit der RNZ, dass für das Reaktorgebäude eine Nachnutzung wegen seiner radioaktiven Belastung „sehr unwahrscheinlich“ sei. Oder anders ausgedrückt: es ist mit dem Abriss zu rechnen.

www.scharf-links.de/42.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=59352&cHash=41e038e6be

Bei einem "Problem" über dem AKW Biblis (Meiler oder Zwischenlager – egal –) ausgehend vom Flughafen Frankfurt – hätten es auch die millionen schweren Kampfjets zeitlich nicht geschafft, einen terroristischen Angriff zu "verhindern".

Aber immerhin, so haben die Eurofighter was zu tun gehabt – NATO weit:

Sicherheit von Atomkraftwerken –
"Renegade"-Voralarm - die Terrorgefahr ist real

www.ardmediathek.de/radio/Umwelt-und-Verbraucher-Deutschlandfunk/Renegade-Alarm-17-Atomkraftwerken-tei/Deutschlandfunk/Audio-Podcast?bcastId=21627714&documentId=41519316

Kontakt zu Flugzeug verloren – fünf Atomkraftwerke geräumt

Abfangjäger der Luftwaffe stiegen auf, fünf Kernkraftwerke wurden evakuiert: Weil der Kontakt zu einem Passagierflugzeug abgebrochen war, schlugen die Behörden in Norddeutschland vorsichtshalber Alarm.

www.spiegel.de/politik/deutschland/atomkraftwerke-in-deutschland-geraeumt-funkkontakt-zu-flugzeug-abgebrochen-a-1138289.html

Atomalarm in der Luft: AKWs teilevakuiert –
Wäre ein Abschuss möglich gewesen?

http://umweltfairaendern.de/2017/03/atomalarm-in-der-luft-akws-teilevakuiert-waere-ein-abschuss-moeglich-gewesen/

WDR: "Renegade"-Luftterror-Alarm –
Mehr Atomkraftwerke betroffen als bislang bekannt

Der vorsorgliche Terror-Alarm in deutschen Atomkraftwerken vom vergangenen Freitag (10. März) hatte offenbar weitaus größere Dimensionen als bislang angenommen. Die AKW-Betreiber RWE, PreussenElektra (früher E.ON) und EnBW bestätigten gegenüber dem WDR, dass der Alarm in sieben der acht noch in Betrieb befindlichen und in mehreren stillgelegten Kernkraftwerken im gesamten Bundesgebiet ausgelöst wurde. Insgesamt waren nach Recherchen des WDR mindestens 17 Atomreaktoren an zwölf Standorten in ganz Deutschland betroffen

Liste der evakuierten Kernkraftwerke: Biblis, Emsland, Gundremmingen, Brokdorf, Grohnde, Unterweser, Lingen, Brunsbüttel, Grafenrheinfeld, Philippsburg (laut Betreiber wurden "die dafür vorgesehenen Maßnahmen eingeleitet..."), Neckarwestheim (wie Philippsburg), Krümmel (Personal in Bunker am Kraftwerk untergebracht).

www.presseportal.de/pm/7899/3586471

wir leben zwar in Zeiten von "fake news" – aber "alles ist möglich" ... und echte Aufklärung von offizieller Seite findet nicht statt:

Atomalarm in der Luft: Schlafende Piloten Ursache für AKW-Teilevakuierung? Sechs Renegade-Vorfälle

Ist der unter Sicherheitsorganen als „Renegade“ bezeichnete Luft-Atom-Alarm vom 10. März, bei dem Kampfflugzeuge wegen fehlendem Funkkontakt zu einem Passagierflugzeug starteten und das Personal fast aller deutschen Atomkraftwerke teilevakuiert wurde, durch schlafende Piloten der Air India-Maschine ausgelöst worden? WDR-Journalist Jürgen Döschner hat über Twitter auf einen entsprechenden Bericht von Aereo.de hingewiesen.

http://umweltfairaendern.de/wp-content/uploads/2017/03/AtomAlarm-AlphaScrambles-BW-Journal.jpg

http://umweltfairaendern.de/2017/03/atomalarm-in-der-luft-schlafende-piloten-ursache-fuer-akw-teilevakuierung-sechs-renegade-vorfaelle/

Im gründlichen Deutschland will man ja die Sache bis 2031 hinziehen, bis nach etlichen Bundestagswahlen (Motto: nach uns die Sintflut...) es dann doch "Gorleben" sein soll und "bearbeitet" gleichzeitig einen Plan B:

Zu viele Schlupflöcher beim Export-Verbot für Atommüll aus Jülich

Hubertus Zdebel, Sprecher für Atomausstieg der Fraktion DIE LINKE (...) weiter:
„Vor dem Hintergrund, dass es in der Sache gerade um die Regelungen zur Suche nach einem ‚Endlager‘ für hochradioaktiven Atommüll in Deutschland geht, wäre es unverantwortlich, als quasi erste Maßnahme derartigen Atommüll einfach ins Ausland zu verfrachten. Das unterhöhlt auch die Glaubwürdigkeit eines ohnehin schwer belasteten Themas.

www.scharf-links.de/42.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=59680&cHash=0f3de973b3

In benachbarten Ländern gehen die Dinge halt schneller schief:

Frankreich:
Rückschlag für Endlagerpläne

Frankreich kommt mit Projekten für die Entsorgung seines Atommülls nicht voran

https://www.neues-deutschland.de/img/o/150557

www.neues-deutschland.de/artikel/1043434.rueckschlag-fuer-endlagerplaene.html

Bau von Atommüll-Endlager gestoppt

Das Verwaltungsgericht von Nancy hat das Bauprojekt des Atommüllendlagers Bure in Lothringen vorerst gestoppt. Die neben Bure liegende Gemeinde Mandes-en-Barrois darf nach diesem Gerichtsentscheid der "Agence nationale pour la gestion des déchets radioactifs" (Andra) nicht mehr – wie zuvor beschlossen – ein Grundstück verkaufen, auf dem Teile des Endlagers gebaut werden sollten. Bure liegt südwestlich von Nancy.

Frankreich plant, in Bure unterirdisch hoch- und mittelradioaktive Abfälle einzulagern. In der Grenzregion wird der Plan heftig kritisiert. Wissenschaftler erforschen schon seit Jahren die Voraussetzungen; Alternativen sind nicht in der Diskussion.

http://www.tageblatt.lu/dyim/6a4b3a/T950,350/images/content/2/0/9/20936429/6/topelement.jpg

www.tageblatt.lu/nachrichten/ausland/story/Bau-von-Atomm--ll-Endlager-gestoppt-20936429

Slowenien:

(aus der Sicht einer österreichischen Zeitung)

Baustart für neues Atommülllager

(...) Bisher von der Öffentlichkeit unbemerkt, wurde vor wenigen Tagen ein neues Atommüll- Trockenlager für abgebrannte Brennelemente genehmigt.

www.krone.at/kaernten/baustart-fuer-neues-atommuelllager-akw-krsko-story-557406

Tschechische Republik:

(aus der Perspektive eines oberösterreichischen Landrats)

Tschechische Endlagersuche in der Sackgasse: Geologische Untersuchungen an sieben potentiellen Standorten wurden gestoppt

(...) LR Rudi Anschober: „Die Endlager-Suche in Tschechien ist völlig in der Sackgasse – nicht zuletzt ein Erfolg der Bürger/innen-Proteste – und eine einzige Farce! SÚRAO war nicht imstande, eine ordentliche Ausschreibung für Firmen zur Erkundung der potentiellen Standorte zu organisieren. SÚRAO war nicht imstande, fehlerlose Anträge für die neuen Genehmigungen der Erkundungsarbeiten einzureichen. Und diese Behörde sollte für die Auswahl "des sichersten Ortes der Erde“ zuständig sein? Dies zeigt einmal: Jeder einzelne Tag, an dem Atommeiler weiterlaufen und hochgefährlichen Atommüll produzieren, ist höchstgradig verantwortungslos!“

www.regionews.at/newsdetail/Oberoesterreich_LR_Anschober_Tschechische_Endlagersuche_in_der_Sackgasse_Geologische_Untersuchungen_an_sieben_potentiellen_Standorten_wurden_gestoppt-138803

und was kommt "in deutschen Landen frisch auf den Tisch" ?

Neue Suche nach Atom-Endlager

Bayern und Sachsen wollten sich fein bei der Suche nach einem Atom-Endlager raushalten – doch auch ihre Granitstein-Gebiete kommen als mögliche Standorte infrage.

www.fr.de/wirtschaft/energie/atompolitik-neue-suche-nach-atom-endlager-a-1046934

und dann doch ein kleiner Erfolg:

Endlager-Suche: Gorleben verliert Sonderrolle

Deutschland sucht ein Endlager für Atommüll. Ein Standort könnte Gorleben sein. Darum gibt es Streit, unter anderem wegen der sogenannten Veränderungssperre. Sie betrifft jedoch ausschließlich den Standort Gorleben. Diese Hürde soll nun Ende des Monats fallen. "Alle Standorte werden gleich behandelt", sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) dem "Tagesspiegel". Die Bundesregierung verzichte daher auf eine Verlängerung der Veränderungssperre für den Salzstock in der Lüneburger Heide. Die Veränderungssperre verbietet bislang im Raum Gorleben Maßnahmen, die die Einrichtung eines Endlagers für nuklearen Müll einschränken könnten.

www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/Endlager-Suche-Gorleben-verliert-Sonderrolle,gorleben1836.html

Standortauswahl-Gesetz im Bundestag

Auch Jochen Stay, Sprecher der Initiative .ausgestrahlt, kritisiert den Gesetzesentwurf: "Das neue Gesetz atmet alten Geist. Erneut werden Methoden gewählt, ein Atommüll-Lager durchzusetzen, statt eine gesellschaftliche Verständigung über den Umgang mit dem strahlenden Müll anzustreben.

http://wendland-net.de/post/standortauswahl-gesetz-im-bundestag-41714

ach ja – da gibt es ja noch "Australien" im Angebot – oder vielleicht lieber "ab nach Sibirien" – oder dann doch besser nach "Gorleben" ?!?

Atommüll unter die Erde in Australien?

Das weltweit erste Endlager für radioaktiven Müll könnte in Australien entstehen - ausgerechnet im Siedlungsgebiet von Aborigines. Völlig absurd, findet Umweltaktivist Dave Sweeney.

www.sueddeutsche.de/wissen/kernenergie-atommuell-unter-die-erde-in-australien-1.3410131

ja – und da gibt es ja noch das Feuilleton – Argumente zum "Billig"-Preis:

Atommüll-Endlager könnte „den Bevölkerungsrückgang im Fichtelgebirge verstärken“

http://umweltfairaendern.de/2017/03/atommuell-endlager-koennte-den-bevoelkerungsrueckgang-im-fichtelgebirge-verstaerken/