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Nr. 210 – 3. 4. 2017

Inhalt:

  1. Abriss genehmigt (1)
  2. RWE – oje
  3. Castortransporte 2019
  4. SPDler auf Themensuche
  5. Schrottmeiler (5)
  6. Strahlenschutz (1)
  7. Geschichte (2)
  8. Fukushima-Mahnwachen Nr. 300, 301

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Trara – jetzt ist sie also da – die "Rückbau-Genehmigung" für das AKW-Biblis (Block A & B). Nicht, dass der Abriss nicht schon seit Jahren liefe – die "Primärkreislauf-Dekontamination" läuft seit Jahren (der Rhein ist ein stilles Wasser) ... Es macht der Genehmigungsbehörde unter der "grünen" Frau Hinz auch überhaupt nix aus, dass die Brennelemente in Block B noch im Abklingbecken liegen. Vielleicht macht es auch wirkich nix aus, denn die Genehmigung wurde ja nur für einen ersten Schritt beantragt, in dem noch nicht im Herz des Kontrollbereichs (dem Reaktorbehälter) rumgefuhrwerkt wird; die dann folgenden – richtig gefährlichen – Schritte werden dann ohne Öffentlichkeits-Beteiligung zwischen RWE und der netten Behörde in Wiesbaden abgekaspert.

Nun denn: hier erste Äußerungen, Reaktionen & Stellungnahmen (wird fortgesetzt):

30.03.2017 Pressestelle:
Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Umweltministerin Priska Hinz: „Mit dieser Genehmigung haben wir endgültig den Stein auf das Grab der Atomenergie in Hessen gelegt. Ich freue mich, dass dieses Kapitel der Geschichte endlich abgeschlossen ist."

Die Atomenergie in Hessen gehört ab heute der Vergangenheit an. Mit dem Rückbau der Blöcke A und B des Kernkraftwerks in Biblis kann ab sofort begonnen werden. Der Ausstieg aus der Atomkraft ist damit unumkehrbar. Darüber bin ich sehr froh", sagte Umweltministerin Priska Hinz heute in Wiesbaden. Das Ministerium hat der RWE Power AG heute die Stilllegungs- und Abbaugenehmigungen für die Blöcke A und B des Kernkraftwerks Biblis erteilt. Damit steht dem Rückbau von Biblis aus Sicht der atomrechtlichen Aufsichts- und Genehmigungsbehörde nichts mehr im Weg.

Mit den Genehmigungen bestätigt und genehmigt das Umweltministerium das von der RWE Power AG vorgelegte Rückbaukonzept mit den darin enthaltenen Verfahrensschritten. „Ich bin sicher, dass der Großteil der Bürgerinnen und Bürger in Hessen erleichtert ist über den endgültigen Rückbau des Kernkraftwerkes. Trotzdem macht sich die eine oder andere vielleicht Sorgen – immerhin ist Block B noch nicht kernbrennstofffrei", sagte die Ministerin. „Das verstehe ich. Aber für den Rückbau kann ich versichern, dass hier unter sehr strengen Sicherheitsauflagen gearbeitet wird. Für Mensch und Umwelt sind keinerlei Beeinträchtigungen zu erwarten."

Im Wesentlichen umfassen die Genehmigungen das Recht der RWE Power AG zur endgültigen Betriebseinstellung der beiden Blöcke A und B des Atomkraftwerks im südhessischen Biblis und zum Abbau von Anlagenteilen sowie das Recht zur Behandlung, Lagerung und Abgabe radioaktiver Reststoffe. Die Genehmigung für Block B umfasst zudem den weiteren Umgang mit bestrahlten Brennelementen, da der Block B im Unterschied zu Block A noch nicht kernbrennstofffrei ist. Die Kampagne zur Herstellung der
Kernbrennstofffreiheit wird noch in diesem Jahr begonnen.

Die Abbauarbeiten werden abgeschirmt und erfolgen unter strengen Sicherheitsbestimmungen. So sorgen spezielle Filtersysteme weiterhin für eine Unbedenklichkeit der Abluft. Zudem werden alle Emissionen regelmäßig gemessen und überwacht. „Beim Rückbau der beiden Blöcke in Biblis wird genau so sehr auf die Sicherheit geachtet wie beim laufenden Betrieb. Die Bürgerinnen und Bürger der Region können sich darauf verlassen, dass die Behörden den gesamten Ablauf streng kontrollieren werden. Mit dem Rückbau der Blöcke A und B beginnt endgültig ein neues Kapitel in der hessischen Energiepolitik", sagte Hinz.

Der gesamte Abbau am Standort Biblis wird mindestens 15 Jahre dauern. Da es sich um ein stufenweises Abbauverfahren handelt, ist je Block noch mindestens ein weiterer Genehmigungsschritt erforderlich. Die Stilllegung und der Abbau von Anlagen nach dem Atomgesetz ist gemäß dem Verursacherprinzip Aufgabe der Betreiber und von diesen zu finanzieren. Gegen die Genehmigungen kann innerhalb eines Monats nach Auslegung beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel Klage eingereicht werden. Eine solche
Klage hätte jedoch keine aufschiebende Wirkung, da die sofortige Vollziehung angeordnet wurde.

Die Genehmigungen werden voraussichtlich in der Zeit vom 19. April 2017 bis zum 4. Mai 2017 beim Umweltministerium in Wiesbaden und bei der Gemeinde Biblis ausgelegt.

soweit die "Pressestelle" der Frau Hinz – könnte auch von RWE selbst kommen: Alles wird gut ...

Aus dem Entwurf zu einer Erklärung der Atomkraftgegner an der Bergstraße:

Biblis-Rückbau
AK.W.Ende Bergstrasse und Verein Atomerbe Biblis e. V. kritisieren Genehmigungspraxis
Gut viereinhalb Jahre nach Antragstellung durch den Kraftwerksbetreiber RWE hat das Hess. Umweltministerium jetzt eine erste Teilgenehmigung zur dauerhaften Stilllegung und zum Abbau von Anlagenteilen sowie das Recht zur Behandlung, Lagerung und Abgabe radioaktiver Reststoffe der Atomkraftwerke Biblis A und B erteilt. In einer ersten Stellungnahme kritisieren die zwei Anti-Atom-Standortinitiativen AK.W.Ende Bergstrasse und "Atomerbe Biblis - Umgang mit den atomaren Altlasten" e. V. die Genehmigungspraxis des Umweltministeriums insbesondere im Hinblick auf "fehlende Transparenz und Bürgerbeteiligung". Denn beides, heisst es weiter, "hatte die grün geführte Kontroll- und Genehmigungsbehörde bereits 2014 bei der Einrichtung eines Informationsforums zum Biblis-Rückbau versprochen. Viele Bürgerinnen und Bürger erwarteten seinerzeit ein Gremium mit juristischem Veto und entsprechender Einflussnahme auf die Genehmigungspraxis." Bereits damals machte Umweltministerin Hinz (B'90/Grüne) deutlich: "Es wird neben dem gesetzlich vorgesehenen Weg keinen weiteren geben!".

Nach Auffassung der beiden Initiativen zeigte sich das "Informationsforum" schon früh als Gremium, in dem kritische Fragen der Zuhörerinnen und Zuhörer von Seiten des AKW-Betreibers RWE aber auch vom Umweltministerium entweder als "unbegründet" oder "irrelevant" abgetan wurden. Beide Gruppen erinnern in diesem Zusammenhang auch an den Erörterungstermin im November 2014 in Biblis, bei dem das gesamte Abrissverfahren auf Grundlage von Einzel- und Sammeleinwendungen diskutiert werden sollte. "Allerdings sahen sich weder das Umweltministerium noch Antragsteller RWE in der Lage, erforderliche Angaben zu wichtigen Detailfragen und Abläufen des Rückbaus zu machen bzw. entsprechende Unterlagen vorzulegen. Deshalb wurde der Erörterungstermin am zweiten Tag von Einwenderinnen und Einwendern, Umweltverbänden und Bürgerinitiativen abgebrochen.

Trotzdem erklärte Umweltministerin Hinz tags darauf, die Öffentlichkeitsbeteiligung zum Biblis-Rückbau sei verfahrensrechtlich ordnungsgemäß durchgeführt worden und damit vollständig abgeschlossen. Eine eventuelle Widerholung und mögliche weitere Bürgerbeteiligungen bei nachfolgenden Genehmigungsschritten werde es nicht geben. Für AK.W.Ende und Atomerbe Biblis e. V. "zumal bei einer grünen Umweltministerin nicht nachvollziehbar, weil es gerade bei den weiteren Teilgenehmigungen um besonders sicherheitsrelevante Anlagen und Anlagenteile wie etwa die verstrahlten Reaktor-Druckbehälter und Einbauten geht." Für die beiden Standort-Initiativen mit Aktiven aus Zwingenberg, Bensheim, Lautertal, Heppenheim, Einhausen, Biblis, Bürstadt u. a. m. "wird Transparenz und Bürgerbeteiligung zur Farce, wenn die Verantwortlichen aus Politik und Atomwirtschaft eine offenkundige Lücke im Atomgesetz bewusst ausnutzen, um die Öffentlichkeit über wesentliche Abläufe des Rückbaus samt Risiken für die Bevölkerung im Unklaren zu lassen und ihr jede Einflussnahme vorenthält." Nach Meinung von AK.W.Ende Bergstrasse und Atomerbe Biblis e. V. ist der RWE-Antrag auf Stilllegung und Abbau vom 6. August 2012 so abgefasst, dass mehrere eigenständige formalrechtlich voneinander unabhängige Genehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligungen durchgeführt werden müssen.

... und aus dem Kreis der südwestdeutschen AntiAtom-Initiativen:

Skandal im AKW Biblis - Rückbau mit Brennstäben
Eine zentrale Forderung der Öffentlichkeit - kein Rückbau mit Brennstäben- interessiert Umweltministerin Hinz nicht. Ohne Not genehmigte die Ministerin den Rückbau des Block B in Biblis, obwohl dieser noch nicht Kernbrennstofffrei ist. Dies ermöglicht RWE den Rückbau eines Atomkraftwerkes voller hochradioaktiver Brennstäbe.

Am 6. August 2012 hat der Betreiber des AKW Biblis die Stilllegung sowie den Abbau von Anlagenteilen der beiden Kernkraftwerke Biblis A und Biblis B beantragt. Der Erörterungstermin fand am 11. und 12. November 2014 statt.
Die jetzt vorliegende Rückbaugenehmigung zeigt, dass der Entschluss von atomkraftENDE.darmstadt zusammen mit fast allen anderen Einwendern am 12. November die Anhörung zu verlassen, richtig war. Die Behörde teilte damals auf Nachfrage mit, dass sie nicht alle ihnen vorliegenden Informationen für das Anhörungsverfahren zur Verfügung gestellt hat. Hier wurde gezielt an der Öffentlichkeit vorbei gearbeitet.

Auch bei der Genehmigung bleibt sich das Ministerium treu. Zur Ablehnung von Einwendungen und zur Begründung von Maßnahmen werden nicht öffentlich zugängliche Unterlagen herangezogen. Die Genehmigung ist in vielen Punkten sehr allgemein gehalten und eröffnet durch Verweise auf aufsichtsrechtliche Verfahren große Spielräume. Die Behörde gedenkt auch bei weiteren Genehmigungen die kritische Öffentlichkeit auszuschließen. Das Mauscheln von Ministerium und RWE hat dem AKW schon den bundesweiten Rekord von rund 850 Störfällen eingebracht. Dieses Vorgehen halten wir für rechtswidrig und werden dagegen juristische Schritte einleiten.

Rückbaugenehmigung ohne Öffentlichkeitsbeteiligung - Nein Danke!

Auch bei dem Umgang mit radioaktiven Abfällen bleiben sich Betreiber und Behörden treu.
Hochradioaktive Abfälle werden in über tausend Castorbehältern gelagert, deren Sicherheit nur berechnet wurde. Die Wichtigkeit realer Tests hat der Diesel Abgasskandal wohl hinlänglich bewiesen.

Der schwach- und mittelradioaktive Abfall lagert in unsicheren Lagern. Dort rosten die Atommüllfässer langsam vor sich hin. Wo der Müll einmal gelagert werden soll, steht in den Sternen. Die Genehmigung verweist auf die Zuständigkeit des Bundes.
Der restliche radioaktiv kontaminierte Müll soll in Biblis freigemessen werden. Danach kommt er als Bauschutt auf normale Deponien oder wird im Falle von Metallen einfach eingeschmolzen. Die grundsätzliche Frage, ob die Kapazitäten für nicht strahlende und freigemessene Abfälle vorhanden sind, ist nicht Gegenstand der Genehmigungt. Im Zuge des Stoffrecyclings strahlt der AKW Schrott als Spielplatzschotter oder als Bratpfanne gut verteilt überall. Der freigemessene Atommüll ist nach gesetzlicher Definition normaler Bauschutt. Für diesen entfällt die im Atomgesetz vorgesehene „Minimierungspflicht“.
Der Bauschutt oder das Metall strahlt natürlich immer noch. Dadurch erkranken und sterben Menschen..

Zum Schutz unserer Gesundheit wird es deshalb Aktionen am AKW und den Bauschuttdeponien geben.

... und wer sich durchs Dickicht quälen will, hier ein paar "Unterlagen", die kein normaler Mensch lesen wird ... und das ist auch so gewollt ! Kein Wunder, dass niemand aus Biblis zum sog."Infoforum für Transparenz & Bürgerbeteiligung" hingeht ...

https://umweltministerium.hessen.de/umwelt-natur/kernenergie-strahlenschutz/kernkraftwerk-biblis/stilllegung-abbau/dokumentenuebersicht

im letzten Rundbrief habe ich die RWE-"Rückbau"-Werbung beim AKW-Biblis beleuchtet.
Jetzt erreicht mich ein Kommentar über RWE und Komplizen, der eigentlich alles sagt:

Die Tage von E.on und RWE sind gezählt

Der radikale Umbau von E.on wegen der Energiewende kommt das Unternehmen und seine Mitarbeiter teuer zu stehen. Der Konzern meldete für das Jahr 2016 einen Rekordverlust von 16 Milliarden Euro. Es ist einer der höchsten Fehlbeträge der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Daher sollen bis zu 1.300 Arbeitsplätze wegfallen, rund 1.000 davon in Deutschland. Zuvor hatte bereits RWE ein Minus von knapp sechs Milliarden Euro in 2016 gemeldet.

Kern des Problems von RWE und E.on ist - wie beim Alkoholiker - die fatale Mischung aus Abhängigkeit und Realitätsverlust. Über Jahrzehnte haben sich die beiden größten deutschen Energiekonzerne bei der Stromerzeugung auf Kohle, Gas und Atom konzentriert. ...

www.ndr.de/info/sendungen/kommentare/Die-Tage-von-Eon-und-RWE-sind-gezaehlt,eon264.html

der "Atomdeal" mit dem Atomstaat (cDU,sPD & GRÜNE) ist ein erster Schritt, um aus dem Atomdesaster auszusteigen und die Entsorgungskosten Schritt für Schritt ganz auf die Steuerzahler abzuwälzen. Noch ist in den Fonds nichts wirklich eingezahlt; und gehen die Energieriesen um, wird wohl auch der Rückbau an uns hängenbleiben.

Atommüll: Risiko wird sozialisiert

Alles in allem hat die große Koalition damit – bei auffällig wenig Opposition seitens der Grünen – den Konzernen ein ansehnliches Paket geschnürt. Mit einer Zahlung in einen Fonds sind sie alle Sorgen bezüglich der Entsorgung ihres radioaktiven Mülls los. Selbst die teils maroden und in einem Fall gar illegalen Zwischenlager an den AKW-Standorten werden zum Ende des Jahrzehnts in die Verantwortung des Bundes übergehen.

Dieser Ablass kostet die Unternehmen lediglich gut 23 Milliarden Euro, die in einen Fonds eingezahlt werden. Aus diesem wird dann die Suche und Einrichtung eines Endlager für hochradioaktiven Abfall, der Ausbau des Lagers "Schacht Konrads" für mittelaktiven Abfall sowie der Betrieb der Lager bis 2099 finanziert werden.

www.heise.de/tp/news/Atommuell-Risiko-wird-sozialisiert-3649960.html

"Nix rein - nix raus"

– diese Parole der AntiAtombewegung gilt überall und immer ... es gibt nur noch einen Weg des strahlende Atommülls, den in ein Endlager – es sei denn, man will die Zwischenlager an den AKW-Standorten zu Endlagern erklären ... und dazu müsste man sie strahlensicher – und bunkermäßig ausbauen – und das käme bekanntlich zu teuer und wäre extrem unpopulär bei der betroffenen Bevölkerung !

Was hat die grüne "Zivilgesellschaft" nicht alles an Propaganda in die Welt gesetzt, um diese Castortransporte hinnehmbar zu machen: "Verantwortung" für unseren Atommüll" ist das Highlight !

Ja – "La Hague" und "Sellafield" sind verseucht & verstrahlt. Briten & Franzosen waren geil auf Plutonium und Uran235 für Atomwaffen – die Umwelt (vor allem das Meer) war ihnen dabei völlig wurscht. Der nutzlose Restmüll soll nun entsorgt werden – verständlich. Aber wie jämmerlich die deutsche Regierung: Statt den Mit-Europäern zu sagen, man wolle bis Ende des 21.Jahrhunderts ein Endlagher in Deutschland haben und dann wäre die Zeit gekommen, den Dreck abzuholen, schwafeln sie "von (völker)rechtsverbindlichen Noten" zwischen den Ländern, die natürlich geheim und bei Nachfragen nur "mündliche Verabredungen" sind ... so sind sie die "Atomstaaten !

Castor Aktion 2015 01
vor dem Tor des AKW Biblis ...

Castor Aktion 2015 02

... und bei einer der letzten Sitzungen des "sog. "Infoforums für Transparenz & Bürgerbeteiligung

Die folgenden Artikel sind ein Jahr alt ... aber es hat sich nichts geändert. Für Biblis gilt weiterhin "Castoralarm", da Bundesumweltministerium  (sPD) und hessisches Umweltministerium ("Grüne") die Transporte ausdrücklich befürworten. Da nun die Zwischenlager nach dem schändlichen "Atomdeal in den Besitz des Bundes übergehen, ist RWE fein raus ... und kann genüsslich zusehen, wie das läuft 2019.

Atomtransporte und Zwischenlager: Klagen gegen Planlosigkeit im Landkreis Landshut

http://umweltfairaendern.de/2016/03/atomtransporte-und-zwischenlager-klagen-gegen-planlosigkeit-im-landkreis-landshut/

Atommüll-"Planlosigkeit": Niederaichbach wehrt sich

Die geplante Einlagerung von sieben Castoren – aus einer Wiederaufbereitungsanlage in England – im Brennelementezwischenlager „Bella“ am Kernkraftwerk Isar erhitzt die Gemüter. Die Nachricht ist nicht neu – neu ist aber, dass die Gemeinde sich auf eine Klage gegen die Einlagerung vorbereiten will. Offen ist noch, ob das im Alleingang geschehen soll, oder eventuell zusammen mit den anderen Standortgemeinden mit Zwischenlagern, die weitere der 26 Castoren aus der Wiederaufbereitung aufnehmen sollen.

http://www.idowa.de/media.media.55d01b15-40bd-4ad0-befd-637b2fdb93c1.original700.jpeg

www.idowa.de/inhalt.landkreis-landshut-atommuell-planlosigkeit-niederaichbach-wehrt-sich.e9d7e22f-6abb-4d69-bb4a-23cad9f378b9.html

Nachdem wir im letzten Rundbrief berichteten, wie emsig die "Grünen" beim Kampf gegen AKWs im Ausland sind (Belgien, Frankreich, ...), während sie in Deutschland, wo sie was reissen könnten -wenn sie denn wollten- bereits soweit verkommen sind, AKW als "klimaneutrale Energiegewinnung" anzupreisen (Minister Untersteller in BaWü), lässt sich die sPD in Rheinbland-Pfalz auch nicht lumpen auf den atomkritischen Zug aufzuspringen; als gäbe es hier zu Lande nicht viel zu tun, um den Ausstieg zu beschleunigen - von Brokdorf bis Gundremmingen !

Die französischen Pannen-AKWs müssen vom Netz genommen werden

„Es ist sehr beunruhigend, dass es in den vergangenen Monaten und Wochen zu vielen Zwischenfällen in den grenznahen französischen Atomkraftwerken gekommen ist ..."

http://www.bundesumweltportal.de/rheinland-pfalz/14-rheinland-pfalz/die-franzoesischen-pannen-akws-muessen-vom-netz-genommen-werden.html

Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich begrüße jede Beteiligung von Grünen und SPDlern bei Aktionen gegen Atomkraftwerke - weltweit ! Aber fahnenschwingende Parteigänger, die sich (wie vor dem AKW Biblis mehrfach erlebt) mal eben zum Fotoshooting vor der Bühne einfinden, um dann die "...die Gesetzgebungsverfahren zum Atomausstieg und in die Endlagersuche konstruktiv vom Land zu begleiten..." sind einfach nur zum K....
Never the less wünsche ich den Kampf gegen die AKW in Fessenheim, Cattenom, Flamanville, ... und Tihange, Doel ... und sonstwo gute Unterstüter*innen, die ihr Engagement ernst meinen und nicht wie hier geschieht "Schaum schlagen" !

und was ist da, wo die sPD an der Regierung ist und was zu sagen hätte - hier sogar als die für alle Atomgenehmigungen zuständige Umweltministerin im Bund ?

Strahlender Profit

Doppelzüngig: Umweltministerin fordert, rissige Reaktoren in Belgien vom Netz zu nehmen, aber ihr unterstellte Behörde erteilt Exportgenehmigungen für Brennelemente in die AKW

Es ist schon ein starkes Stück: Vor einem Jahr prangerten Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und andere Politiker aus der großen Koalition das belgische Atomkraftwerk Tihange 2 als Sicherheitsrisiko an. Gleichzeitig beliefert die Brennelementefabrik im niedersächsischen Lingen mit Billigung des Bundesumweltministeriums den Pannenreaktor bei Lüttich mit frischem Brennstoff.

www.jungewelt.de/artikel/307986.strahlender-profit.html

... und die Antwort der Frau Hendricks kann man sich auf der Zunge zergehen lassen:

Regierung verteidigt Brennelemente-Lieferung nach Belgien

Das Bundesumweltministerium hat die Lieferung von Brennelementen an die umstrittenen belgischen Atomkraftwerke Tihange und Doel verteidigt.

Bei den Voraussetzungen für eine Genehmigung gehe es laut Atomgesetz lediglich um „den Schutz vor einer missbräuchlichen Verwendung von Kernbrennstoffen“, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär Florian Pronold (SPD) am Mittwoch bei der Regierungsbefragung im Bundestag. Die Angelegenheit sei rechtlich „losgelöst von der Frage der Sicherheit des Betriebes eines ausländischen Atomkraftwerks zu betrachten“. Trotz Sicherheitsbedenken sei eine Erteilung der Genehmigung daher zwingend gewesen, erklärte Pronold. „Auch wenn es uns politisch nicht gefällt, gebietet es die Rechtslage, nach Recht und Gesetz zu handeln.“ Wegen Tausender kleiner Risse in den Reaktorblöcken und offener Sicherheitsfragen hatte die Bundesregierung vor einem Jahr vergeblich eine Betriebspause gefordert, aber trotzdem 50 Transporte mit Brennelementen zugelassen.

www.focus.de/regional/nordrhein-westfalen/atom-regierung-verteidigt-brennelemente-lieferung-nach-belgien_id_6852501.html

hier noch ein paar Betätigungsfelder aus Bundesländern, in denen die sPD z.Zt. nix zu melden hat; in Biblis im Kreis Bergstraße ist das ja anders: da "schreitet" die sPD mit der cDU zur Zeit "Seit an Seit" und muckst sich nicht - z.B. beim Thema "Freimessung":

Gundremmingen:

Da könnte die sPD doch mal 'nen Wirbel machen - tut sie aber erkennbar nicht:

Kernphysiker verlangt Aufklärung zu Vorfall im AKW

 Nachdem wegen eines defekten Ventils Block B des Atomkraftwerks (AKW) Gundremmingen in dieser Woche wieder abgeschaltet werden musste (wir berichteten), verlangt Klaus Buchner, Kernphysiker und Mitglied des Europaparlaments für die ÖDP, Aufklärung. Es sei unklar, welche Gefahren für die Bürger bestanden.

www.augsburger-allgemeine.de/guenzburg/Kernphysiker-verlangt-Aufklaerung-zu-Vorfall-im-AKW-id40756036.html

Das erste Groß-AKW verschwindet nach fünfzig Jahren

Grundsätzlich betrachten Atomgegner das schwäbische Kraftwerk als unsicher. Sie verlangen deshalb, dass Block C ebenfalls bereits in diesem Jahr abgeschaltet wird und nicht noch vier Jahre in Betrieb bleibt. Der Bund Naturschutz erklärt beispielsweise, dass das größte deutsche Atomkraftwerk besonders gefährlich sei und spricht von einem «Risikoreaktor». Die Kritiker bemängeln ferner, dass es ein Sicherheitsproblem sei, wenn Block B bereits ab Anfang 2018 abgebaut wird, während Block C nach den Atomausstiegsplänen des Bundes noch weiterläuft. Sie bemängeln zudem das Konzept zur Entsorgung des anfallenden Atommülls aus Gundremmingen, beispielsweise weil die Endlagerfrage noch nicht geklärt sei.

www.nordbayern.de/politik/das-erste-gross-akw-verschwindet-nach-funfzig-jahren-1.5919060

Kritiker fordern schnelle, sichere Abschaltung

In Gundremmingen geht die Diskussion um den Abriss des Atomkraftwerks weiter. Seit gestern werden Einwendungen gegen den geplanten RückB des Atomkraftwerks beraten. Atomkraftgegner fordern neben Block B auch Block C schnell abzuschalten.

www.br.de/nachrichten/schwaben/inhalt/gundremmingen-rueckbau-eroerterungstermin-100.html

Philippsburg:

da könnte die SPD doch mal nachfragen: wer kontrolliert, wer gibt frei, wie praktisch ist der Rhein ?

Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Philippsburg (Block 1)

Am 2. März 2017 hatte der Betreiber bei einem Anlagenrundgang im abgeschalteten Kernkraftwerk Philippsburg, Block 1, eine Leckage an einer Rohrleitung der Abwasseraufbereitung im Reaktorgebäude festgestellt. Über die betroffene Rohrleitung wurde aufbereitetes Abwasser zum Beispiel aus der Kontrollbereichswäscherei in die Abgabebehälter geleitet und von dort nach Beprobung und Freigabe in den Rhein abgegeben.

www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/meldepflichtiges-ereignis-im-kernkraftwerk-philippsburg-block-1-7/

na sowas - bei einem deutschen AKW ... sonst sind doch nur die französischen und belgischen schrottig ... beim AKW Biblis waren es Dübel, hier sind es Halterungen; es geht ums Notkühlsystem - aber nix gefährliches und für die sPD alleweil kein Thema:

Block II darf vorerst nicht zurück ans Netz

Fachleute prüfen Halterungen

Die EnBW bestätigte, dass aufwändige Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind. Fachleute prüfen mit großem Aufwand Halterungen in allen Gebäudeteilen, so das Unternehmen. Block II werde voraussichtlich Mitte bis Ende April wieder ans Netz gehen. Der Block war im Dezember aus Sicherheitsgründen von Netz genommen worden.

www.swr.de/swraktuell/bw/karlsruhe/atomkraftwerk-philippsburg-block-ii-darf-vorerst-nicht-zurueck-ans-netz/-/id=1572/did=19276412/nid=1572/1gl2gaw/

... und was "denkt" so die AfD, wenn wir schon mal bei diversen Parteien sind ??? Fast so schön wie Trumps Absage an den Klimaschutz und des "Grünen" Unterstellers Statement zur "klimaneutralen Energiegewinnung" in BaWü: "back to the future":

Neue Freunde der Kernkraft

Während alle im Bundestag vertretenen Parteien bis heute hinter dem Atomausstieg stehen, rudern Rechtspopulisten zurück. In ihrem Grundsatzprogramm verspricht die Alternative für Deutschland (AfD) wieder Atomkraft für Deutschland. Die Ausstiegsbeschlüsse von 2002 und 2011 seien überhastet, sachlich unbegründet und wirtschaftlich schädlich, behauptet die Partei.

www.kontextwochenzeitung.de/politik/310/neue-freunde-der-kernkraft-4236.html