Wir sind ja hier in Hessen eine Menge an Zumutungen durch die hessische Umweltministerin (Grüne) gewöhnt (siehe Artikel zum Jubel über ihre Genehmigung des Abrisses vom AKW Biblis). Dass es unter den 10 grünen Umweltministern auch Leute gibt, die den Arsch in der Hose haben und ungeliebte Wahrheiten aussprechen, ist bemerkenswert und lässt (ein bisschen) hoffen, dass diese Partei sich nicht völlig ihren Koalitionspartnern ausgeliefert hat. Zu diesen zählt der niedersächsische Wenzel mit Einsichten, die sich die RWE-hörige Frau Hinz in Hessen alleweil verkneift:

Wenzel: "Wir brauchen neue Zwischenlager"

Ein verschärftes Nachdenken über die sichere Zwischenlagerung von Atommüll hat am Mittwoch Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) angemahnt. Gleichzeitig lobte er das Gesetz zur Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle. Es trage dazu bei, den gesellschaftlichen Konflikt um die Atomkraft zu befrieden.

Wenzel wies in einer Regierungserklärung zum Standortauswahlgesetz darauf hin, dass der Bundestag vor wenigen Tagen beschlossen hat, auf die begrenzten Zwischenlagerkapazitäten in Deutschland. "Die Genehmigungen für Zwischenlager sind begrenzt. Die ersten laufen Ende der 2030er Jahre aus, die anderen Genehmigungen folgen Schlag auf Schlag", sagte Wenzel.

Die derzeit genehmigten Zwischenlager reichten nicht aus, deshalb brauche man neue Zwischenlager, deren Genehmigungen fast genauso anspruchsvoll seien wie die Genehmigungen für ein neues Endlager, zumal der Zeitraum länger dauern könnte als die bisher vorgesehenen 40 Jahre. Weiterentwickelt werden müssten auch die Behälter für die hochradioaktiven Abfälle, die ursprünglich nur für den Transport vorgesehen waren, jetzt aber für eine längere Zwischenlagerung dienen müssten.

www.haz.de/Nachrichten/Politik/Niedersachsen/Regierungserklaerung-zum-Standortauswahlgesetz

Die Frau Scharf aus Bayern interessiert das Thema "Zwischenlager" und deren Sicherheit nur insofern, als dass der radioaktive Dreck nach Gorleben oder sonstwo weit weg hin soll, aber nicht in den schönen Granit ihres Hinterlandes, wobei sie die Kapselung als k.o.- Punkt bereits festlegt.

Tja - da habt ihr zivilgesellschaftlichen grünen Träumer (oder besser Zeitschinder) eure Befriedung
...in Bayern never ever !!!

Scharf: Keine Sicherheitsrabatte für ein Endlager im Kristallin

Dabei darf es für Kristallin als Wirtsgestein keinen Sicherheitsrabatt geben", so Scharf. Das Standortauswahlgesetz sieht für die möglichen Wirtsgesteine Ton und Salz vor, dass das jeweilige Gestein den Abfall sicher einschließen muss. Für das dritte mögliche Wirtsgestein Kristallin (Granit) gilt hingegen, dass lediglich ein ins Gestein eingebrachter Behälter den Abfall sicher einschließen muss. Scharf: "Kristallingestein muss an den gleichen Maßstäben gemessen werden wie Salz und Ton. Unterschiedliche Kriterien für die Wirtsgesteine schaffen unterschiedliche Sicherheiten. Schwächen in der Geologie mit technischen Barrieren zu heilen, darf niemals unsere erste Wahl sein. Zumal es entsprechende Behälter noch gar nicht gibt." Der Freistaat hat dem Standortauswahlgesetz im Bundesrat dennoch zugestimmt, damit zügig mit der Suche nach einem Endlager begonnen werden kann und die Standortzwischenlager an den deutschen Kernkraftwerken nicht durch die Hintertüre zu Endlagern werden.

www.bundesumweltportal.de/bayern/4-bayern/scharf-keine-sicherheitsrabatte-fuer-ein-endlager-im-kristallin-groesstmoegliche-sicherheit-fuer-alle-bundesbuerger.html

... und der BUND hat eher grundsätzliche Einwände - wie übrigens auch, was den Abriss des AKW Biblis betrifft:

Gravierende Mängel im neuen Standortauswahlgesetz gefährden die Atommülllager-Suche

“Gegenüber dem bisherigen ist das neue Standortauswahlgesetz zwar deutlich verbessert worden, hat aber nach wie vor gravierende Mängel. Ein lückenhaftes Exportverbot, das Festhalten am ungeeigneten Standort Gorleben und nicht ausreichende Rechtsschutzmöglichkeiten belasten das Verfahren. Deshalb ist völlig unklar, ob der nötige Vertrauensaufbau für das beginnende Standortaus­wahlverfahren gelingen kann”, so bewertet Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), das neue Standortauswahlgesetz zur Atommüll-Lagerung (...)

celler-presse.de/2017/03/23/gravierende-maengel-im-neuen-standortauswahlgesetz-gefaehrden-die-atommuelllager-suche/