Biblis:

Obwohl der Abriss gerade von RWE & Atomaufsicht angefeiert wurde, gibt es Unschönes zu berichten: Leitungen werden (wie in Philippsburg und Brokdorf) undicht, weil Dichtungen eben altern (na sowas ...). Alles ganz normal, versichern die beiden Partner, alles ungefährlich !

Nicht ganz dicht: Schäden an Rohrleitungen in Atomkraftwerk Biblis

Im abgeschalteten Block B des Atomkraftwerks Biblis sind Membranschäden an drei Armaturen festgestellt worden. Eine Gefährdung des Personals, der Umgebung oder der Anlage sei damit nicht verbunden gewesen, teilte Betreiber RWE am Dienstag mit. Die Armaturen sind in Rohrleitungen verbaut, die schwach radioaktives Wasser führen können.

Die Untersuchung der Armaturen war angeordnet worden, nachdem im Frühjahr ähnliche Probleme in den Kraftwerken Philippsburg und Brokdorf aufgetaucht waren. (...)

https://www.tag24.de/nachrichten/schaeden-atomkraftwerk-biblis-rohrleitungen-radioaktives-wasser-303834

AK.W.ENDE Bergstraße nimmt Stellung:

Membran-Schäden bei Biblis B
AK.W.Ende kritisiert "Meldekultur" / Block B nicht "kernbrennstofffrei"

Vor dem Hintergrund der Anfang August von Biblis-Betreiber RWE gemeldeten Membran-Schäden an Armaturen im Block B, die allerdings bereits am 25. Juli entdeckt wurden, erinnert die Anti-Atom-Initiative AK.W.Ende Bergstrasse daran, dass sich im Abklingbecken von Block B immer noch Brennstäbe einschliesslich sog. "Sonderbrennstäbe" befinden.
"Um so bedenklicher ist die Tatsache, dass die Störungs- und Schadensmeldungen in Biblis auch nach dem 2011 eingestellten Leistungsbetrieb nicht abreissen", so AK.W.Ende-Sprecher Rainer Scheffler in einer Pressemitteilung. Scheffler führt das insbesondere auf das Alter der Meiler und entsprechenden Verschleiss zurück. Biblis A nahm 1974 den Betrieb auf, Biblis B 1976.
"Nach der Statistik des Bundesamtes für Strahlenschutz wurden seit Inbetriebnahme bis 2015 für beide Blöcke je über 400 meldepflichtige Vorkommnisse registriert." Im Sommer 2016 gab es erneut Meldungen, ein Notstromaggregat in Block A und eine Störung an Wandhydranten in Biblis B betreffend. Für AK.W.Ende Bergstrasse ist "spätestens nach den in 2014 und 2015 durch einen RWE-Mitarbeiter in Biblis vorgenommenen Fälschungen von Prüfprotokollen Misstrauen angebracht, obwohl die Meldungen stets mit dem Satz "Eine Gefährdung des Personals, der Umgebung oder der Anlage waren damit nicht verbunden" enden.
Unklar ist zudem nach wie vor, warum das grün geführte Hessische Umweltministerium als Kontroll- und Genehmigungsbehörde erst ein Jahr später, im April 2016, die Öffentlichkeit über die Fälschungen informierte."
AK.W.Ende erinnert im Zusammenhang mit den zahlreichen Zwischenfällen und Störfällen im AKW Biblis an die von vielen geforderte Einrichtung eines Katasters, um die Strahlenbelastung in den einzelnen Bereichen der Atomanlage vor dem Abbau festzustellen. Scheffler: "Dies ist nicht erfolgt. Kontaminationen können deshalb unentdeckt bleiben und verschleppt werden. Insofern sind Zweifel an der Meldekultur von RWE und Ministerium angebracht."

Frage an die Mitglieder des sog. "Infoforums für Transparenz & Bürgerbeteiligung", die bei ihrer Geheimsitzung mit überwältigenden Mehrheit beschlossen haben, nur noch Fragen zum Rückbau-Vorgang zuzulassen, ob das Austreten von "radioaktiven Wässern" nun auf der Sitzung am 14.08.2017besprochen werden und vom Betreiber (unter aktiver Unterstützung der Atomaufsicht) gerechtfertigt werden muss, oder ob da der beschlossene Maulkorb für die betroffenen Menschen gilt ???

Dazu schreibt der Sprecher der regionalen Bürgerinitiative AK.W.ENDE - Rainer Scheffler- folgendes:

Infoforum als "Farce und Auslaufmodell"?
AK.W.Ende Bergstrasse und Verein Atomerbe Biblis zu "Neuausrichtung":
Am 14. August wird es nach langer Zeit wieder ein Informationsforum zum Rückbau der Atomkraftwerke Biblis A und B geben (Montag, 14. 8. 2017, 18.00 h im Bürgerzentrum Biblis, Darmstädter Straße 4). Schwerpunkt: "Genehmigung zur Stilllegung und zum Abbau von Anlagenteilen der AKWs Biblis A und B".
"Offenbar geraten "Transparenz und Bürgerbeteiligung", mit denen das Hessische Umweltministerium als Initiator einst für das Infoforum warb, mit der schon vor Monaten von den Vorsitzenden des Gremiums über die Medien angekündigten "Neuausrichtung" vollends aus dem Blickfeld", konstatieren die atomkritischen Bergsträsser Initiativen AK.W.Ende und Atomerbe Biblis mit Verweis auf die Tatsache, daß die erste Teilgenehmigung zum Biblis-Abbau schon Ende März erteilt wurde und bereits seit dem 19. Juli "zurückgebaut" wird.
Wie jetzt bekannt wurde, haben sich die Mitglieder des Forums in nichtöffentlicher (!) Sitzung u. a. darauf verständigt, nur noch "rückbaubezogene Themen" zuzulassen und Diskussionen über "allgemeine Themen der Atompolitik" künftig zu unterbinden. Volker Ahlers (Atomerbe Biblis) und Rainer Scheffler (AK.W.Ende) jedenfalls sind "gespannt" wie die Umsetzung dieses Vorhabens in der Praxis aussehen wird, z. B. beim Thema "Freimessung" und "Freigabe". "
Noch im Juli bekräftigten Biblis-Kraftwerksleiter Kemmeter und die grüne hessische Umweltministerin Priska Hinz, mindestens 98 % der Abbaumaterialien seien nicht kontaminiert oder könnten nach entsprechender Bearbeitung "freigemessen" und "freigegeben" werden, weil dann der Freigabegrenzwert von 10 Mikrosievert nach § 29 Strahlenschutzverordnung eingehalten würde. "Damit kann der immer noch radioaktive Abriss-Müll im Wertstoffkreislauf, in der Müllverbrennung und auf Bauschutt-Deponien landen", schreiben AK.W.Ende und Atomerbe Biblis weiter. "Genau dieser Sachverhalt ist Gegenstand einer Klage des BUND vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof. Geht es nach der Mehrheit der Mitglieder des Infoforums, so soll auch dies zukünftig nicht mehr Inhalt von Sitzungen des Gremiums sein." Für Scheffler und Ahlers wird mit dieser "Neuausrichtung" das Forum zur Farce und zum Auslaufmodell. Die Bevölkerung hat ein Recht auf umfassende Information und Aufklärung über Gefahren und Risiken."

Gundremmingen:

Überflüssige Reaktoren

AKW-Gegner fordern die endgültige Abschaltung nicht nur eines, sondern beider Blöcke des Atomkraftwerks Gundremmingen

Nach der Katastrophe in Fuku­shima im Frühjahr 2011 verkündete die Bundesregierung den Atomausstieg: Acht von 17 Leistungsreaktoren blieben oder wurden abgeschaltet. Mit dem AKW Grafenrheinfeld bei Schweinfurt ging seither aber nur ein einziger Meiler endgültig vom Netz. Ende dieses Jahres folgt das Aus für Block B des AKW Gundremmingen bei Günzburg. Der baugleiche Block C soll aber bis Ende 2021 weiterlaufen. Das bringt die Atomkraftgegner von »Ausgestrahlt«, der Bürgerinitiative »Forum« und das Umweltinstitut München auf die Barrikaden. Sie haben deshalb gemeinsam die Kampagne »Wer B sagt, muss auch C sagen« gestartet und bereits über 28.000 Unterschriften für ihre Forderung nach einer Abschaltung beider Reaktoren noch in diesem Jahr gesammelt.

https://www.jungewelt.de/artikel/315197.%C3%BCberfl%C3%BCssige-reaktoren.html

Brunsbüttel:

seit 2007 abgeschaltet ... und immer noch gefährlich ! Wartungen, Überprüfungen und Kontrollen kosten halt ... und sowas schmälert den Profit der Betreiber:

Panne im Akw Brunsbüttel: Brandmeldeanlage teilweise ausgefallen

Erneut hat es im dauerhaft abgeschalteten Atomkraftwerk Brunsbüttel eine Panne gegeben. Bei Routineprüfungen der Brandmeldeanlage haben Experten einen Defekt an Teilen der Löschanlage festgestellt, wie das Energieministerium am Mittwoch in Kiel mitteilte. Dadurch wären zwei Löscheinrichtungen im Notfall nicht automatisch angesprungen. Sie hätten sich aber per Hand starten lassen. Die Atomaufsicht des Landes hat externe Experten zur Prüfung hinzugezogen.

https://www.shz.de/lokales/norddeutsche-rundschau/panne-im-akw-brunsbuettel-brandmeldeanlage-teilweise-ausgefallen-id17402931.html

das Ministerium meldet derweil: 

"Unabhängige Sachverständige hinzugezogen"

http://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/V/Presse/PI/2017_neu/0717/MELUR_170726_Brunsbuettel.html

Fragen (auch für den Abriss des AKW Biblis von Interesse - wir haben auch eine "grüne" Atomaufsicht):
- wer, wie & wann wurschtelt denn normalerweise so im AKW ?
- was heißt "von Hand ging es noch zu schalten" ??? Wie die Kurbel, wenn der Anlasser kaputt ist ?
- wer guckt von der Atomaufsicht da mal vorbei ? ... eher beim (Sekt-)Frühstuck mit dem Kraftwerkleiter mit anschließendem Rundgang & smaltalk ... oder wie ?
-wer ist denn mit "unabhängig" gemeint - der mit den Konzernen verbandelte TÜV etwa ... nee - oder ?