Zeitgleich mit allen anderen Betreibern hat RWE nun den Rücktransport von 7 Castoren aus der Wiederaufbereitungs-Anlage von Sellafield beantragt - just unmittelbar nach der Bundestagswahl, weil dieses Thema ebenso wie der NATO-Aufmarsch an der russischen Grenze und die skandalösen Verarmungs-Aktivitäten der Koalition von cDUsPD und zur Schonung der olivGRÜNEN aus dem "Wahlkampf" herausgehalten werden sollte:

pdf2017-09-29_KW_Biblis_stellt_Antrag_auf_HAW_Rückführung_final.pdf

Die Position der AntiAtomBewegung im Lande ist - ganz im Gegensatz zu den olivGRÜNEN - glasklar:

NIX REIN, NIX RAUS - solange es kein ENDLAGER gibt !

Frankreich (La Hague) & Großbritanien (Sellafield) haben Uran und Plutonium aus den abgebrannten Brennstäben für ihre Atomwaffen gewonnen und die Atomfabriken (euphemistisch "Wiederaufbereitungs-Anlagen" genannt) vekommen lassen. Beide Meeres-Zonen sind übel radioaktiv kontaminiert und so wollen sie den Restdreck so bald wie möglich abschieben.
Aber seltsamerweise war nach dem erste Anlauf 2014 erst mal Ruhe ... angeblich zwar in sog. "mündlichen Noten" der Bundesregierung den Briten und Franzosen schnell zugesagt, gab es doch keine Eile ... nun plötzlich ist das Thema wieder da, denn es gibt noch mehr Castor-Baustellen:

a) der 3.Castortransportauf  dem Neckar von Obrigheim nach Neckarwestheim steht an
b) der Export nach USA der "Brennstoffkugeln" aus Jülich und Hamm-Uetrupp muss in dieser Legislaturperiode auch vom Tisch ...
c) tausende von Atomtransporten auf Schiene, Straße, Flüssen und Meeren müssen weiterhin möglichst geräuschlos gemanaged werden ...

und das bei Fortdauer der Atommüllproduktion über die nächste Bundestagswahl hinaus !
Da will man jetzt (noch weit vor der nächsten Hessenwahl) die Castor-Nummer abgehakt haben.
Pickant ist dabei, dass RWE zwar Antrag stellt, die Einlagerung im Castorlager vom AKW Biblis nach dem Atomdeal aber eigentlich nix mehr angeht, denn das Lager hat der Bund für lau dem Betreiber abgekauft ... RWE geht die sache nichts mehr an !

AK.W.ENDE schreibt dazu:


"Noch im Sommer hatten die Energiekonzerne trotz angeblich "dringender verbindlicher Rückholverträge" beim Rücktransport von insgesamt 26 Castorbehältern aus Wiederaufarbeitungsanlagen in Frankreich und Großbritannien die Ruhe weg", schreibt AK.W.Ende Bergstraße in Reaktion auf Pressemitteilungen, wonach der Energiekonzern RWE bis zu sieben der Castoren aus Frankreich und England ab 2019 im Standort-Zwischenlager Biblis einlagern will. Sowohl AK.W.Ende-Sprecher Rainer Scheffler als auch Volker Ahlers, Vorsitzender des Vereins "Atomerbe Biblis" e. V. sehen bei Transport und Einlagerung "erhebliche zusätzliche Risiken und Belastungen für die Bevölkerung" und erinnern daran, dass die Betriebsgenehmigung für das Zwischenlager in Biblis 2046 erlischt. "Allein die Suche nach einem Endlager soll offiziell mindestens 15 Jahre dauern. Experten gehen indes von wesentlich längeren Zeiträumen aus", so Scheffler und Ahlers. Biblis B sei noch immer nicht "kernbrennstofffrei", für die dort befindlichen Sonderbrennstäbe seien noch keine speziellen Castoren mit zusätzlichen Innenbehältern genehmigt, heisst es weiter.
Scheffler und Ahlers sehen die jetzt gestellten Transport-Anträge von RWE im Zusammenhang mit der Neugründung von Fachbehörden und der Verlagerung von Zuständigkeiten: "Der Betrieb der Standort-Zwischenlager erfolgt ab 2019 durch die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ). Die Einlagerung der Castoren geschieht also unter Verantwortung des Bundes." Für die Bergsträßer Anti-Atom-Initiativen "eine weitere Aushebelung des ursprünglich im Atomgesetz festgelegten Verursacherprinzips zu Lasten und auf Risiko der Bürgerinnen und Bürger".


Castor-Behälter sollen nach Biblis

Der Energiekonzern RWE will bis zu sieben Castor-Behälter auf dem Gelände des Standortzwischenlagers in Biblis aufnehmen, die aus dem Ausland zurückkommen. Daher hat RWE einen entsprechenden Antrag beim Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit gestellt, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. In den Castoren befindet sich radioaktiver Abfall aus Deutschland, der in England wiederaufbereitet wurde.

Deutschland hat sich verpflichtet, die radioaktiven Abfälle aus den Wiederaufbereitungsanlagen in Frankreich und England zurückzuholen. Da keine weiteren Castorbehälter in das Zwischenlager in Gorleben eingelagert werden sollen, spricht sich RWE dafür aus, die Behälter in Biblis einzulagern.

Die Castoren sollen in den Jahren 2019 bis 2021 nach Deutschland gebracht werden. Der Betrieb des Standortzwischenlagers erfolgt ab 2019 durch die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ). Daher geschieht die Einlagerung der Castoren unter der Verantwortung des Bundes, so RWE weiter.

www.buerstaedter-zeitung.de/lokales/bergstrasse/biblis/castor-behaelter-sollen-nach-biblis_18215906.htm

umweltfairaendern.de/2017/10/atommuell-aus-waa-26-oder-auch-28-castoren-genehmigung-mit-oeffentlichkeitsbeteiligung-oder-hinter-verschlossenen-tueren/