ABB hatte mal die tolle Idee, AKWs mit Kugeln statt mit Brennelementen zu entwickeln und der Atomstaat (namentlich die sPD-Landesregierung in NRW) fand das Spitze ... und ließ bauen:

a) einen Versuchsreaktor in Jülich
b) einen Leistungsreaktor in Hamm-Uentrop

beide Projekte floppten, weil die Kugeln verklebten und nicht mehr moderierbar waren (ich will da nicht genau technisch drauf eingehen - könnt ihr aber googeln). Jetzt stehen die Ruinen seit Jahrzehnten in bedenklich strahlendem Zustand (im eigentlich "(un)sicherer Einschluss) rum und sind u.a. deshalb nicht voll rückbaubar, weil der hochradioaktive Müll nicht entsorgt werden kann.

Die USA wären interessiert - aber es ist nicht so einfach, das "Exportverbot" auszuhebeln; also denkt man jetzt jetzt an das "zentrale" Zwischenlager Ahaus.
In Brunsbüttel gibt es immer noch keine Genehmigung für das Zwischenlager - sie wurde ja entzogen, weil es z.B. für den Absturz großer Flugzeuge nicht als sicher genug vom Gericht eingeschätzt wurde.

Die weiteren Zwischenlager (so auch in Biblis) können derweil ungeniert weiter betrieben werden als ob es richterliche Entscheidungen in diesem Rechtstaat nicht das Papier Wert seien, auf dem sie geschieben stehen.

Weiterhin: das Thema "Heiße Zellen" wird von atomstaatlicher Seite weiterhin ignoriert; die Atomkonzerne geht es ja nichts mehr an und die neuen Besitzer (Atomstaat) äußern sich ablehnend, als sei die Frage der Reparatur von Castoren eben mal um 2-3 Legislaturperioden zu verschieben ...

by the way: Alle Zwischenlager (auf den Werksgeländen der AKW-Betreiber) sind nach dem Atomdeal jetzt in der Hand des Bundes und kein Mensch weiß, wie da das "Betreiben" zukünftig vonstatten gehen soll. Ich denke, der Atomstaat wird sie "outsurcen" an die Atom-Konzerne vor Ort, denn die haben das Fachpersonal und kennen sich aus mit den Castoren - haben sie ja schließlich befüllt. Dafür werden sie (nach dem Freikauf) noch mal ordentlich Geld damit verdienen!

Es ist also ein "ToWuWaBoWu" in der Frage, wie weiter mit den Zwischenlagern - es wird bei optimistischer Schätzung mindestens bis 2080 dauern bis ein "in den Sternen stehendes" Endlager dereinst befüllt werden kann. Vielleicht bringt die nächste Sitzung der "Atommüll-Konferenz" ein bisschen Klarheit da hinein:

12. Atommüllkonferenz
Samstag, 17. Februar 2018
11:00 – 17:00 Uhr
Volkshochschule Kassel
Wilhelmshöher Allee 19-21, 34117 Kassel

www.atommuellkonferenz.de/

Hier mal ein paar Artikel zum Thema, von dem man in den üblichen Qualitätsmedien so gar nichts mehr zu hören bekommt ! In diesem Zusammenhang meinen großen Dank an Dirk Seifert, der mit "umweltFAIRändern" (neben >ausgestrahlt<, das vor allem aktionsorienitert wirkt) hervorragende Informationen heraus gibt:

Atommüll in Ahaus: Sofortvollzug der Einlagerungsgenehmigung für Jülich-Castoren aufgehoben

http://umweltfairaendern.de/wp-content/uploads/2016/02/Zwischenlager-Ahaus-Foto-Betreiber-GNS.jpg

Der Grund, warum das BfE den Sofortvollzug aufgehoben hat, ist der weiterhin nicht absehbare Termin, wann denn Transporte von Jülich nach Ahaus erfolgen könnten. Das BfE geht wohl inzwischen nicht mehr davon aus, dass dies 2018 geschehen könnte. Aufgrund fehlender Sicherheitsnachweise für das Atommülllager in Jülich gibt es dort derzeit keine atomrechtliche Genehmigung für die Zwischenlagerung von 152 Castoren mit hochradioaktivem Atommüll aus dem ehemaligen Reaktor AVR mehr. Das Land NRW duldet die dortige Lagerung nur noch und hat die Betreiber aufgefordert, eine Lösung auf den Weg zu bringen. Seit Jahren heißt es formal, es werde geprüft, ein neues Lager in Jülich zu errichten, den Atommüll nach Ahaus zu verfrachten oder in die USA zu exportieren. Faktisch ist aber nicht erkennbar, dass die staatlichen Betreiber in Jülich an einer neuen Lagerhalle in Jülich arbeiten. Eine Einlagerungsgenehmigung für das Zwischenlager Ahaus war Anfang 2016 erteilt worden. Deren Sofortvollzug ist jetzt aufgehoben worden.

umweltfairaendern.de/2018/01/atommuell-in-ahaus-sofortvollzug-der-einlagerungsgenehmigung-fuer-juelich-castoren-aufgehoben/

umweltfairaendern.de/2016/09/wohin-mit-dem-castor-atommuell-aus-juelich-in-ahaus-waechst-widerstand-export-verbot-im-bundestag/

Keine Castortransporte von Jülich nach Ahaus

„Das ist eine notwendige und richtige Entscheidung“, begrüßt Hanno Raußendorf, umweltpolitischer Sprecher der Partei DIE LINKE in NRW, die Entscheidung des Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit.

www.scharf-links.de/42.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=63673&tx_ttnews%5BbackPid%5D=56&cHash=4188c5fba6


hier ein eminent wichtiger Artikel mit Fragen (ohne Antworten: z.B. "heiße Zellen", Konditionierung für die Endlagerung), die nicht erst in 10-20 Jahren geklärt werden dürfen !

Atommüll: Wie umgehen mit verlängerten Zwischenlagerzeiten?

Am Wochenende tagte das Nationale Begleitgremium zur Endlagersuche und beschäftigte sich mit dem Problem der deutlich verlängerten Laufzeiten für nukleare Zwischenlager. Es blieben viele Fragen offen.

Beate Kallenbach-Herbert vom Öko-Institut Darmstadt verwies in ihrer gutachterlichen Stellungnahme auf die vielen ungeklärten Fragen. Es gebe erheblichen Forschungsbedarf hinsichtlich der Frage, welchen Einfluss eine überlange Lagerzeit auf das Behälterinventar habe. Bisher gebe nur das Instrument einer periodischen Sicherheitsüberprüfung, Messungen und eine Inaugenscheinnahme von außen. Für die Reparatur eines defekten Primärdeckels sei eine „heiße Zelle“ vonnöten, wegen der starken Strahlung also eine ferngesteuerte Arbeit hinter dicken Betonmauern. Doch weil bisher eine Langzeitlagerung nicht angedacht worden ist, gebe es nicht einmal ein Regelwerk zur Überprüfung des Behälterinventars.

Prof. Bruno Thomauske, einst zuständig im Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), warnte in der Diskussion eindringlich davor, bestehende Genehmigungen einfach zu verlängern. Defekte Hüllrohre von abgebrannten Brennelementen könnten zerbröseln, Thomauske schloss die Gefahr einer Kritikalität nicht aus. Zu bedenken sei auch, dass die 1.900 Castorbehälter, die es bis zum Ende der Atomkraftnutzung geben wird, bewegt werden müssen – hin zu einem Endlager. Seiner Meinung nach dürfe einem Endlagerstandort keinesfalls auch die Konditionierung vor Ort zugemutet werden. Denkbar seien mehrere zentrale Zwischenlager an denen die Behälter für die Endlager vorbereitet würden.

wendland-net.de/post/atommuell-wie-umgehen-mit-verlaengerten-zwischenlagerzeiten-15292


Atommüll-Export: USA erklärt Atommüll aus Jülich und Hamm-Uentrop für umweltverträglich

http://umweltfairaendern.de/wp-content/uploads/2015/10/AVR-Castor-Lager-FZ-Juellich_001-1030x686.jpg

Die USA haben im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung die grundsätzliche Machbarkeit erklärt, hochradioaktiven Atommüll aus dem kommerziellen Versuchsreaktor Jülich und dem THTR Hamm-Uentrop zu übernehmen. Einen entsprechenden Bericht hat das Department of Energy vor wenigen Tagen veröffentlicht. Das ist noch keine Entscheidung, dass tatsächlich Atommüll-Exporte aus Deutschland in die USA stattfinden werden. Die „Endlager“-Kommission hatte sich für ein Export-Verbot solcher Abfälle ausgesprochen. Während die Bundesregierung immer wieder betont, dass lediglich ein Export der Jülicher Abfälle Thema für einen Export wäre, geht man in den USA davon aus, dass auch die THTR-Abfälle übernommen werden könnten. Ziel in den USA ist die Atomwaffenschmiede Savannah River Site (SRS).

umweltfairaendern.de/2017/12/atommuell-export-usa-erklaert-atommuell-aus-juelich-und-hamm-uentrop-fuer-umweltvertraeglich/


Hochradioaktiver Atommüll in Brunsbüttel: Atombehörde verlängert Ausnahmezustand für Castorlager

http://umweltfairaendern.de/wp-content/uploads/2015/11/Castor-Vattenfall-Zwischenlager-Brunsb%C3%BCttel.jpg

chleswig-Holsteins Atombehörde verlängert den Ausnahmezustand zur Lagerung von Castor-Behältern mit hochradioaktivem Atommüll am AKW Brunsbüttel. Nachdem ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Schleswig vor rund drei Jahren die Genehmigung für das Castor-Lager aufhob, weil mehrfach Sicherheitsnachweise nicht erbracht werden konnten, wird die Lagerung des Atommülls nur noch per Ausnahmegenehmigung geduldet. Trotz fehlender atomrechtlicher Genehmigung hatte die Behörde des grünen Energieministers Robert Habeck erlaubt, dass Vattenfall weiterhin Castoren aus dem benachbarten AKW in das nicht genehmigte Lager bringen konnte. Jetzt hat die Behörde in Kiel den Ausnahme-Zustand für das Zwischenlager Brunsbüttel für zwei Jahre verlängert.

umweltfairaendern.de/2017/12/hochradioaktiver-atommuell-in-brunsbuettel-atombehoerde-verlaengert-ausnahmezustand-fuer-castorlager/