AKWende ButtonPresseerklärung vom 23. 2. 2018:

Zwischenlager „auf Dauer”

Anti-Atom-Initiativen fordern neues Sicherheitskonzept mit Bürgerbeteiligung

Die Zeitprognosen im Schlußbericht der Endlager-Kommission des Bundestages vom Sommer 2016 sind eindeutig: Entscheidung über ein mögliches Endlager frühestens 2058, Einlagerung ab 2117 oder später. Das Standort-Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll in Biblis hat eine Betriebsgenehmigung bis 2046. Nach Auffassung der Bergsträsser Anti-Atom-Initiativen AK.W.Ende Bergstrasse und "Verein Atomerbe Biblis" e. V. "ist eine schlichte Verlängerung der Betriebsgenehmigung keineswegs ausreichend. In Biblis müssen die Sicherheitsstandards insbesondere vor dem Hintergrund terroristischer Angriffe (gezielter Flugzeugabsturz, Angriff mit panzerbrechenden Waffen neuesten Typs) massiv erhöht werden."

Für AK.W.Ende-Sprecher Rainer Scheffler muss deshalb "ein neues langfristiges Sicherheitskonzept unter Beteiligung der Öffentlichkeit entwickelt werden, ganz unabhängig davon, Ob das Standort-Zwischenlager in Biblis ab Anfang 2019 in die Zuständigkeit der neuen bundeseigenen Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) übergeht. Öffentlichkeitsbeteiligung meint hier eine breite gesellschaftliche Debatte über den risikoärmsten Umgang mit der möglicherweise jahrzehntelangen Zwischenlagerung von hochradioaktivem Atommüll."

Volker Ahlers, Vorsitzender von "Atomerbe Biblis", verweist auf das "Brunsbüttel"-Urteil, in dem gerade die Terrorgefahr eine zentrale Rolle spielt. Ahlers: "das Urteil darf als Hinweis darauf gewertet werden, dass Zwischenlager-Bautypen wie in Biblis kaum Aussicht auf eine Verlängerung haben. Es sei denn, die Genehmigungsanforderungen werden gesetzlich aufgeweicht."