AKWende ButtonPresseerklärung vom 12. 3. 2018:

Castor-Transporte nach Biblis
AK.W.Ende Bergstrasse: "Atompolitische Geisterfahrt"

Mit dem RWE-Antrag zur Rückholung und Einlagerung von bis zu 7 Castoren aus der Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) Sellafield/England ins Standort-Zwischenlager Biblis vom September 2017 wurde nach Meinung der Anti-Atominitiative AK.W.Ende Bergstrasse "eine weitere Etappe der atompolitischen Geisterfahrt von Politik und Atomwirtschaft eingeleitet." Die Gruppe erinnerte bei ihrer Sitzung im März in Bensheim daran, dass der damalige Landrat Wilckes (CDU) und sein Vize Matthias Schimpf (Grüne) sich ebenso wie der Bibliser Bürgermeister Kusicka noch im August 2015 vehement gegen den Transport nach Biblis ausgesprochen hatten. AK.W.Ende weiter: "Während die grüne Hessische Umweltministerin Hinz von einer "moralischen Pflicht" zur Zwischenlagerung sprach, hielt es Ministerpräsident Bouffier noch im Januar 2014 für "nicht zielführend, Castor-Transporte aus dem britischen Sellafield, die wir mit tausenden Polizeibeamten absichern müssen, von der Küste aus hunderte von Kilometern durchs Land zu schicken." (FR v. 06.01.2014). Biblis-Kraftwerksleiter Kemmeter schließlich wird noch im April 2015 in der Regionalpresse mit den Worten zitiert: "Platz für Rücktransporte von Atommüll aus den Wiederaufarbeitungsanlagen La Hague... und Sellafield... sei nicht vorhanden." (Bergsträsser Anzeiger v. 11.04.2015)."

Trotzdem hätten die Befürworter der Rücktransporte der Öffentlichkeit weismachen wollen, die Castor-Transporte müssten aufgrund völkerrechtlich bindender Verträge zügig erfolgen. Jetzt sollen die Transporte der insgesamt 26 Castoren ab 2019 beginnen, so AK.W.Ende-Sprecher Rainer Scheffler weiter.

Tatsächlich war die "Wiederaufarbeitung" für AKW-Betreiber und Politiker von Beginn an eine zumindest zeitweise Entschärfung des bis heute andauernden Atommüll-Desasters, für das es immer noch keine Lösung gibt, heißt es abschliessend.

Zur Ergänzung von mir 3 Anmerkungen:

  1. "Wiederaufbereitung" war ja für beide Seiten von Interesse: La Hague und Sellafield sind in erster Linie Atombombenfabriken. Es ging Franzosen und Briten ums Plutonium. Folge: beide Orte sind weiträmig verseucht (insbesondere die Meere) ...
  2. Wilkes ließ sogar gegen das Zwischenlager in Biblis CDU-Traktoren fahren und einen Flieger mit der Parole dagegen aufsteigen - ja, der Wilkes hatte wenigstens einen Arsch in der Hose - im Gegensatz zu seinem feigen Nachfolger:
    www.morgenweb.de/suedhessen-morgen_artikel,-buerstadt-feldzug-gegen-zwischenlager-_arid,163535.html
  3. die "vökerrechtlich bindenden Verträge" entpuppten sich nach einer "kleinen Anfrage" der LINKEN im Bundestag als "mündliche Noten" (???) - wir sollten uns an das Außenministerium wenden ...

hier noch ein link zu aktuellen Lage:

umweltfairaendern.de/2018/03/akw-brokdorf-hochradioaktiver-atommuell-aus-sellafield-noch-2018/

... und wer mal nachlesen will, was da mal war - denn we weiß das schon nach über 40 Jahren:

www.hr-online.de/website/archiv/2011/index.jsp?rubrik=70920&key=standard_document_43292694


Presseerklärung vom 15.03.2018#

Zweites "Dauerlager" in Biblis?

"Nun ist es amtlich", schreibt AK.W.Ende Bergstrasse in einer Stellungnahme zu aktuellen Meldungen, wonach das einzige bisher genehmigte Atommüll-Endlager Deutschlands, der Schacht Konrad bei Salzgitter, noch einmal mindestens 5 Jahre später als geplant fertig wird. Eine entsprechende Nachricht verbreitete Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, vor wenigen Tagen. AK.W.Ende Bergstrasse erinnert daran, dass das im Bau befindliche 2. Standort-Zwischenlager in Biblis für schwach- und mittelradioaktive Abfälle und Reststoffe, dessen baurechtliche Genehmigung ohne Umweltvertraglichkeits-Prüfung und Öffentlichkeits-Beteiligung erteilt wurde, mit der Massgabe eines "Abflusses zum Endlager Schacht Konrad" (so Kraftwerksleiter Kemmeter in der Regionalpresse im Juni 2016) errichtet wird. "Schon damals war die Verfügbarkeit von Schacht Konrad von 2019 auf 2022 verschoben worden, weil es bis heute massive Probleme bei der Standfestigkeit der Schächte des ehemaligen Eisenerzbergwerks und Wassereinbrüche gibt", so AK.W.Ende-Sprecher Rainer Scheffler. "Ursprünglich war die Einlagerung des Atommülls in die Schachtanlage, deren Auswahl nie Ergebnis eines Vergleichs verschiedener Standorte nach klaren Kriterien war, schon für Anfang der 1990er Jahre vorgesehen. Die Planungen stammen aus dem 1980ern, entsprechen also schon lange nicht mehr dem Stand von Wissenschaft und Technik. Nur der Hartnäckigkeit der "Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad", die seit 30 Jahren die Aktionen gegen das Atommüll-Projekt koordiniert, ist es zu verdanken, dass es jetzt wenigstens zu einer Überprüfung sicherheitsrelevanter Anforderungen kommt."

Für AK.W.Ende Bergstrasse zeigt sich auch in diesem Zusammenhang einmal mehr: "Zu Hoch-Zeiten der Atomenergie erweckten die "nuklearen Zwillinge" Politik und Atomwirtschaft den Eindruck, die "Entsorgung" des wachsenden Atommüll-Bergs sei kein Problem. Die Zeche zahlt jetzt die Bevölkerung. Möglicherweise mit einem 2. "Dauerlager" in Biblis."


T E R M I N E

Montag, 09. April, 18.00 Uhr: Info-Forum zum Biblis-Abbau im Bürgerzentrum Biblis
und
Montag, 09. April, 19.00 Uhr: Bensheimer "Grüne Runde" der GLB im Präsenzhof: "Erhard Renz über das Biblis-Forum"

(Anmerkung dazu: Entweder sind die Grünen nicht in der Lage, Termine vernünftig abzustimmen oder sie räumen dem von "ihrer" Ministerin einst initiierten "Forum für Bürgerbeteiligung und Transparenz" keinen großen Stellenwert ein)

Montag, 16. April, 19.00 Uhr: AK.W.Ende-Sitzung im Präsenzhof