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Nr. 186 – 20. 2. 2016

Inhalt:

  1. Sicherheitskonzept CASTOR ist gescheitert
  2. CDU-Bürgermeister von Biblis für "zentrale Zwischenlager"
  3. ... und viel strahlender Müll
  4. Folgekosten geregelt ?
  5. Kommt ein Castor gefahren
  6. AKW Neckarwestheim - eine geologische Zeitbombe
  7. Leck in AKW bei NewYork
  8. Ankündigung der nächste AK.W.ENDE-Sitzung
  9. Mahnwachen in Bensheim - auch nach der 250sten wichtig & nötig

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Sicherheitskonzept CASTOR ist gescheitert

dieser Artikel zeigt auf, in welcher Sackgasse die Atommüll-Debatte gerade steckt: Terrorismus, unsichere Lager & Castoren, verkorkste Endlagersuche. Die Alternative „sicherer Einschluss” wird - weil vor Ort unpopulär - von offizieller Seite überhaupt nicht erst diskutiert; vielleicht träumen unsere Politiker doch den schönen Traum. „Ab nach Sibirien” ... und so „bittet” der Bundesrat die Bundesregierung inständig, sich etwas einfallen zu lassen ...

Die Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle muss auf den Prüfstand: „Der Bundesrat hält eine intensive Befassung der Bundesregierung mit der Frage der weiteren Zwischenlagerung der radioaktiven Abfälle einschließlich bestrahlter Brennelemente über bisherige Genehmigungszeiträume hinaus für dringend geboten, da die Suche und Inbetriebnahme eines Endlagers für insbesondere hoch radioaktive Abfälle nach dem Standortauswahlgesetz absehbar noch Jahrzehnte dauern wird.Der Bundesrat bittet daher die Bundesregierung, die erforderlichen Voraussetzungen für die absehbare Verlängerung der Zwischenlagerung zu erarbeiten und dafür Sorge zu tragen, dass diese verlängerte Zwischenlagerung auf den dafür notwendigen Zeitraum beschränkt bleibt.“ So heißt es im besten Beamtendeutsch in einem Beschluss des Bundesrats vom November 2015 (http://umweltfairaendern.de/wp-content/uploads/2016/02/Bundesrat-NaPro-0390-15B.pdf.)

Der eigentlich Kern: Das Konzept der oberirdischen Zwischenlagerung von hochradioaktivem Atommüll in Castor-Behältern ist am Ende.

Der Castor als Zwischenlager-Konzept ist gescheitert

Die CDU spielt ihr altes Spiel: Statt mit der AntiAKW-Bewegung den strahlungs-und angriffssicheren Ausbau der Standort-Zwischenlager zu fordern, schreien sie „weg mit” und „ab nach Gorleben”. Dass es jetzt heißt „zentrales Zwischenlager” ist nur Tarnung ihrer eigentlichen Forderung, Gorleben als zentrales Zwischen- und Endlager durchzubringen.

Dass der CDU-Bürgermeister das auch so sieht ist klar – getrieben von den Rechtsradikalen in Biblis, die das genauso sehen.

Atommüll-Bürgermeister fordern mehr Beteiligung und zentrales Castor-Lager

Bürgermeister der Atomstandorte in Deutschland fordern mehr Beteiligung beim Umgang mit den hochradioaktiven Abfällen und der Zwischenlagerung. Auf einem Treffen der ASKETA (Arbeitsgemeinschaft der Standortgemeinden kerntechnischer Anlagen in Deutschland) am 14. Januar 2016 formulierten die Bürgermeister ihre Forderungen an die Bundesregierung in Sachen Atomausstieg, „Endlagersuche“ und vor allem mit Blick auf die Zwischenlagerung. Sie fordern u.a. auch ein neues zentrales Zwischenlager für die hochradioaktiven Abfälle, das etwa 2045 zur Verfügung stehen müsste.

Gleichzeitig wurden auf dem Treffen die Vorsitzenden neu gewählt. Neuer Vorsitzender ist Stefan Mohrdieck, Bürgermeister in Brunsbüttel und seine Stellvertreter sind der Niederaichbacher Bürgermeister Josef Klaus und der Bürgermeister von Biblis, Felix Kusicka.

Bürgermeister der AKW-Standorte werden aktiv

Ein wichtiger Artikel über ein bayerisches AKW. Raimund Kamm vom „Forum gegen das Zwischenlager” hat ein Problem: Im Gegensatz zu uns in der Umgebung des AKW Biblis, die wir einen Ausbau des Standortzwischenlagers als bomben-und strahlungssicheren Bunker fordern verlangt er ein anderes Zwischenlager und das nicht unbedingt direkt am AKW-Standort:

" ...Wir an den Zwischenlagerorten haben das Problem „vor der Nase.“ Wir ahnen, was da auf unsere Kinder und Enkel zukommt, wenn dieser tödlich strahlende Müll auf unabsehbare Zeit in den supergefährlichen Zwischenlagern bleibt. Aus der Berliner Endlagerkommission hört man, dass in diesem Jahrhundert noch kein Endlager bereit stehen wird. Insofern mache ich mich für neue, wesentlich weniger gefährlich gebaute Zwischenlager stark ..." 

wie soll das gehen ? Mal hören, was da noch so an Diskussionen kommt ...

Deutschlands größtes Atomkraftwerk Gundremmingen gilt als besonders gefährlich

Viel Strom und viel strahlender Müll

Nahe Gundremmingen im schwäbischen Landkreis Günzburg steht an der Donau Deutschlands größtes Atomkraftwerk. Die beiden Reaktorblöcke B und C – Block A wurde bereits 1977 nach einem schweren Unfall vom Netz genommen – lieferten im vergangenen Jahr rund 20,3 Milliarden Kilowattstunden Strom. Mit rund zwei Tonnen produzierte die Anlage bis heute so viel radioaktiven Schrott, dass damit rechnerisch die gesamte Bevölkerung der Erde umgebracht werden könnte. Kein einziges Kilo davon ist bislang entsorgt.

AKW Gundremmingen - das gefährlichste AKW Deutschlands

tja - dieser Artikel ist vom 06.02. und da es wohl eine „Vorab-Information” und keine Ente war, ist zu fragen, was da nun eigentlich für ein Kompromiss erzielt wurde? Offen ist wohl das Wesentliche: Kommen alle Rückstellungen – sofort oder eher irgendwann & „Zuschieß”-Pflicht (welch ein scheußliches Wort) zur vollen Kostenübernahme durch die Energiekonzerne – ohne Beteiligung der Steuerzahler ... man wird sehen, wo die Fußangeln sind ...

Atomausstieg: Angeblich Kompromiss erzielt

Hamburg. In den Verhandlungen über die Finanzierung des Atomausstiegs zeichnet sich laut Spiegel ein Kompromiss ab. Anstelle des von den Energiekonzernen RWE, E.on und Vattenfall geforderten Stiftungsmodells solle ein milliardenschwerer Fonds gebildet werden, der zu einem Teil aus den Rücklagen der Konzerne gespeist werde, berichtete das Magazin laut Vorabbericht vom Freitag unter Berufung auf Teilnehmer der von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkommission.
Mit dem Fonds sollen demnach die Kosten der Endlagerung und möglicherweise auch der Zwischenlagerung für radioaktive Abfälle bezahlt werden. Der Rückbau und die Entsorgung der Atomkraftwerke bleibe in der Verantwortung der Konzerne. Offen ist laut Spiegel, wie hoch die Einzahlungen der Konzerne in den Fonds sein sollen. (AFP/jW)

Atomausstieg - wer zahlt ?

dazu auch folgender bezeichnender Artikel aus der ZEIT:

Wer zahlt für den Atomausstieg?

Eine Kommission soll Vorschläge machen. Doch ein Dilemma ist nicht zu lösen: Entweder gehen RWE und Co pleite – oder der Staat zahlt für ihren Müll.Dumm gelaufen. Dieses Fazit wird die Atomkommission in den kommenden Tagen ziehen. Garniert mit vielen Zahlen und schönen Worten werden die 19 Experten in ihrem Abschlussbericht zugeben müssen, was viele längst ahnen: Die Kernkraftgegner hatten recht. Die Produktion von Atomstrom ist nicht nur gefährlich, sondern auch teuer – und das noch lange nachdem das letzte Kraftwerk verschwunden sein wird.

Wer zahlt für den Atomausstieg

Die Skandale in den AKWs sind vielfältig – immer verharmlost & vertuscht durch die Genehmigungsbehörden – meist geführt von GRÜNEN:

„Geologische Zeitbombe“ nennt die BUND-Chefin in Baden-Württemberg die Praxis am AKW Neckarwestheim, permanent Grundwasser abzupumpen. Jetzt soll die Genehmigung dafür verlängert werden. „Der BUND hat große Bedenken hinsichtlich der Stand- und der Betriebssicherheit und hält eine Verlängerung für unverantwortlich.

AKW Neckarwestheim

Der Atommüll müllt die Funktionäre des Atomstaates zu - sie wissen nicht wohin damit ... und begründen Land auf Land ab den Atommülltourismus:

Hochradioaktiver Erörterungstermin am Neckar

Castoren aus dem AKW Obrigheim ins AKW-Zwischenlager Neckarwestheim

Jede Menge Atommüll beim Rückbau des AKW Obrigheim: Castoren mit hochradioaktivem Atommüll sollen zum AKW Neckarwestheim verschifft werden. Foto: Dirk Seifert: umweltverändern

BUND Baden-Württemberg: „Schippert bald Atommüll über den Neckar? Zumindest hat das Landratsamt Heilbronn bereits ein Planfeststellungsverfahren für den Bau und den Betrieb einer Umschlaganlage für Atommüll am Neckarufer eingeleitet und die EnBW Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) 10.000 Quadratmeter Wald roden lassen. Der BUND in Baden-Württemberg kritisiert das Vorgehen der EnBW: Der Konzern schafft Fakten, ohne dass eine Genehmigung für den Transport der hoch radioaktiven Brennelemente vorliegt. Außerdem lässt das Landratsamt keine Umweltverträglichkeitsprüfung durchführen und keine alternativen Wege für den Transport des Atommülls prüfen.

Atommüll-Tourismus: Castoren von Obrigheim nach Neckarwestheim

Auch diese Gefahr droht:

Erhöhte Radioaktivität

Die Atomkraftwerke von Indian Point in der Nähe von New York sind undicht. Im Grundwasser unter ihnen wurde erhöhte Radioaktivität gemessen.
In der Nähe eines Atomkraftwerks im US-Bundesstaat New York ist eine deutlich erhöhte Konzentration von radioaktiven Stoffen im Grundwasser gemessen worden. Die Werte an den Reaktoren in Indian Point lägen um das 650-fache über dem Normalwert (...)

Grundwasserverseuchung durch AKW in den USA

AKWende Button

AK.W.ENDE Bergstraße trifft sich wieder am 14. März um 19 Uhr in Bensheim (nach der Mahnwache auf der Mittelbrücke) in der „Nibelungenquelle“

  1. Vorbereitung „T30“ am 24. 4. 2016: Aufruf, Ablauf, Reden, Orga (Bericht von der Regional-Sitzung vom 20. 1.)
  2. Nachlese: Fahrt nach Neckarwestheim zur „F5-Demo” am 6. März
  3. Sicherheit von Castoren & Zwischenlagern
  4. Genehmigung für Rückbau ?
  5. InfoForum – wann & wie weiter ?
  6. sonstiges...

jede Woche stehen wir auf der Mittelbrücke in Bensheim mit unserem Transparent "Fukushima nicht vergessen" - seit des atomaren Desasters in Japan vor 5 Jahren ! Es sind wohl an die 250 Mahnwachen zusammen gekommen ...
Da ist es mal an der Zeit, dem Initiator Robert und den Mitmacher*innen herzlich zu danken. Mal sind es 5-6 Menschen, mal an die 20 ... nur wenn Weihnachten ... auf den Montag fiel, fiel die Mahnwache aus. In die Zeitung haben Roberts Ankündigungen immer gefunden - mal kürzer mal länger ... und wir wurden ernst genommen - hatten viele gute Gespräche ! Jetzt macht Ursula die Ankündigungen - auch ihr ein herzliches Dankeschön.

für die Samstag-Zeitung ging dieser Text raus zur bisher letzten Mahnwache :

„Die Bürgerinitiative AK.W.ENDE Bergstraße lädt zur Teilnahme an der Fukushima-Mahnwache am Montag (15.2.) um 18 Uhr auf die Mittelbrücke in der Bensheimer Fußgängerzone ein. Schon wieder sorgt das belgische Atomkraftwerk Tihange 2 für Diskussionsstoff. Wie aktuell in der Tagesschau berichtet wurde, entsteht eine zusätzliche Gefahr aufgrund der Tausende Haarrisse im Reaktordruckbehälter. Wenn im Fall eines Wasserverlustes kaltes Kühlwasser eingepumpt werden müsste und die Temperatur dadurch auf unter 40 °C absinken würde, könnte der marode temperaturempfindliche Druckbehälter bersten. Derzeit wird im belgischen Innenministerium die Forderung eines Wissenschaftlerrats behandelt, den Umkreis um belgische AKWs, in dem vorsorglich Jodtabletten als Notvorrat an die Bevölkerung ausgeteilt werden sollen, von 20 auf 100 km zu erhöhen. Auch der Oberbürgermeister der Stadt Aachen beabsichtigt, an Schulen, Kindergärten etc. für den Notfall Jodtabletten verteilen zu lassen, und die Stadt Aachen hat im Dezember eine Katastrophenschutzübung durchgeführt.“

– jeden Montag um 18 Uhr in
Bensheim auf der Mittelbrücke – ein äußerst kommunikativer Ort !!!

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 > Fukushima ist überall <

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Vier Jahre nach Fukushima:
Japan beschließt Wiedereinstieg in die Atomkraft

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