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Nr. 193 – 10. 7. 2016

Inhalt:

  1. „Außer Spesen nix gewesen”
  2. Endlagersuche
  3. Billig-Rückbau
  4. RWE heult mal wieder
  5. Castor Pfusch
  6. Fukushima-Mahnwache Nr. 266

Rundbriefe Header 2

Für wen schreibe ich eigentlich diesen Rundbrief ?

Es gibt bisher kein „feedback” von den über 400 Empfängern ... und so ist es nach meiner 7-wöchigen Reisepause nötig, mir mal eben Rechenschaft abzugeben:

  1. Sicher erstmal für mich selbst – weil so bleibe ich fit – generell & beim meinem Thema „Atomkraft”:
    Wenn schon so wenig diskutiert wird dazu in einer Region mit einem abgeschalteten AKW in Biblis, so muss ich mich schon umsehen, was im Lande und darüber hinaus so passiert ! Das beste Beispiel ist die Sprachlosigkeit des hiesigen Vereins „Atomerbe Biblis” zum Agieren der Vertreter des Atomstaates – was in gewisser Weise ähnlich schlimm ist, wie die allgemein verbreitete Meinung: „es ist doch eh schon alles gelaufen”.

  2. Es gibt so viele Quellen aus den Regionen – Medien, Initiativen & Verbände –, dass es schon nötig ist, den „Dschungel” zu durchdringen und Licht ins von den Konzernen und den Vertretern des Atomstaatzes gewollte Dunkel zu bringen und selbst ein bisschen Durchblick zu behalten. Ich nenne hier nur 2 ganz wichtige (über „facebook” zu erreichen):

    umweltFairaendern 


    2.000.000 gegen Atomstrom:-)


    Ich weiß – viele mögen facebook nicht und es gibt eine Menge gute Gründe dafür (Scheinwelt, Datenstaubsauger, sinnfrei) – nur ist es für mich eine sehr nützliches Portal, um an direkte Quellen zu kommen, statt Katzenbildchen & Selfies auszutauschen ...

  3. Vielleicht schreibt ja in 100 Jahren eine Studentin der Fachrichtung „Reinigung einer versauten Welt” eine Seminararbeit zum Thema: wieso haben die „Energiekonzerne” obsiegt, trotz „Zivilgesellschaft” & trallala ? ... oder eben gerade wegen dieses schleimigen „grünen” Mischmaschs einander ausschließender Interessen z. Zt. in der sog. „Endlagersuchkommission”!

  4. Vielleicht ist es eben doch wichtig – auch bei den Durchquerungen der Ebene – die Hoffnung am Leben zu erhalten, dass die Menschen sich nicht ewig alles gefallen lassen mögen.

„Man kann ein ganzes Volk eine Zeit lang belügen – Teile eines Volkes dauernd betrügen; aber nicht das ganze Volk dauernd belügen und betrügen”
Abraham Lincoln (1809-1865).

Meine 400 Adressaten sind mir dafür wichtig!

Stellungnahme zum Ergebnis der Kommission „Lagerung hoch radioaktiver Abfälle”

pdfstellungnahme_abschlussbericht_kommission.pdf

und hier die persönliche Einlassung von Jochen Stay („ausgestrahlt”) auf der Bundespressekonferenz:

Stellungnahme der AntiAtombewegung zum Scheitern der Endlagerkommission
pdfbpk_statement.pdf

Gorleben nicht abgehakt

Atomkraftgegner werfen Endlagerkommission Scheitern auf ganzer Linie vor

www.jungewelt.de/2016/07-06/015.php

... und was meint die staatstragende „Grüne” vom „Tagesspiegel” dazu, die im Vorfeld die AntiAtomBewegung als feige beschimpft hatte ?

Es hat sich gelohnt

Quälende Debatte, nicht enden wollende Sitzungen, harte Konflikte: Die Endlagerkommission hat sich nichts geschenkt, aber einen beachtlichen Kompromiss ausgehandelt. Ein Kommentar von Dagmar Dehmer

Jubel pur !

Wer sich mit dem (beabsichtigten) Durcheinander bei der Endlagersuche im Berliner Dschungel-Camp beschäftigt, das nur dazu da ist, Zeit zu schinden, um Gorleben dann doch als letzte Möglichkeit übrig zu haben (allein das Spielchen über „Kristallin-Gestein” ist Theater vom Feinsten); wer sich also doch wenigstens ein bisschen auskennen mag mit dem Problem – hier ein recht informativer Artikel:

Nachgebohrt

www.grs.de/endlagerung-in-tiefen-bohrloechern

hier gehts zum Hickhack (gut, dass die AntiAtomInitiativen und die meisten Umweltverbände da nicht mitgespielt haben):

Grüner Habeck warnt vor Scheitern der Atom-Endlagersuche
Die Suche nach einem Atommüll-Endlager soll bald beginnen – zumindest tagt die vorbereitende Kommission nun zum letzten Mal. Eines ihrer Mitglieder warnt in deutlichen Worten vor einem Scheitern.

www.dw.com/de/gr%C3%BCner-habeck-warnt-vor-scheitern-der-atom-endlagersuche/a-19359056

und dazu ein Leserbrief an den „Bergsträßer Anzeiger” vom AK.W.ENDE-Mitstreiter Rainer Scheffler:

Endlager-Kommission: Vertrauensbildung sieht anders aus

Die Mitglieder der „Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe” des Bundestages werden mit Ausnahme des Kommissionsmitglieds BUND am 5. Juli offiziell einen über 500 Seiten umfassenden Empfehlungskatalog mit Kriterien für ein zukünftiges Atommüll-Endlager vorlegen, der leider kein Ergebnis eines gesamtgesellschaftlichen Verständigungsprozesses ist. Stattdessen wurde als Arbeitsgrundlage der Kommission ein vermeintlicher Konsens inszeniert und simuliert, der u.a. die Kriminalisierung der Anti-Atom-Protestbewegung in der Vergangenheit ebenso ignoriert wie die jahrzehntelangen Tricksereien, Lügen und Täuschungen, um den Standort Gorleben als Endlager politisch gegen massiven Widerstand durchzusetzen. Gorleben bleibt im Verfahren. Dass es dort kein wasserabweisendes Deckgebirge gibt, ist offenbar kein Ausschlussgrund für die Kommission. Die Mitglieder der Kommission müssen sich fragen lassen, für welche Zeiträume sie eigentlich ihre Endlager-Kriterien entwickelt haben? Oder ging es lediglich darum, den Zeitplan bis zur Vorlage eines Schlussberichts einzuhalten? Ach ja, die - auch im Zusammenhang mit dem Biblis-Rückbau vielgepriesene „Bürgerbeteiligung und Transparenz” wird in Sachen Endlager so aussehen: Der Bundestag wird die sog. „Legalplanung” vornehmen. Gerichte, vom Bürger angerufen, stellen dann lediglich fest, ob das Verfahren der gesetzlichen Regelung zur Endlagerauswahl rechtens ist.

Rainer Scheffler

 

es ist doch immer wieder schön, wenn man die Motive beim Rückbau von AKWs so offen zu lesen bekommt, wie hier bei einem Bericht über das AKW Philippsburg:

Beim Abriss der Atomkraftwerke werden Millionen Tonnen Beton und Stahl zu Müll - doch was ist mit der nuklearen Strahlung? Nur etwa ein Prozent der Gesamtmasse der AKW sollen als radioaktiver Abfall endgelagert werden. Der Großteil wird dekontaminiert, also von der Strahlung gereinigt. Dann gelten die AKW-Überreste als gewöhnlicher Müll und landen auf Deponien oder sogar im Recyclingkreislauf. Das ist deutlich günstiger als die Entsorgung in Zwischen- und Endlagern.

Doch Strahlenexperten und Mediziner warnen vor der unkontrollierten Verbreitung des Atomschrotts. Denn dekontaminiert heißt nicht: strahlenfrei. Es müssen lediglich die Freigabewerte der Strahlenschutzverordnung eingehalten werden. Dann gilt der Müll aus alten AKW als „freigemessen” und damit als sicher – obwohl es eine Reststrahlung gibt.

www.presseportal.de/pm/7840/3365826?fb_ref=Default&fb_source=message 

und hier ein hervorragender Bericht vom ZDF, der alle unsere Befürchtungen bestätigt - mit dabei Werner Neumann vom BUND, Gertrud Patan von „Atomerbe Obrigheim” und Wolfgang von AK.W.ENDE bei der Demo in Neckarwestheim, wo auch Ursula mal kurz durchs Bild huscht ;o) - hoffentlich in der Mediathek zu haben ... und vielleicht hat ihn auch jemand aufgenommen (für nichtkommerzielle Zwecke versteht sich):

Atomarer Rückbau
Neuer Stress mit alten Kernkraftwerken

Dabei sollen nur ein bis zwei Prozent der Gesamtmasse der AKW als radioaktiver Abfall endgelagert werden. Der Großteil wird dekontaminiert, also von der Strahlung gereinigt. Dann gelten die AKW-Überreste als gewöhnlicher Müll und landen auf Deponien oder sogar im Recyclingkreislauf. Das ist deutlich günstiger als die Entsorgung in Zwischen- und Endlagern.

Unkontrollierte Verbreitung?
Doch Strahlenexperten und Mediziner warnen vor der unkontrollierten Verbreitung des Atomschrotts. Denn dekontaminiert heißt nicht strahlenfrei. Es müssen lediglich die Freigabewerte der Strahlenschutzverordnung eingehalten werden. Dann gilt der Müll aus alten AKW als „freigemessen“ und damit als sicher. Obwohl es eine Reststrahlung gibt.

www.zdf.de/planet-e/beim-rueckbau-anfallender-freigemessener-schrott-kann-auf-muelldeponien-und-im-recycling-landen-43627336.html

www.zdf.de/planet-e/planet-e.-6019322.html

... was sich im Atomstaat beim Rückbau sonst so tut – hier ein kleiner Rundblick:

Brunsbüttel:

Am Ende wird das Material „freigemessen“ und verwandelt sich damit, rechtlich betrachtet, in ganz normalem Industrieschutt. „Emotional belastet“ bliebe es aber auf jeden Fall, sagt Nicola Kabel, Sprecherin des Umweltministeriums. Wohin also mit dem Schrott?

Das Ministerium schlägt vor, den Müll auf sieben Deponien zu verteilen ...

www.taz.de/!5312708/

Obrigheim/Neckarwestheim:

Die Gemeinde Neckarwestheim will eine mögliche Zwischenlagerung von abgebrannten Brennelementen aus dem abgeschalteten Kernkraft Obrigheim auf ihrem Gebiet verhindern.

www.welt.de/regionales/baden-wuerttemberg/article156363873/Neckarwestheim-will-keine-Brennelemente-aus-Obrigheim-lagern.html

... und hier die Stellungnahme der Initiative vor Ort und vom BUND:

EnBW-Wunschkonzert mit hochradioaktivem Atommüll!

ABC zum Schiffstransport

ENBW-Pläne: Kein Atommüll-Shuttle auf dem Neckar

www.bund-bawue.de/nc/presse/aktuelle-pressemitteilungen/detail/artikel/kein-atommuell-shuttle-auf-dem-neckar/

Mülheim-Kärlich:

Turbinenwellen aus dem nichtnuklearen Teil auf dem Rhein – ok ... aber keine hochradioaktiven Castoren auf dem Neckar von Obrigheim nach Neckarwestheim !

Ein Atomkraftwerk wird abgebaut: Generatorteile aus Mülheim-Kärlich abtransportiert.

www.rhein-zeitung.de/region/lokales/koblenz_artikel,-tonnenschwerer-akwgenerator-reist-vom-rhein-nach-Aegypten-_arid,384734.html

Grafenrheinfeld:

Ein besonders krasses Beispiel von Verharmlosung – alles harmlos wie Kindergeburtstag oder Präsentation von Panzern der Bundeswehr beim Hessentag – kennen wir auch von der Hofberichterstattung aus Biblis:

„Keine Kontamination – bitte durchgehen“
Im Kontrollbereich eines Atomkraftwerks gibt man sich nicht die Hand. Zu groß ist die Gefahr, dass an den Einmalhandschuhen einige Partikel radioaktiven Staubs kleben. Damit man die Kontamination nicht weitergibt, nickt man sich nur freundlich zu, ohne sich zu berühren.

www.handelsblatt.com/technik/energie-umwelt/atomkraftwerk-grafenrheinfeld-keine-kontamination-bitte-durchgehen/13763304.html

für die Sicherung von Arbeitsplätzen ist RWE jede Schweinerei recht:

AKWs mit Milliarden Subventionen bauen ...
AKWs mit Milliarden Gewinnen betreiben ...
AKWs mit Milliarden staatlicher Stütze zurück bauen & in 100 Jahren beerdigen ...

mit Kohlekraftwerken das Klima versauen ...
mit Off-Shore Windkraft neue Profitquellen erschließen mit Strom, den niemand braucht ...

nur preiswerten Strom kriegen die Verbraucher nicht ...
und Arbeitsplätze gehen auch über die Wupper !

Also: wozu sind die großen kapitalistisch geführten Energiekonzerne überhaupt nütze ???

Milliardenkosten für Atom-Ausstieg
Energieriesen droht neue Kündigungswelle

Arbeitsplätze weg !

Wer Sicherheitsprüfungen unterlässt bzw. dies zulässt (wo ist da die „Aufsicht”?), dem kann man in nix mehr irgendwas glauben. Ähnliche Castoren aus der sog. „Wiederaufbereitung” (ein Euphemismus für die Atomwaffenproduktion im verstrahlten La Hague & Sellafield) sollen jetzt u.a. ins Zwischenlager in Biblis kommen lt. den Plänen der SPD-Bundesumweltministerin ...

Nach dem Fund angerosteter Fässer im Gorlebener Zwischenlager für schwach und mittelradioaktiven Atommüll gibt es dort jetzt auch Qualitätsprobleme bei der Fertigung von Castor-Behältern mit hochradioaktivem Abfall.

www.nwzonline.de/politik/niedersachsen/weitere-castor-behaelter_a_31,0,1751723010.html

Probleme in Gorleben mit Castoren aus der „Wiederaufbereitung”. Hier zeigt sich, wie all diese Unsicherheiten im System drinstecken. Nachdem Castoren nach Aussagen des RWE-Powe-Chefs in Biblis Kemmeter noch 80 Jahren in Zwischenlagern rumstehen werden, sind Materialmängel höchst besorgniserregend, vor allem da es in Biblis keine „heißen Zellen” zum Öffnen und Reparieren der Castoren geben soll:

Gorleben macht wieder Probleme. Mehrere Behälter mit hochradioatkivem Abfall leiden an Ungenauigkeiten in der Qualität.

www.neuepresse.de/Nachrichten/Niedersachsen/Uebersicht/Probleme-mit-Behaeltern-in-Gorleben

Wurde bei der Fertigung von Castorbehältern falscher Stahl benutzt?

Es gibt einige Indizien dafür, dass es sich bei den Qualitätsmängeln an neun Castorbehältern im Zwischenlager Gorleben nicht nur um Dokumentationsfehler handelt: Bereits im April 2015 war in Frankreich festgestellt worden, dass bei verschiedenen Reaktordruckgefäßen falscher Stahl verwendet worden war.

wendland-net.de/post/wurde-bei-der-fertigung-von-castorbehaeltern-falscher-stahl-benutzt-50951

Mahnwache Nr. 266:

„Die Bürgerinitiative AK.W.ENDE Bergstraße lädt zur Teilnahme an der Fukushima-Mahnwache am Montag, 4. 7. um 18 Uhr auf die Mittelbrücke in der Bensheimer Fußgängerzone ein.

Diskussionsthema sind die Folgen des Brexit hinsichtlich Englands Einbindung in europäische atomrechtliche Verträge. Dazu ist Heinz Stockinger, Anti-Euratom-Experte aus Österreich, der Meinung, ein Mitgliedstaat könne zwar die EU verlassen, aber gleichzeitig im EURATOM Vertrag bleiben, während Hans-Josef Fell von den Grünen meint, ein Ausstieg aus der EU ziehe zwangsläufig auch den aus EURATOM nach sich. Umstritten ist auch, ob Großbritannien über die Beibehaltung der EU Subventionen für das AKW Hinkley Point C verhandeln kann. Diese Milliarden-EU Subventionen sind ausschlaggebend für die Zukunft des sich im Bau befindlichen AKWs. Einig sind sich die beiden Experten, dass EU-Mitgliedstaaten die EURATOM Bindung kündigen können, z. B. Deutschland, das den Atomausstieg im eigenen Land beschlossen hat. Laut Fell gibt der Brexit somit die einmalige Chance, die Förderung der Atomenergie durch EURATOM in ganz Europa zu beenden.“

Mahnwache Nr. 267:

– jeden Montag um 18 Uhr in
Bensheim auf der Mittelbrücke – ein äußerst kommunikativer Ort !!!

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Vier Jahre nach Fukushima:
Japan beschließt Wiedereinstieg in die Atomkraft

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