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Nr. 194 – 5. 8. 2016

Inhalt:

  1. Schmuse-Journalismus
  2. Endlager – nach Gorleben verschoben
  3. Endgelagert
  4. Wiederanfahren – der Traum
  5. Eine Region lernt kämpfen
  6. Chaos im Atomstaat
  7. Kampf dem Abkürzungs-Wahn (KdAW)
  8. Fukushima Mahnwachen Nr. 268, 269

Rundbriefe Header 2

Jetzt muss ich doch mal was loswerden zu dem neuen (nicht mehr besonders starken) Starkenburger ECHO”:

Hat diese rechte Regional-Postille vor seiner Neuausrichtung wenigstens ein geringes Maß an Sachlichkeit ausgestrahlt in Sachen AKW Biblis – ganz im Gegensatz zum „Bergstäßer Anzeiger”, der immer versucht hat, Betreiber (RWE) und Atomkraftgegner (AK.W.ENDE Bergstraße) ausgewogen zu berücksichtigen, verkommt das Darmstädter Blättchen immer mehr zum Verlautbarungs-Heftchen von RWE. Nach der Meinung der Kritiker wird nicht mehr gefragt; RWE handelt ... und alles ist gut so.

Kein Wort über die Inhalte der BUND-Klage, kein Wort über die „Freimessungs”- Problematik mit der „Entlassung” schwach radioaktiver Abfälle auf die Hausmülldeponien der Region – “Rückbau ist kein Hexenwerk” ... Gefälligkeits-Journalismus pur !

In Biblis wird neu gebaut: Neue Halle als Zwischenlager für gering strahlende Stoffe geplant

Michael Kremer hat neben der Organisation des Rückbaus derzeit auch ganz profane Aufgaben. Er baut neu. Unter anderem ist gerade eine neue Heizungsanlage für das Kraftwerk fertig geworden. Drei moderne Brennwertkessel senken den Energieverbrauch deutlich. Auch andere technische Anlagen, einst für den Betrieb zweier Kraftwerksblöcke gebaut und jetzt in dieser Dimension nicht mehr benötigt, werden durch kleinere, kostengünstigere Anlagen ersetzt.

www.echo-online.de:

und mit der Veröffentlichung von Leserbriefen aus dem atomkritischen Spektrum hat es die regionale Presse auch nicht - bis das nächste AKW in die Luft fliegt ... oder CASTOREN undicht werden ... oder "freigemessener" Atommüll auf den Hausmülldeponien der Region landet:

An: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!,Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!,Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Betreff: Leserbrief mit der Bitte um Veröffentlichung. Danke und Gruß, Rainer Scheffler.

Warum Gorleben als Atommüll-Endlager ungeeignet ist ... und eine Kommission diese Tatsache ignoriert:

Es ist das klassische Beispiel für politischen Opportunismus. Seit Jahrzehnten ist wissenschaftlich belegt, daß der Salzstock Gorleben als Endlager für hochradioaktiven Atommüll ungeeignet ist. Trotzdem bleibt der Standort im Schlussbericht der Bundestagskommission "Lagerung hochradioaktiver Abfallstoffe", die im Juli ihre Arbeit nach zwei Jahren beendete, weiterhin eine Option. Damit ist die Endlager-Suche auf Dauer "kontaminiert": Vor fast 40 Jahren hatten Politiker und willfährige Wissenschaftler samt Atomindustrie versucht, den Salzstock im Wendland trotz wissenschaftlicher Zweifel und gegen den Widerstand der Bürgerinnen und Bürger vor Ort durchzusetzen. Durch geologische Untersuchungen ist gut belegt, daß sich der Salzstock Gorleben im Laufe der jüngeren geologischen Geschichte stark verändert hat und - entgegen den Behauptungen der Gorleben-Befürworter - erst in den zwei jüngsten geologischen Perioden Tertiär (Beginn vor ca. 65 Millionen Jahren, Ende vor etwa 1,8 Millionen Jahren) und dem Quartär (Beginn vor ca. 1,8 Millionen Jahren) seine heutige Form erhalten hat. Vor ca. 900.000 Jahren ragte der Salzstock mit einem sog. "Gipshut" über die Erdoberfläche hinaus. Dieser "Gipshut" wurde während der Elster-Eiszeit vor ca. 400.000 Jahren großflächig von Gletschereis abgehobelt und teilweise von Schmelzwasser weggeschwemmt. Der "Hut" fehlt also an bestimmten Stellen. Ein Ergebnis dieser Vorgänge ist die bis zu 300 m tiefe "Gorlebener Rinne" oberhalb des Salzstocks, der durch Subrosion, Salzverlust durch Grundwasser, permanent absackt. Rechnerisch in einer Million Jahre etwa 1.000 m. Der Salzstock ist also keineswegs stabil. Wäre die Geologie auch innerhalb der Bundestagskommission für die Sicherheitsbewertung der Endlagerung eine zentrale Disziplin gewesen, hätte sie Gorleben von vorn herein ausschliessen müssen.
Rainer Scheffler

Die „Zivilgesellschaft” ist sich einig, dass eine „Einigung” auf ein Endlager für die Millionen Jahre lang strahlenden Endprodukte der atomaren Stromerzeugung wohl nicht möglich sein wird; aber wieder mal Zeit gewonnen wurde, „Gorleben” dann doch wieder zu präferieren – frei nach dem bemerkenswerten Wort des Exgrünen Frontmann von den GRÜNEN Kretschmann: „der Müll ist nun mal da” ! Also:

  1. in bayrischen Wald gibt es Granit – CSU ist sich mit den Menschen dort einig, dass das gar nicht geht …
  2. in Baden-Württemberg gibt es Tongestein – nur sind alle Versuche dort, auch nur in den Regionen vorzufühlen auf wütenden Protest gestoßen ...
  3. in Niedersachsen gibt es Salz ... und ein bereits für viele Millionen € erkundetes Bergwerk in Gorleben … die Zweitbeste Lösung …
  4. am besten den strahlenden Müll ins Ausland schaffen – wie schon die „Grafitkugeln” aus dem THTR in NRW (Jülich & Hamm) geplant sind, in die USA zu schaffen; Angebote aus Australien bereits vorliegen … und wenn Putin nicht mehr als Oberteufel für die Kriegsvorbereitungen der NATO gebraucht wird, den Dreck nach Majak transportieren - dort am Rande von Sibirien ist eh schon alles verstrahlt …

Zeitgewinn ist alles – wer weiß, was nach den nächsten 2 Bundestagswahlen los sein wird ?
Vielleicht sind wir schon alle vom atomaren Weltkrieg in die Luft geblasen; vielleicht hat der Atomstaat faschistische – zumindest aber diktatorische Formen angenommen … und da braucht man sich weiter keine Gedanken über regionalen Protest oder gar Widersrand ob in Gorleben oder anderswo zu machen – so kommt's wohl …

Hochradioaktiver Atommüll: Zwischenlagerung als problematischer Dauerzustand

Die vermeintliche Zwischenlagerung hochradioaktiver Atomabfälle wird zum Dauerzustand und immer mehr zum Sicherheitsproblem. Statt bislang geplanter 40 Jahre, könnte die bislang oberirdische Lagerung in nur wenig zusätzlich gesicherten Hallen 80 oder noch mehr Jahre dauern. Auch wenn im Standortauswahlgesetz als Datum 2050 für ein betriebsbereites „Endlager“ steht. Die „Endlager“-Kommission hat dies eher als optimistisches und politisches Wunschdatum bezeichnet. Tatsächlich dürfte es ein solches Lager aber erst 2080 oder gar noch später geben.

http://umweltfairaendern.de/2016/07/hochradioaktiver-atommuell-zwischenlagerung-als-problematischer-dauerzustand/


hier ein interessanter Artikel aus der östlichen Provinz. Ich teile zwar nicht die hilflose Schlußfolgerung, es ist aber das realistischste, Propaganda-freieste aus der bürgerlichen Presse, das ich seit langem gelesen habe:

Atommüll nach Sankt Florian Zur langen Suche nach einem Endlager

Würde man eine Gruppe von eingefleischten Atomkraftbefürwortern aus allen deutschen Regionen in einen Raum sperren und ihnen sagen, Essen gibt es, wenn ihr euch auf den Standort für ein Atommüll-Endlager geeinigt habt – sie würden verhungern.

http://www.presseportal.de/pm/47069/3370910


… und hier eine Stellungnahme zur Endlagerkommission von Rainer:

Rainer Scheffler, langjähriger Sprecher der MenschenrechtsInitiative Bergstrasse e. V. / MIB und dort u. a. mit Uranabbau befasst, war bereits in den späten 1970ern in der damaligen Bensheimer Gorleben-Initiative aktiv. Heute engagiert er sich in der BI AKW.Ende Bergstrasse und ist Mitglied im Verein Atomerbe Biblis – Umgang mit atomaren Altlasten. Dies ist eine erste Einschätzung der Arbeit der „Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe” des Bundestages: 

Simulierter Neuanfang

Gorleben bleibt im Auswahl-Verfahren
Gorleben ist überall – Der alte Spruch der Anti-Atom-Bewegung ist aktueller denn je. Anfang Juli wurden Recherche-Ergebnisse von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR bekannt, nach denen die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) über Jahrzehnte von Stiftungsgeldern der Industrie (u. a. Rheinbraun/RWE, Bayer und Hoechst, der BASF-Tochter Wintershall, K+S) profitiert hat. Die BGR hat entgegen den Untersuchungsergebnissen unabhängiger Geologen und Gutachter seit den 1980ern bis in die unmittelbare Gegenwart und auch bei Sitzungen der Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe immer wieder behauptet, der SalzstockGorleben sei ein über Millionen Jahre hinweg äußerst stabiles geologisches Gebilde und damit als Endlager für hoch radioaktiven Atommüll bestens geeignet. Der Standort Gorleben sollte seinerzeit auf Basis von Lügen, Fälschungen und Tricksereien politisch durchgesetzt, im Zweifel gegen den Widerstand der Bevölkerung vor Ort durchgeprügelt werden. Und es ist gut und richtig, wenn die Menschen aus dem Wendland am 5. Juli in Berlin aus Anlass der Vorlage des Schlussberichts der Kommission deutlich gemacht haben: Unser Widerstand geht weiter! Die Kommission wollte einen „Neuanfang” und „Möglichkeiten eines fairen und gerechten Verfahrens” bei der Standort-Auswahl sowie ein „hohes Maß an Bürgerbeteiligung” – und schafft es nicht einmal, die Lügen und Fälschungen, die zu Gorleben, zur Asse, zur Beschädigung der Reputation kritischer Wissenschaftlicherinnen und Wissenschaftler bis hin zur Kriminalisierung der Anti-Atom-Aktivisten geführt haben, zu thematisieren geschweige denn aufzuarbeiten. Aufgrund des Zeitplans der Kommission (Einlagerung des hoch radioaktiven Atommülls in ein eventuelles Endlager erst 2117 oder später) verschiebt sich der Fokus von der Endlagerung zunächst auf die Standort-Zwischenlager, die zu Endlagern werden. Die „organisierte Verantwortungslosigkeit”, mit der der Sozialwissenschaftler Ulrich Beck die sog. „friedliche Nutzung der Atomenergie” umschreibt, geht weiter. Und alles deutet darauf hin, daß wir Bürgerinnen und Bürger auch weiterhin hinters Licht geführt werden sollen, wenn wir nicht endlich eine demokratische Atommüll-Politik einfordern.


… und ein paar schöne Bilder aus Berlin:

www.flickr.com/photos/uwehiksch/sets/72157670788448965


… und das nicht nur „gut Ding weil” braucht, sondern auch die Atommülllagerung – hier ein Bericht aus Ahaus:

Kein Atom-Ende in Sicht

„Nach heutigem Kenntnisstand kann bis zum Ablauf der Aufbewahrungsgenehmigung der Zwischenlager keine vollständige Räumung erfolgen“, hieß es dazu aus Berlin. Daher müssten gegenwärtig die Voraussetzungen für eine verlängerte Aufbewahrung in den Zwischenlagern geprüft werden. In seinem Brief verweist Staatssekretär Jochen Flasberth auf das Nationale Entsorgungsprogramm. Demnach sei zwar vorgesehen, das Zwischenlager so schnell wie möglich zu räumen. Gleichzeitig soll aber sichergestellt sein, dass das Material dann zu einem Eingangslager transportiert wird, an dem auch ein Endlager errichtet wird. Ein Standort dafür soll 2031 festgelegt werden. Das Endlager soll 2050 in Betrieb gehen.

www.wn.de/Muensterland/Kreis-Borken/Alstaette/2449277-Atommuelllagerung-Ahaus-Kein-Atom-Ende-in-Sicht


… und die Produktion von Atommüll geht munter weiter überall im Lande:

Atomkraft-Risiko: Wann fliegt das nächste AKW in die Luft?

www.spiegel.de/wissenschaft/technik/atomkraft-risiko-wann-explodiert-das-naechste-akw-a-1098073.html

deshalb nicht rum eiern (wie dies hier der SPIEGEL tut), sondern:

Abschalten aller Atomanlagen im Land - sofort !!!

"Die Endlagerkommission von Bundestag und Bundesrat hat sich geeinigt. 30.000 Kubikmeter hochradioaktiver Atomabfälle sollen für über eine Million Jahre sicher endgelagert werden. So lange dauert es, bis die Giftabfälle aus 50 Jahren Atomwirtschaft ausgestrahlt haben.

Danach soll der Müll vom BER aus (falls der Berliner Flughafen bis dahin fertiggebaut sein wird) in die Erdumlaufbahn geschossen werden oder in der Hamburger Elbphilharmonie als Oper uraufgeführt in neuem Glanz erstrahlen.

Dazu soll Deutschland mit Hilfe von Kalk gebleicht und getüncht und in eine »weiße Landkarte« umgewandelt werden. Damit wird sichergestellt, dass jedes Bundesland die gleichen Chancen bekommt, sich für die Endlagerung zu bewerben. Bayern wird nicht weiß übermalt und nimmt am Auswahlverfahren nicht teil. Das Land verfügt über keine geeignete Bodenbeschaffenheit. Für die Endlagerung eignen sich nur Ton, Salz oder Granit. Bayern dagegen besteht vorwiegend aus schwarzem Sumpf. Parteienerforscher bezweifeln, dass die große Koalition noch eine Million Jahre hält, um den Beschluss in die Tat umzusetzen."

www.jungewelt.de/2016/07-12/045.php

... wer's nicht gmerkt hat: DAS WAR SATIRE !


 ... das was jetzt kommt ist keine:

Ramelow: Kein Atomendlager in Thüringer Kali-Gruben

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) erwartet nicht, dass die bis zu 900 Meter tiefen Thüringer Kali-Gruben bei der Suche nach einem Endlager für Atommüll eine Rolle spielen. „Ich gehe davon aus, dass die Thüringer Salzstöcke dafür nicht infrage kommen“, sagte Ramelow der Deutschen Presse-Agentur. Persönlich habe er Zweifel, ob die riesigen unterirdischen Hohlräume, die durch den jahrzehntelangen Kali- und Salzabbau entstanden sind, überhaupt geeignet wären.

Ramelow zum Endlager


Atom-Endlager? Bayern erklärt sein Granit für unsicher

Bürgermeister Martin Behringer empfiehlt einen kurzen Spaziergang zum Steinbruch. "Dort sieht man schon die Spalten und das Wasser im Granit." Man müsse gar kein Geologe sein, um zu erkennen, dass der dunkelgraue Stein gar nicht so kompakt ist, wie es scheint.

www.welt.de/regionales/bayern/article156907928/Atom-Endlager-Bayern-erklaert-sein-Granit-fuer-unsicher.html

was der bayrische Seehofer von der cSU kann, das kann der scheinheilige Ramelow von der "Linken" allemal - nämlich böse Flecken auf die "weiße Landkarte" malen. In Kretschmanns Ländle experimentiert man noch mit Salzstöcken bei Bad Friedrichshall (vorerst für Zwischenlager). Wenn das Leibchen schön dreckig ist, kann die SPD (natürlich zum Erhalt der Arbeitsplätze) Gorleben wieder auftischen. So geht das in der vom Atomforum geschmierten "Zivilgesellschaft"


... aber vielleicht kommt ja aus dem Kretschmann Ländle die Rettung - wenigstens für den "freigemessenen" immer noch strahlenden Restmüll - schau'n mer mal:

GKN-Material in Salzstock

Die Freien Wähler haben einen neuen Vorschlag zur Lagerung des GKN-Bauschutts aus Neckarwestheim gemacht: Das Material soll nach Bad Friedrichshall.

freigemessener Restmüll ins Bergwerk

das ist schon ein „Schmankerl”:
neben viel Werbung für eon (neben RWE das zweite Haus in der NRW-sPD), neben Vorgaukelung von idylischer Normalitat, neben Verschweigen aller Probleme beim Rückbau wie z.B. „Freimessen” ein netter Blick in die erträumte Zukunft der Glücksritter vor der deutschen Justiz:

204 Brennstäbe strahlen im Becken

Wiederanfahren möglich

In Kleinensiel dürfte es bald losgehen. Die Kühlkreisläufe im Reaktorkern sind bereits entleert. „Wir sind aber bereit zum Wiederanfahren“, sagt Engstler. So lange, wie noch nicht über eine Verfassungsbeschwerde der Energiekonzerne gegen den Atomausstieg entschieden ist.

www.nwzonline.de/politik/niedersachsen/204-brennstaebe-strahlen-im-becken_a_31,0,2175074990.html

Ein kleines Dorf im Osten Frankreichs will nicht zum Atommüllklo werden

Vor 20 Jahren begann die Andra, die »Nationale Agentur zum Umgang mit radioaktiven Abfällen«, in Bure, einem kleinen Dorf mit 56 Einwohnern im Osten Frankreichs, unweit der deutschen Grenze, auf 300 Hektar ein gigantisches, als Forschungsprojekt deklariertes Vorhaben zu realisieren: Das »Industriezentrum zur geologischen Lagerung« (Cigéo) soll 600 Hektar und diverse über- und unterirdische Anlagen umfassen. Der eigentliche Auftrag des Mammutprojekts: In 500 Meter Tiefe soll fast der gesamte französische Atommüll in kilometerlangen »Galerien« gelagert werden.

wie's die Franzosen machen


zwar bestimmt nur kurz - aber es ist eine Freude:

16 juillet : la forêt à nouveau libérée ! Appel à soutien et renfort ce soir, demain et dans les jours à venir !

Succès de la manifestation de réoccupation : le Bois Lejuc, où l’Andra avait commencé ses travaux en vue de la construction de Cigéo, est à nouveau libéré ! Nous relayons le communiqué des occupant-e-s. Les occupants appellent à rejoindre massivement le bois libéré dès ce soir, demain et dans les jours à venir.
Plus d’informations et suivi en direct sur:

vmc.camp/fil-info/


Frankreich genehmigt Atomendlager nahe deutscher Grenze

Das Parlament in Paris hat entschieden: Frankreichs Atommüll soll in Lothringen eingelagert werden. Nicht nur das Saarland ist besorgt. Schon bei der Erkundung des Gesteins gab es tödliche Unfälle.

Bure - wo ist das ?

www.welt.de/wirtschaft/article157018925/Frankreich-genehmigt-Atomendlager-nahe-deutscher-Grenze.html

Atomtransporte aus Jülich in Vorbereitung – Zdebel: „Statt Verschiebebahnhof mit Atommüll neue Castor-Halle in Jülich.“

In NRW werden Castor-Transporte aus Jülich vorbereitet. Uneins sei sich die Bundesregierung nach Aussagen der Umweltministerin Barbara Hendricks auf Nachfrage des linken Bundestagsabgeordneten Hubertus Zdebel noch über das Ziel der Atomtransporte. Im Gespräch ist immer noch ein Export in die USA oder in das Zwischenlager Ahaus.

Transportieren, Exportieren ... oder vor Ort sichern ?!?

Die Menschen im Land sind ja alle schon irgendwie blöd – oder ? ... deshalb brauchen sie ja auch "Experten", die ihnen die Welt erklären - z.B. hält jeder TV-Sender einen „Terrorismus-Experten” aus, der die langen Stunden des Nichtwissens nach jedem Attentat zu füllen hat. Experten für die richtige Aufrüstung und für die Integration von traumatisierten Boat-People gibt es ebenfalls wie Sand am Meer – so auch solche, die über den sog. „Atomausstieg bis 2022” vielsagend-nichtssagend in den Medien daher reden können. Auch in der Frage der Endlösung des Atommüllproblems tummeln sie sich – bis vor kurzem zu bewundern in der „Endlagerkommission”.

Leider gibt es auch in der AntiAtomBewegung Freunde, die möglichst unverständlich über eigentlich einfache Sachverhalte sprechen. Sie bedienen sich bei ihrem Experten-Sprech z.B. der Abkürzerrittis, da auf diesem Wege ihre Fachkompetenz offenkundig zu werden scheint; sie insinuieren (lassen durchblicken), dass sie mit den RWE-Leuten auf Augenhöhe reden können und nicht so unwissend daherkommen, wie die einfachen Leute, die zwar der Atomkraft kririsch gegenüberstehen, aber ansonsten keine Ahnung von der Materie haben.

Ich will das mal erläutern am Beispiel der verschiedenen Lager, die so rund um die Atommüllproduktion gebraucht werden: da gibt es dann ein SZL, ein LAW1 und LAW2, ein SAL und seit neuestem gar ein HAW-Lager – von lokalen Besonderheiten wie dem ZLN ganz zu schweigen. Irgendwo spukt auch ein LWR2 rum ... gut, wenn es jemanden gibt, der sich da auskennt! Dann gibt es darüber hinaus natürlich jeder Menge von Castorbauarten, die aufzuzählen der Höhepunkt des Experten-Monologs sind.

Ich habe mich mal eine Stunde lang im Internet versenkt (als Rentner kann ich das), hier das Ergebnis:

SZL - Standortzwischenlager für abgebrannte Brennstäbe in Castoren (z.B. V/19)
SAL - Standortabfalllager für schwach-und mittelradioaktive Betriebs-Abfälle
LAW1 - Lager für radioaktive Betriebsabfälle (vergleichbar SAL, offenbar Biblis-spezifisch)
LAW2 - neu beantragt für schwach-und mittelradioaktive Abfälle aus dem Rückbau und zur "Freimessung"
ZLN - Zentrallager Nord in Lubmin - muss wegen unzureichender Sicherheit neu gebaut werden
LWR - ???
HAW - kein Lager, sondern hochradioaktive Abfälle aus der Wiederaufbereitung

nicht der Mühe wert, obwohl ich jetzt auch schlau bin ... und ich habe einen Vorschlag:

nennen wir doch einfach ein Lager, in dem die Castoren mit dem hochradioaktiven Abfall stehen:
CASTORLAGER - Assoziationen: - Gorleben, Transporte, "heiße Zellen", Endlager ...

das mit dem mittel-und schwachradioaktiven Atommüll:
ATOMMÜLLLAGER - Assoziationen: Rückbau, "Schacht Konrad", "Freimessen", Deponien...

bei beiden Kategorien gibt es massig Probleme - auch ohne Abkürzungs-Geplustere !


übrigens: dass es gar nicht so schwierig ist, Zusammenhänge sehr direkt und sinnfällig darzustellen - z.B. mit Bildern; hier ein gutes Beispiel aus Bayern - jeder sieht, was mit komplizierten Testverfahren aufwendig bewiesen wurde: Ein "Treffer" mit der Boeing 747, in dessen Folge ein Dachträger auf einen Castor stürzt, durchschlägt seine Wand und bewirkt den Austritt hochradioaktiver Strahlung !

Castorlager und Jumbojet

 

klartext.la/2015/12/zwischenlager-niederaichbach-rechtliche-moeglichkeiten-gegen-hendricks-atommuell

... und hier noch zur Zwischenlagerei von Castoren:

www.bfs.de/DE/themen/ne/zwischenlager/dezentral/standorte-belegung/standorte-belegung.html

Mahnwache Nr. 268:

„Die Bürgerinitiative AK.W.ENDE Bergstraße lädt zur Teilnahme an der Fukushima-Mahnwache am Montag, 18.7. um 18 Uhr auf die Mittelbrücke in der Bensheimer Fußgängerzone ein.

Diskussionsthema ist die ZDF Sendung „planet e“ vom 3.7.2016. Darin ging es um die Problematik der laufenden und anfallenden AKW-Rückbauten in Deutschland. Zum einen darf Abrissmüll mit geringer Reststrahlung auf normale Mülldeponien verfrachtet oder undeklariert ins Recycling von Metall und Beton gegeben werden. Zum anderen wird die Überwachung dazu i. d. R. von TÜV-Unternehmen durchgeführt, die wiederum direkt von den AKW Betreibern beauftragt und bezahlt werden. Diese wirtschaftliche Abhängigkeit der Kontrolleure wird in einem internen Papier des Bundesumweltministeriums von 2008 kritisiert. Den Beamten seien Fälle bekannt, in denen sich der TÜV allein auf die Messungen der Betreiber verlassen hätte, ohne selbst nachzuprüfen. Auch die IAEO habe in einem nicht veröffentlichten Bericht die deutschen Überwachungsmethoden kritisiert.

Mahnwache Nr. 269:

„Die Bürgerinitiative AK.W.ENDE Bergstraße lädt zur Teilnahme an der Fukushima-Mahnwache am Montag, 25.7. um 18 Uhr auf die Mittelbrücke in der Bensheimer Fußgängerzone ein.

Diskussionsthema ist ein Interview mit dem niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel im Deutschlandfunk, der betonte, dass man den Standort Gorleben als Atommüll-Endlager willkürlich unter Ausblendung der Risiken ausgesucht hatte. Bei der Suche nach einem neuen Standort müssten aber auch andere Bundesländer wie etwa Bayern und Sachsen in Betracht gezogen werden. Durch den Wassereinbruch im Atommülllager Asse habe man gelernt, dass man eine Fehlerkorrektur, also eine Rückholung von Atommüllfässern ermöglichen müsse. Denn bestimmte Umstände wie ein hoher Druck von 190 Bar, hohe Temperaturen, radiolytische Prozesse und verschiedene chemische Stoffe könnten teilweise Dynamiken entwickeln, die man am Computer nicht simulieren könne.“

– jeden Montag um 18 Uhr in
Bensheim auf der Mittelbrücke – ein äußerst kommunikativer Ort !!!

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Vier Jahre nach Fukushima:
Japan beschließt Wiedereinstieg in die Atomkraft

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