Rundbrief Header

Nr. 195 – 21. 08. 2016

Inhalt:

  1. BUND klagt gegen neues Lager in Biblis
  2. „Reise nach Jerusalem”
  3. Rückbau – nicht so ohne ...
  4. Rückbau-Infos
  5. Schutt – freigemessen
  6. Alltag im Zwischenlager „Gorleben”
  7. ... und noch ein Jubiläum
  8. vom Prüfer zum Geprüften
  9. aus der Gruselkammer des Atomstaates
  10. Fukushima-Mahnwachen Nr.172, 173

Rundbriefe Header

Frankfurt am Main, 04. August 2016

Der BUND Landesverband Hessen klagt gegen den Genehmigungsbescheid des Hessischen Umweltministeriums vom 5. April 2016 zur Errichtung eines Lagers für radioaktive Abfälle und Reststoffe („LAW2-Lager“) am AKW Biblis mit dem Ziel, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt werden muss.

Das LAW2-Lager soll Abfälle und Reststoffe aus Betrieb und Abbau des AKW Biblis aufnehmen.

Grund für die Klage des Umweltverbandes sind veraltete Annahmen, die zur Unterschätzung der Auswirkungen von Flugzeugabstürzen führen, sowie unklare Angaben des Betreibers RWE Power AG zum radioaktiven Inventar in den beiden Reaktorblöcken.

Beides führt nach Auffassung des BUND dazu, dass die bestmögliche Sicherheit beim Bau und Betrieb des LAW2-Lagers nicht gewährleistet werden kann, weder für die Beschäftigten noch für die Bewohner umliegender Kommunen.

Dem BUND zufolge zeigen die bekannt gewordenen Unterlagen, dass die Gefahren bei der Lagerung radioaktiver Stoffe aus dem noch nicht genehmigten Abriss des AKW Biblis deutlich unterschätzt wurden. Rätselhaft ist dabei, dass RWE Power AG zunächst eine Genehmigung für die sechsfache Menge von Radioaktivität beantragt hat, als nach deren eigenen Angaben beim Abriss des AKW insgesamt anfallen kann.

Dr. Werner Neumann, BUND-Atom- und Strahlenschutzexperte: „Entweder weiß RWE Power AG nicht, wieviel Radioaktivität beim Abriss anfallen wird oder es muss vermutet werden, dass Atommüll von anderen Orten nach Biblis gebracht werden soll. Wir fordern von Umweltministerin Priska Hinz umgehend Aufklärung. Dies auch deshalb, weil die Baugenehmigung des Landkreises Bergstraße für die riesige Lagerhalle unbefristet ist. Wir befürchten, dass hier ein dauerhafter Umschlagplatz für Atommüll entstehen soll.“

Da zudem völlig unklar ist, wann das Atomlager „Schacht Konrad“ in Betrieb geht, befürchtet der BUND, dass das Zwischenlager mit unzureichendem Schutz zu einem Atommüll-Dauerlager wird.

Der BUND hat im Genehmigungsbescheid zahlreiche Widersprüche aufgespürt. Gutachter des Umweltministeriums haben an vielen Stellen des Genehmigungsbescheids die Aussagen von RWE ohne eigene Prüfung übernommen. Dies vor allem bei der Beurteilung von Störfällen durch Flugzeugabsturz. RWE Power AG und das Umweltministerium unterstellen nur den Absturz einer kleinen Militärmaschine, obwohl am Frankfurter Flughafen Großraumflugzeuge starten und landen.

Dr. Werner Neumann: „Wenn die Gefahr eines Flugzeugabsturzes ernst genommen wird, dann muss die Sicherheit bei der Lagerhalle deutlich verbessert werden, Es muss auch geklärt werden, ob der Notfallschutz des Landkreises dafür ausreicht.“

Der BUND kritisiert, dass ihm das Umweltministerium entgegen allen Verkündungen von Transparenz Genehmigungsunterlagen nur unzureichend zur Prüfung überlassen hat.

Dr. Werner Neumann: „Es passt nicht zusammen, wenn das Umweltministerium behauptet, die Gefahren bei der Lagerung von radioaktiven Abfällen und Reststoffen im LAW 2-Lager seien minimal, gleichzeitig aber die Herausgabe wichtiger Genehmigungsunterlagen verweigert wird. Mit unserer Klage erzwingen wir, dass ein öffentliches Verfahren auch im Interesse der anliegenden Kommunen und ihrer Bürger erfolgen kann. Es bleibt zu hoffen, dass die bevorstehende Genehmigung für den eigentlichen Rückbau der Blöcke A und B des AKW Biblis transparenter und ohne Widersprüche zustande
kommt.“

www.bund-hessen.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/bund-klagt-gegen-die-genehmigung-fuer-ein-neues-atommuelllager-am-akw-biblis-atomaufsicht-untersch/

dazu schreibt die Frankfurter Rundschau:

Umweltschützer wehren sich dagegen, dass am Atomkraftwerk in Biblis die Einrichtung eines Lagers für radioaktive Abfälle genehmigt worden ist. Sie sehen die Sicherheit nicht gewährleistet und fordern mehr Transparenz.

www.fr-online.de/rhein-main/akw-biblis-klage-gegen-atomlager,1472796,34618012.html

natürlich stellt die Aufsichtsbehörde fest, dass im AKW Biblis alles zum Besten steht, heute wie in den letzten 40 Jahren CDU-Regierung, so jetzt auch unter grüner Führung ... trotz Brunsbüttel-Urteil zu Flugzeugabstürzen und bewaffneten Angriffen, manipulierten Kontrollen und verrosteten Fässern ...

Ja – wer kriegt den nun die Unmengen Tonnen von „freigemessenem”, aber immer noch strahlenden Atommüll aus dem AKW-Rückbau, auf welchen Deponien werden sie schließlich landen und weiter vor sich hin strahlen? Die hier beschriebenen Spielchen wird es auch hier im Kreis Bergstraße geben, um nebenbei zu verschleiern, dass die „Freimessung” selbst der Skandal ist:

Radioaktiver Abfall
Was tun mit Atom-Bauschutt?

Bald sollen schwach radioaktive Reststoffe vom Atomkraftwerk Neckarwestheim im Kreis gelagert werden. Das Thema ist heikel, auch die Politik wirkt ratlos.

www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.radioaktiver-abfall-was-tun-mit-atom-bauschutt.77895e40-61b6-43c4-ae41-c1626ec528af.html

dafür kommt dann noch ein bisschen was dazu – genehmigt wird, was das Zeug hält:

Atommüll aus Obrigheim darf in Neckarwestheim gelagert werden

Die Genehmigung ist da: Atommüll aus Obrigheim darf nach Neckarwestheim geschafft werden. Für den umstrittensten Teil der Pläne steht die Entscheidung aber noch aus.

www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/Atommuell-aus-Obrigheim-darf-in-Neckarwestheim-gelagert-werden;art1222894,3961911

... und die Dinge gehen voran; ohne Plan, wie das „dicke Ende” aussehen soll – und die Presse berichtet recht wohlwollend:

Kernkraftwerk Obrigheim: Rückbau geht voran

135 Tonnen schwerer Druckbehälter wurden zerlegt -
Lagerungsfrage bleibt weiter ungeklärt

www.rnz.de/nachrichten/mosbach_artikel,-Kernkraftwerk-Obrigheim-Rueckbau-geht-voran-_arid,210695.html#null

zuerst wird mal pauschal genehmigt (die „Öffentlichkeitsbeteiligung” ist eine Farce, da nichts konkret geregelt und geklärt ist) – ein Persil-Schein für den Betreiber. Erst in einem späteren Schritt wird die Sache konkret ... und da natürlich ohne „Öffentlichkeitbeteiligung” und „Umweltverträglichkeitsprüfung”. So geschehen beim AKW Biblis und allen anderen, die zum Rückbau abstehen ... und natürlich geben „grüne” Umweltminister (Frau Hinz bei uns in Hessen) die Hand zu diesem üblen Spiel:

Der Weg zur „grünen Wiese”

Der gefährlichste Teil kommt (...) zum Schluss:
Wie aufwendig es ist, Atomkraftwerke abzubauen.

(...) Politisch klar bevorzugt ist daher der direkte Rückbau. Auch der beginnt mit einem Genehmigungsverfahren. Selbst bei einer geplanten Abschaltung kann es ein paar Jahre dauern, bis die ersten Arbeiten bewilligt sind. Dann kann der Betreiber anfangen, die nicht verstrahlten Teile der Anlage abzubauen, etwa Maschinenhäuser. Parallel dazu laufen die nächsten Schritte des Genehmigungsverfahrens, die es erlauben, die leicht radioaktiven Teile zu zerlegen. Sind diese „freigemessen”, die Strahlung also unter den gesetzlichen Grenzwerten, können sie wiederverwertet oder auf Deponien gebracht werden.

Zum Schluss ist der Reaktordruckbehälter an der Reihe, wegen der starken Strahlung der heikelste Teil des Rückbaus; dabei fällt der Großteil des radioaktiven Abfalls an. „Für die Zerlegung der hochradioaktiven Teile holen sich die Betreiber meist Spezialfirmen ins Haus”, sagt Thierfeldt. Viele Arbeiten müssen ferngesteuert oder unter Wasser erledigt werden. Bis Gebäude und Flächen endlich ausgeräumt und nachweislich frei von schädlicher Strahlung sind, dauert es meist zwanzig Jahre oder mehr. Immerhin: Dann werden sie aus dem Atomgesetz entlassen und können unter Umständen auch wieder genutzt werden. In der alten Maschinenhalle des Atomkraftwerks Greifswald etwa werden heute Kräne gebaut.

www.sueddeutsche.de/politik/technik-der-weg-zur-gruenen-wiese-1.3103310

... und hier ein Bericht, der die Illusionen des schnellen Rückbaus zur „Grünen Wiese” etwas grade rückt:

AKW-Abrissprognose reicht bis 2080

Wann es Endlager für den deutschen Atommüll geben wird, steht in den Sternen. So lange muss der Abriss warten oder die Abfälle müssen anderswo sicher lagern. Das lässt die Kosten geradezu explodieren – wie die für die Beseitigung der AKW der ehemaligen DDR.

www.klimaretter.info/energie/hintergrund/21730-akw-abrissprognose-reicht-bis-2080

ein paar Infos aus der Schweiz, wo nicht ganz so verschwurbelt berichtet wird wie in Deutschland, verharmlost wird aber auch mit einer rein technizistischen Sprache, die die Gefahren freigrsetzter Radioaktivität ganz einfach übergeht:

Rückbau von Kernkraftwerken

Die wichtigsten Fakten zum Thema

www.nzz.ch/schweiz/aktuelle-themen/rueckbau-von-kernkraftwerken-die-wichtigsten-fakten-zum-rueckbau-von-kernkraftwerken-ld.108298

AKW-Rückbau

Wie man ein Atomkraftwerk entkernt

www.nzz.ch/schweiz/akw-rueckbau-wie-man-ein-atomkraftwerk-entkernt-ld.108397

Atom-Pakt zwischengelagert

In Schleswig-Holstein gibt es Streit bei der Suche nach einem AKW-Schrottplatz. Ist der Schutt radioaktiv oder nur „emotional belastet“?

(...) Die kritische Frage lautet jedoch: Ist der Müll tatsächlich frei von Strahlung, also nur „emotional belastet“, wie die Fachleute der Atomaufsicht versichern? Oder tragen die Brocken doch ein unsichtbares Risiko, wie die Bürgerinitiativen befürchten?

Mit einer Antwort darauf tun sich auch die Umweltverbände nicht leicht. Das sogenannte Zehn-Mikrosievert-Konzept – eine Strahlendosis, die für die Befürworter des Konzepts als risikolos und nicht mehr nachweisbar gilt – sehen die Verbände kritisch.

(...) Zurzeit verweigern die Deponien bundesweit, den Kraftwerksschrott anzunehmen. „Ein unhaltbarer Zustand, der rasch beseitigt werden muss“, sagt Habeck. Der letzte Ausweg wäre ein Erlass, mit dem das Land den Abfall einer Deponie zuweist. „Denn entsorgt werden muss er ja.“

ja, ja – so sind sie die GRÜNEN: machen die Drecksarbeit für die AKW-Profiteure und fuchteln mit Erlassen der Staatsmacht, wenn die Leute die strahlenden Altlasten nicht wollen. Glaubwürdigkeit geht anders! Erste Voraussetzung dafür wäre: Sofort die Atommüllpoduktion beenden und dafür ALLE AKW ABSCHALTEN – aber für diese Forderung ist die ehemalöige Umweltpartei nicht zu haben ...

www.taz.de/AKW-Schrottplatz-dringend-gesucht/!5321785/

Während von der hessischen Umweltministerin (GRÜNE) alles getan wird, was RWE verlangt, macht der niedersächsische Umweltminister Wetzel (ebenfalls GRÜNER) wenigstens zaghafte Versuche, der allgemeinen Verwahrlosung und dem Schlendrian in seinem Zwischenlager „Gorleben” Herr zu werden:

»Nichts ist in Ordnung in Gorleben«

Betreiber des Atommüllagers weigern sich, ein angeordnetes Überwachungssystem einzubauen. Gespräch mit Wolfgang Ehmke

(...) Auszuschließen ist nicht, dass von den Fässern bereits Strahlung in die Umgebung ausgeht – so wie von den Castorbehältern in der Nachbarhalle. Spätestens, wenn die Fässer weitertransportiert werden müssen, ist es unerlässlich, zu wissen, ob sie noch intakt sind. Dann wird es richtig gefährlich.

www.jungewelt.de/2016/08-18/005.php

so „sachlich” wie nichtssagend schreibt die Presse:

50 Jahre Atomkraftwerk Gundremmingen
Vom Hightech-Wunder zum Auslaufmodell

Seit 50 Jahren liefert das Kernkraftwerk Gundremmingen Strom. Doch nicht mehr lange! Und dann? Block A wird bereits zurückgebaut und das Ende der Blöcke B und C rückt näher. In "Mittags in Schwaben" live aus Gundremmingen blickte der Bürgermeister nach vorne, der AKW-Technikchef nannte eine unbequeme Zahl und der Atomgegner zweifelte den Ausstieg an.

... und das schreiben die dortigen Atomkraftgegner:

50 Jahre Unmoral

Am 14. August 1966 startete im schwäbischen Gundremmingen (zwischen Augsburg und Ulm) in Deutschlands damals wie heute größtem Atomkraftwerk die Uranspaltung. Dabei wird tödlicher Atommüll erzeugt. Dieser strahlt weit über eine Milliarde mal stärker als der Ausgangsstoff Uran. Und es braucht mehr als eine Million Jahre bis die Strahlung so weit abgeklungen ist, dass sie wieder das Niveau von Uran erreicht.

Die AKW-Betreiber RWE und PreussenElektra (ursprünglich Bayernwerke, dann EON und neuerdings PreussenElektra) haben von dem bisher in Gundremmingen erzeugten hochradioaktiven Todesmüll noch nicht ein Kilogramm entsorgt. Alles nur megagefährlich oberirdisch zwischengelagert.

Und sie produzieren weiter. Und dabei wäre sogar die Stromversorgung Deutschlands wie Bayerns auch ohne diese Todesfabrik gesichert. 50 Jahre Kernspaltung in Gundremmingen sind 50 Jahre Unmoral.

hier eine Dokumentation dazu:
pdfwww.atommuell-lager.de/informationen/geschichte_Atommuell-Lager.pdf

und noch was zum Thema:

Konsequenzen aus „Endlager“-Kommission: BUND fordert mehr Sicherheit für Zwischenlager Gundremmingen

Der BUND in Bayern nimmt die Ergebnisse der „Endlager“-Kommission zum Anlass, erhöhte Sicherheitsforderungen an das Castor-Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle in Gundremmingen zu stellen. Konkret wird die Nachrüstung einer Heißen Zelle zur Reparatur defekter Castoren und erhebliche Nachrüstungen gegen (gezielte) Flugzeugabstürze und „andere Einwirkungen von außen“ verlangt.

umweltfairaendern.de/2016/08/22366/

Eine Gemengelage, wie man sich auch den Filz von Betreiber (RWE), „unabhängige” Prüfer vom TÜV und sog. „Atomaufsicht” beim AKW Biblis vorstellen kann. Gefälschte Prüfberichte in den letzten Monaten zeigen genau in diese Richtung! Hier ein hervorragender Artikel zum Ausleuchten von diesem Sumpf:

Der TÜV verdient jedes Jahr viele Millionen mit der Prüfung von Atomkraftwerken – ein Geschäft, das keine Nachlässigkeiten verträgt. Schon ein kleiner Fehler beim Betrieb eines Reaktors kann verheerende Folgen für Mensch und Umwelt haben. Damit das nicht passiert, sollen unabhängige Sachverständige die kerntechnischen Anlagen in Deutschland, zu denen auch Zwischenlager, Forschungsreaktoren und abgeschaltete Meiler gehören, regelmäßig auf Herz und Nieren prüfen.

Aber wie unabhängig kann ein Prüfer prüfen, der plötzlich den Arbeitsplatz wechselt – vom Prüfunternehmen zum Kernkraftwerk?

www.kontextwochenzeitung.de/wirtschaft/275/vom-pruefer-zum-geprueften-3747.html

Während es wohl in diesem Jahrhundert mit Endlagerung nichts mehr werden wird und „unsere” Politiker (auch der inzwischen vielen grünen Umweltminister*innen) nach dem Motto verfahren „nach mir die Sintflut”, während Fässer mit strahlendem Atommüll vor sich hin rosten, stellt sich immer mehr die Frage, wie die Zwischenlager und damit vor allem die Castoren über Jahrzehnte dicht bleiben können und – wenn nicht – repariert werden können. „Heiße Zellen” heißt das Stichwort. Für die Genehmigungs-Ministerien kein Thema – es würde ja die Bevölkerung nur beunruhigen! Da sollen sich mal die Nachfolger in 30 Jahre drum kümmern – auch derfolgende Artikel gibt keine Antworten; also Fragen über Fragen – verdrängt, vertagt, vergessen ... so läuft das in unserem Atomstaat:

Halten Castor-Behälter auch noch in Jahrzehnten

Castor-Behälter gelten als sichere Verpackung für Atommüll. Doch halten sie auch dicht, wenn sie noch Jahrzehnte lagern?

www.swp.de/heidenheim/lokales/kreisheidenheim/Atommuell-Halten-Castor-Behaelter-auch-noch-in-Jahrzehnten;art1168195,3940715

In Mannheim sollte ja mal ein THTR (Kugelgraphit-Reaktor) an der Grenze zu Hessen und Rheinlandpfalz gebaut werden – als Werbung für den Hersteller ABB und für die Versorgung der BASF. Es wurde nix draus – nicht zuletzt wegen der befürchteten Proteste. Heute scheint die Stadt aber noch große Anziehungskraft zu besitzen für die Fans der Atomkraft. So machen die noch sehr lebendigen Gespenster eine Tagung dortselbst und schmieden neue Pläne ... dass die AfD auf der Teilnehmerliste erscheint, ist doch sehr vielsagend – oder ?

Teilnehmende Vereine:

Kerntechnische Gesellschaft e.V., Fachgruppe »Nutzen der Kerntechnik«
Bürger für Technik e.V.
Fortschritt in Freiheit e.V.
Nuklearia e.V.
KIW-Gesellschaft e.V. (Kultur-, Ingenieur- und Wissenschaftsgesellschaft)
naeb (Nationale Anti-EEG-Bewegung)
AGEU (Arbeitsgemeinschaft Energie und Umwelt)
AfD

nuklearia.de/verein/jahrestagung-2016/

Mahnwache Nr. 272:

„Die Bürgerinitiative AK.W.ENDE Bergstraße lädt zur Teilnahme an der Fukushima-Mahnwache am Montag, 15.8. um 18 Uhr auf die Mittelbrücke in der Bensheimer Fußgängerzone ein.

Diskussionsthema ist die ARD Reportage „Der große Atom-Deal“ vom 25.7.2016, in der dieses Mal das ökologische Desaster nicht im Vordergrund steht, sondern der immense volkswirtschaftliche Schaden der Atomwirtschaft in Deutschland. Das „Forum für ökologisch-soziale Marktwirtschaft“ errechnete, dass seit 1970 die AKW Betreiber mit ca 190 Mrd € subventioniert wurden. Die Subventionierung werde fortgesetzt, denn nun müssten die Betreiber für den Rückbau ihrer AKWs nur 46 Mrd € Rücklagen bilden, obwohl jetzt schon bekannt sei, dass die Kosten um ein Vielfaches darüber liegen werden. Das „Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung“ schätzt, dass durch Inflation und Kostensteigerungen bis 2100 ca 169 Mrd € benötigt werden. Somit werde den Atomkonzernen Risiko und Nachhaftung erspart. Gemäß ARD Recherche haben seit dem Jahr 2000 RWE und Eon 49 Mrd € an ihre Aktionäre ausgeschüttet – letztlich fehlende Gelder für die AKW- und Atommüllbeseitigung, die dann wieder der Steuerzahler tragen werde.“

Mahnwache Nr. 273:

„Die Bürgerinitiative AK.W.ENDE Bergstraße lädt zur Teilnahme an der Fukushima-Mahnwache am Montag, 22.8. um 18 Uhr auf die Mittelbrücke in der Bensheimer Fußgängerzone ein.

Diskussionsthema ist die Klage des BUND Landesverbandes Hessen gegen den Genehmigungsbescheid des Hessischen Umweltministeriums vom 5.4.2016 zur Errichtung eines Lagers für radioaktive Abfälle und Reststoffe („LAW2-Lager“), in dem Abfälle und Reststoffe aus Betrieb und Abriss des AKW Biblis aufbewahrt werden sollen. Der BUND möchte eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit Öffentlichkeitsbeteiligung erreichen und begründete die Klage damit, dass veraltete Annahmen zur Unterschätzung der Folgen von Flugzeugabstürzen führen sowie dass RWE unklare Angaben zum radioaktiven Inventar der Reaktorblöcke abgegeben haben soll. Demnach sei weder für die Beschäftigten noch für die Bewohner umliegender Kommunen die bestmögliche Sicherheit beim LAW2-Lager gewährleistet.“

Fukushima- Mahnwache

– jeden Montag um 18 Uhr in
Bensheim auf der Mittelbrücke – ein äußerst kommunikativer Ort !!!

Rundbrief Mahnwache     Rundbrief Mahnwache 2

 > Fukushima ist überall <

 Rundbrief footer 1

Vier Jahre nach Fukushima:
Japan beschließt Wiedereinstieg in die Atomkraft

Rundbrief footer 2