FUKUSHIMA MAHNT: ALLE AKWS ABSCHALTEN


Es gibt eine Menge zu berichten über deutsche AKW; viele dürfen ja noch bis nach der nächsten Bundestagswahl weiter - also mindestens noch 5 Jahre lang - risikoreich Atommüll produzieren - wohl mit fortgesetzter Zustimmung der "Grünen" - dann in der "Jamaika"-Front auf höchster Ebene (... angekommen !).

Aber Belgien und Frankreich sind auch nicht ohne ...:

Atomkraftwerke: Schwere Mängel in Frankreich und Belgien
Abklingbecken mit radioaktiven Brennstäben sind offenbar nicht ausreichend geschützt

Brisante Informationen: Französische und belgische Atomkraftwerke weisen offenbar gravierende Sicherheitsmängel auf. Das ergab eine aktuelle Studie im Auftrag von Greenpeace Frankeich. Demnach sind vor allem die Abklingbecken mit den hochradioaktiven abgebrannten Brennstäben meist nur unzureichend geschützt. Die Ergebnisse sind dabei laut Angaben von Greenpeace so brisant, dass zunächst nur französischen Behörden die Details erfahren haben.

www.scinexx.de/wissen-aktuell-21979-2017-10-11.html


Sicherheitsbehörde warnt vor verrotteten Atommeilern

Die französische Atomsicherheitsbehörde Autorité de sûreté nucléaire (ASN) warnt, Rohre der Kühlsysteme von 20 der 58 Atommeiler Frankreichs sind so stark verrostet, dass sie im Fall eines Erdbebens auseinanderbrechen würden.

www.swp.de/heidenheim/nachrichten/politik/sicherheitsbehoerde-warnt-vor-verrotteten-atommeilern-15903057.html


AKW rosten vor sich hin

Frankreichs Atomaufsicht warnt davor, dass viele Reaktoren im Land Überschwemmungen oder Erdbeben nicht gewachsen sind. Eine Kettenreaktion wie in Fukushima könne die Folge sein.

www.fr.de/wirtschaft/energie/frankreich-akw-rosten-vor-sich-hin-a-1370274

Gefährliches Flickwerk

Die verrosteten Kühlrohre vieler französischer Atomkraftwerke zeigen, wie marode die Energieversorgung des Nachbarn ist.

www.fr.de/politik/meinung/kommentare/frankreich-gefaehrliches-flickwerk-a-1370327


Frankreich: Mängel an Rohren in Atomkraftwerken

In mehreren französischen Meilern wurden nicht erdbebensichere Wasserrohre entdeckt. Betroffen ist auch das Kernkraftwerk Cattenom - dennoch genehmigte das Land einen neuen Reaktor.

In mehreren französischen Atomkraftwerken gibt es Mängel an Wasserrohren. Der Betreiber EDF hat die Schwachstellen bei Kontrollen entdeckt. Bei einem Erdbeben hätte dadurch die Wasserversorgung der Anlagen gefährdet werden können, gab EDF bekannt.

Es geht um Rohre, die die Kraftwerke im Fall eines Brandes versorgen sollen: Ihr Metall sei teilweise nicht dick genug, um die Erdbebensicherheit nachzuweisen. Bei 20 Reaktoren hätten die Analysen gezeigt, dass dies das Risiko einer Überschwemmung der Pumpstation verursachen könnte. Diese Stationen pumpen auch Kühlwasser in die Anlage.

www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/frankreich-maengel-an-rohren-in-franzoesischen-atomkraftwerken-a-1172485.html


Für Greenpeace gilt dasselbe wie für die "Grünen hierzulande: nur belgische und Französische AKW werden kritisiert, aber nicht die deutschen - die sind ja offenbar was besseres:

Neue AKW-Sicherheitsrisiken: Da hilft nur abschalten

Laut neuer Greenpeace-Studie zeigen Atommeiler in Frankreich und Belgien weitere Sicherheitsmängel auf – die Abklingbecken sind nicht ausreichend geschützt. Das Problem ließe sich am besten beheben, wenn man die maroden AKW endlich abschalten würde.

www.energiezukunft.eu/umwelt/leben/neue-akw-sicherheitsrisiken-da-hilft-nur-abschalten-gn104996/


 Fessenheim und Tricastin: Frankreich fürchtet Fukushima-Szenario

Das französische Atomkraftwerk Tricastin gilt seit Jahren als gefährlich. Wie erst jetzt bekannt wurde, hat die Atomaufsicht dort Ende September alle vier Reaktoren abschalten lassen.

Umweltschützer wie Yannick Rousselet, Atomkraftkoordinator bei Greenpeace Frankreich, warnen schon seit Jahren vor dem sogenannten Fukushima-Szenario, der Kombination aus Erdbeben und Überflutung. Alle Atomkraftwerke in Frankreich seien sehr alt. Die größten Risiken gebe es aber beim Kraftwerk Tricastin und beim Kraftwerk Fessenheim.

www.swr.de/swraktuell/fessenheim-und-tricastin-frankreich-fuerchtet-fukushima-szenario/...

was in Frankreich jahrzehnte lang undenkbar schien (Merkelsprech "weil alternativlos") und auch in Deutschland nicht geht, weil ja alles so sicher ist mit der Atomkraft, geht doch – wenn es denn politisch gewollt ist ... gell ihr lieben Regierungs-Grüne:

Französische Atomaufsicht greift durch

Die französische Atomaufsicht (ASN) hat den Stromhersteller EDF verpflichtet, die vier 900-Megawatt-Blöcke der Kraftwerkparks Tricastin im Rhonetal stillzulegen. Die Atomanlage weist keine nuklearen Risiken auf. Die Aufsichtsbehörde verweist auf einen anderen Grund. Tricastin liegt am Rhein-Rhône-Kanal “Donzère-Mondragon” und versorgt sich aus diesem Kanal mit Kühlwasser.

Bei Untersuchungen des Kanaldeichs hat die Behörde festgestellt, dass er nicht den erforderlichen Sicherheitsanforderungen entspricht. Der Deich könnte bei Erdbeben brechen. Die gesamte Anlage würde dann überflutet werden. Die Folge wäre eine Kernfusion, wie sie in Fukushima stattgefunden hat. ASN verweist in seiner Begründung hierfür darauf, dass bei einem Deichbruch die interne und externe Katastrophenverwaltung “extrem schwierig” sei.

www.tageblatt.lu/headlines/franzoesische-atomaufsicht-greift-durch/

TEPCO ist der Enegiekonzern des Atomstaates Japan ... und macht wirklich alles passend, um den Anschein zu erwecken, die Folgen des SuperGAU von Fukushima seien ausgestanden:

Positive Einschätzung von umstrittenem Recycling-Test

Die Pläne zur Nutzung von kontaminiertem Erdreich in Bauprojekten ist hoch umstritten, doch nach aktuellen Angaben des japanischen Umweltministeriums ist die Maßnahme offenbar als sicher anzusehen.

Im Rahmen eines Versuchs, war im Bezirk Odaka der Stadt Minamisoma testweise ein Erdwall aufgeschüttet worden, wie er etwa bei Dämmen, oder als Grundlage für Straßen verwendet wird. Der Abschschluss der Arbeiten erfolgte im vergangenen Monat.

Im Anschluss untersuchten Experten des Ministeriums die Aufschüttung im Bezug auf eine mögliche Strahlungsbelastung für die Umgebung. Die Ergebnisse wurden jetzt bei einer Expertentagung in Tokyo präsentiert.

Im Rahmen des Testprojekts bestand die Füllung aus Erdreich mit einer Cäsiumkonzentration von maximal 3.000 Becquerel pro Kilogramm. Zur Abschirmung wurde eine 50 Zentimter dicke Schicht aus normalem Erdboden aufgetragen.

Die Untersuchungen hätten nun gezegt, dass die dortige Radioaktivität bei Verwendung des kontaminierten Materials lediglich 0,06 Mikrosievert pro Stunden beträgt. Bei der Nutzung von konventionellem Material, lag die Umgebungsradioaktivität bei 0,05 Mikrosievert.

www.spreadnews.de/fukushima-aktuell-positive-einschaetzung-von-umstrittenem-recycling-test

10 Mikrosivert-Konzept0,06 Mikrosievert/h - hmmm ....

Die sog. "Freimessungsgrenze" in Deutschland ist 10Mikrosievert/Jahr (wobei das Jahr von interessierter Seite immer weggelassen wird). Kann mir mal jemand erklären, wie das so funktioniert mit dieser "Wundereinheit": 0,06 MikroSievert/tag * 365 Tage = 22 Mikrosievert/Jahr, die ja zur natürlichen "Umgebungsstrahlung" obendrauf betrachtet werden muss. Mir scheint bei einer Abschirmung durch Erdreich von 1/2m (!) ist die Erhöhung der "Umgebungsstrahlung" um 0,01 MikroSievert/h = 3,65 Mikrosievert/Jahr doch riesengroß ! Das "Zauberwort" ist "Abschirmung". So kann man Werte immer unter irgendwie dahergezauberte Werte drücken - auch in jeder "Freimessanlage" beim Rückbau deutscher AKW !

Ein tolles Beispiel für "Verharmlosung" liefert auch EnBW, der Energiekonzern des Atomlandes Baden-Württemberg. Hier ist in der Grafik die 10MikroSievert nur noch mit der Lupe zu erkennen - egal was die Bundesätztekammer zu den gesundheitlichen Risiken von sog."Niedrigstrahlung" sagt:

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Mahnwachen:

AKWende Button„Die Bürgerinitiative AK.W.ENDE Bergstraße lädt zur Teilnahme an der Fukushima-Mahnwache am Montag (4.9.) um 18 Uhr auf die Mittelbrücke in der Bensheimer Fußgängerzone ein. Diskussionsthema ist der Streit zwischen dem Landrat im Neckar-Odenwald-Kreis Achim Brötel und dem grünen Umwelt-Minister Franz Untersteller in Baden-Württemberg. Herr Brötel ist für die kommunalen Mülldeponien zuständig. Er weigert sich, den teils radioaktiven Müll aus dem abgerissenen AKW Obrigheim auf die Deponie Buchen anzunehmen. Laut Atomgesetz darf Abrissmüll, der unter einer bestimmten radioaktiven Grenze gemessen wurde, auf üblichen Mülldeponien entsorgt werden. Während der Minister dies für unbedenklich hält und dem Landrat persönlich mit Schadenersatzzahlungen droht, weist Herr Brötel auf die Entschließung des 120. Deutschen Ärztetages sowie auf die Ärztekammer in BW hin, die die Lagerung von strahlenden Abfällen auf konventionellen Mülldeponien ablehnen und eindringlich vor einer Verharmlosung der Strahlenrisiken warnen.“

„Die Bürgerinitiative AK.W.ENDE Bergstraße lädt zur Teilnahme an der Fukushima-Mahnwache am Montag (18.9.) um 18 Uhr auf die Mittelbrücke in der Bensheimer Fußgängerzone ein. Diskussionsthema ist die Presseerklärung der Aachener IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung) vom 4.9. Nachdem für den Fall einer Atomkatastrophe in den maroden belgischen AKWs Tihange und Doel vorsorglich Jodtabletten an die privaten Haushalte im Raum Aachen ausgeteilt werden, fordern die Ärzte weiterhin, die Tabletten auch an Schulen und in Kindergärten zu lagern. Dahingegen ist die Bezirksregierung Köln der Ansicht, pädagogisches Personal sei für die sachgerechte Lagerung und Ausgabe der Kaliumjodid-Tabletten im Katastrophenfall nicht geeignet und sendete entsprechende Schreiben an die Schulleitungen. Die IPPNW Ärztegruppe kritisiert diese Blockade durch die Bezirksregierung und warnt davor, dass die Einnahme der Jodtabletten zu Hause zu spät sei, wenn die Kinder und Jugendlichen erst mal durch die radioaktive Wolke gelaufen sind. Die Ärzte erinnern auch an die Empfehlung der Strahlenschutzkommission von 2015, die Ausgabe der Tabletten an die Minderjährigen durch Lehrer oder anderes Betreuungspersonal zu ermöglichen und dazu alle juristischen sowie administrativen Hindernisse auszuräumen.“

„Die Bürgerinitiative AK.W.ENDE Bergstraße lädt zur Teilnahme an der Fukushima-Mahnwache am Montag (25.9.) um 18 Uhr auf die Mittelbrücke in der Bensheimer Fußgängerzone ein. Diskussionsthema sind die vom BUND erstellten Eckpunkte zur Freigabe radioaktiver Stoffe. Darin kritisiert der BUND die Freigabe-Regelung, d.h. dass Stoffe, die unterhalb bestimmter radioaktiver Werte gemäß § 29 der Strahlenschutzverordnung gemessen werden, aus der Überwachung des Atomgesetzes entlassen werden. Somit dürfen solche Materialien, z.B. aus dem AKW-Abriss, in den Wertstoffkreislauf oder auf normale Mülldeponien gelangen. Dies widerspräche dem Strahlenschutzprinzip, nach dem jede zusätzliche und vermeidbare Strahlenbelastung zu unterbleiben habe. Außerdem fallen bei einem AKW Abbau große Massen solcher noch strahlenden Abfallprodukte an. Die Menge wird noch größer durch die gleichzeitige Stilllegung von acht Reaktoren. Der BUND fordert einen gesonderten Entsorgungsweg für schwächer radioaktive Materialien wie z.B. in Frankreich. Zu diesem Thema – Verharmlosung der Freimessung und Niedrigstrahlung - referiert Rainer Scheffler von der MenschenrechtsInitiative Bergstraße e.V. / MIB am Mittwoch, 27.9. ab 19.00 Uhr im Bensheimer Haus am Markt.“

„Die Bürgerinitiative AK.W.ENDE Bergstraße lädt zur Teilnahme an der Fukushima-Mahnwache am Montag (2.10.) um 18 Uhr auf die Mittelbrücke in der Bensheimer Fußgängerzone ein. Es wird über die gut besuchte Veranstaltung der Menschenrechtsinitiative Bergstraße/MIB e.V. vom 27.9. in Bensheim berichtet, in der Rainer Scheffler über die Problematik von freigemessenem AKW Abrissmüll referierte. Er gab zu bedenken, dass § 29 der Strahlenschutzverordnung erlaubt, AKW Abrissmaterialien, die einen bestimmten radioaktiven Wert unterschreiten, mit ihrer Reststrahlung auf normale Mülldeponien oder sogar in den Wertstoffkreislauf gegeben werden dürfen. Der Gesetzgeber habe einfach die Strahlung für die Bevölkerung als gesundheitlich unbedenklich deklariert und die radioaktiven Werte für die erlaubte Belastung willkürlich festgelegt, um die Gesamtmenge des Atommülls, der nach dem Atomgesetz entsorgt werden muss, juristisch zu verringern. In diesem Sinn äußerten auch Gäste der Veranstaltung, Mitglieder einer Bürgerinitiative aus Schaafheim im Landkreis Darmstadt-Dieburg, ihre Sorge, dass AKW Bauschutt in ihrer Umgebung im Recycling verarbeitet werden und unerkennbar in den Kreislauf gelangen könnte.“

„Die Bürgerinitiative AK.W.ENDE Bergstraße lädt zur Teilnahme an der Fukushima-Mahnwache am Montag (16.10.) um 18 Uhr auf die Mittelbrücke in der Bensheimer Fußgängerzone ein. Diskussionsthema ist ein Bericht von Frau Prof. Schmitz-Feuerhake, Physikerin, in der Zeitschrift „Umwelt Medizin Gesellschaft“ 3/2017, in dem sie die Stellungnahme zum Strahlenschutzgesetz, die sie zusammen mit dem BUND letztes Jahr erstellt hat, zusammenfasst. Darin kritisiert sie, dass der Bundestag dieses Jahr ein neues Strahlenschutzgesetz gebilligt hat, das auf veralteten Publikationen der ICRP (International Commission on Radiological Protection) aus dem Jahr 2007 basiere. Während die ICRP auf der alten Behauptung beharre, dass radioaktive Dosis bei hoher Dosisleistung wie in Hiroshima und Nagasaki stärker krebserzeugend wirkt als eine kumulative nach einer Langzeitexposition, ergebe sich aber genau das Umgekehrte in großen Studien an Nukleararbeitern, die innerhalb der gesetzlich zulässigen Dosis-Grenzwerte messbar vermehrt an Krebs erkrankten. Weitere Erkenntnisse der internationalen Forschung zu den Folgen der Tschernobyl Katastrophe würden ignoriert. Es bliebe eine wichtige Aufgabe, den Widerstand gegen überkommene Strahlenschutznormen fortzusetzen und die ständig steigende Strahlenbelastung z.B. durch die medizinische Diagnostik einzudämmen.“


Presseerklärungen:

Castor-Behälter nach Biblis

AK.W.Ende: "Zusätzliche Belastung mit Atommüll"

"Noch im Sommer hatten die Energiekonzerne trotz angeblich "dringender verbindlicher Rückholverträge" beim Rücktransport von insgesamt 26 Castorbehältern aus Wiederaufarbeitungsanlagen in Frankreich und Großbritannien die Ruhe weg", schreibt AK.W.Ende Bergstraße in Reaktion auf Pressemitteilungen, wonach der Energiekonzern RWE bis zu sieben der Castoren aus Frankreich und England ab 2019 im Standort-Zwischenlager Biblis einlagern will. Sowohl AK.W.Ende-Sprecher Rainer Scheffler als auch Volker Ahlers, Vorsitzender des Vereins "Atomerbe Biblis" e. V. sehen bei Transport und Einlagerung "erhebliche zusätzliche Risiken und Belastungen für die Bevölkerung" und erinnern daran, dass die Betriebsgenehmigung für das Zwischenlager in Biblis 2046 erlischt. "Allein die Suche nach einem Endlager soll offiziell mindestens 15 Jahre dauern. Experten gehen indes von wesentlich längeren Zeiträumen aus", so Scheffler und Ahlers. Biblis B sei noch immer nicht "kernbrennstofffrei", für die dort befindlichen Sonderbrennstäbe seien noch keine speziellen Castoren mit zusätzlichen Innenbehältern genehmigt, heisst es weiter.

> Scheffler und Ahlers sehen die jetzt gestellten Transport-Anträge von RWE im Zusammenhang mit der Neugründung von Fachbehörden und der Verlagerung von Zuständigkeiten: "Der Betrieb der Standort-Zwischenlager erfolgt ab 2019 durch die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ). Die Einlagerung der Castoren geschieht also unter Verantwortung des Bundes." Für die Bergsträßer Anti-Atom-Initiativen "eine weitere Aushebelung des ursprünglich im Atomgesetz festgelegten Verursacherprinzips zu Lasten und auf Risiko der Bürgerinnen und Bürger".

Rainer Scheffler - Sprecher AK.W.ENDE (01.10.2017)

Friedensnobelpreis für ICAN

AK.W.Ende Bergstrasse: "Vollständiger Atomausstieg jetzt!"

Für die AtomkraftgegnerInnen von AK.W.Ende Bergstrasse ist es ein bizzares Szenario: 2022 sollen in Deutschland alle Atomkraftwerke vom Netz sein, aber für Forschungsreaktoren sowie für die Urananreicherungsanlage in Gronau/Westfalen und die Brennelementefabrik in Lingen gelten keine Ausstiegstermine. Sie sind vom Ausstiegsbeschluß nicht erfasst. Für AK.W.Ende-Sprecher Rainer Scheffler (Bensheim) "muß gerade vor dem Hintergrund der Verleihung des Friedensnobelpreises an ICAN, die Internationale Kampagne zur Ächtung von Atomwaffen, klar sein, daß das Thema hierzulande wieder auf die Tagesordnung gehört. Denn in einigen Forschungsreaktoren wird hoch angereichertes Uran-235 (HEU) als Brennstoff benutzt, das sich auch für Atombomben eignet und möglicherweise wieder in den internationalen Proliferationskreislauf der nuklearen Waffentechnik eingespeist werden kann." Scheffler nennt insbesondere den Forschungsreaktor München (FRM), der als FRM II für die Verwendung von hoch angereichertem Uran konzipiert wurde, weil die hier entstehende Neutronenstrahlung angeblich für wissenschaftliche Experimente besser geeignet ist. AK.W.Ende Bergstrasse sieht auch "die Anreicherungstechnologie der Firma Urenco zur Herstellung atomwaffenfähigen Materials geeignet". Urenco ist Betreiber der Urananreicherungsanlage in Gronau/Westfalen. Sie gehört zu gleichen Teilen dem britischen Staatsunternehmen Britisch Nuclear Fuels, dem niederländischen Staatsunternehmen Ultra Centrifuge Nederland sowie der deutschen Uranit GmbH, einer RWE- und Eon-Tochter.

Die Atomgegner von AK.W.Ende haben allerdings wenig Hoffnung, dass sich zukünftig am Status quo etwas ändern wird. Die Bundesregierung hatte im Juli den von immerhin 122 Mitgliedsstaaten der UN unterzeichneten Vertrag zum Verbot atomarer Waffen boykottiert. Noch immer sind bei Büchel US-Atomwaffen stationiert, obwohl ein Beschluß des Deutschen Bundestages vom 26. März 2010 den Abzug fordert. Und: Die Atomfabriken in Gronau und Lingen sowie die Forschungsreaktoren haben "unbefristete bestandskräftige Genehmigungen".

Rainer Scheffler - Sprecher AK.W.ENDE

100 Jahre Zwischenlager?

AK.W.Ende Bergstrasse fordert neues Sicherheitskonzept für Biblis

Nach der Neuordnung der Zuständigkeiten für die Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll wird auch der Betrieb von Atommüll-Zwischenlagern neu organisiert. Anfang 2019 fallen alle 12 Zwischenlager an den AKW-Standorten in die Zuständigkeit der neuen bundeseigenen Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ). Für AK.W.Ende Bergstrasse ist es deshalb "Zeit für ein zukünftiges neues Zwischenlagerkonzept, zumal die Betriebsgenehmigung für das Zwischenlager in Biblis 2046 ausläuft. Es ist offenkundig, dass neu genehmigt werden muss, weil man bis zur Betriebsbereitschaft eines möglichen Endlagers von einer Zwischenlagerungsdauer von insgesamt bis zu 100 Jahren ausgehen muss."

Weiter schreibt AK.W.Ende Bergstrasse: "Politik und Atomwirtschaft haben dieses Problem bislang ignoriert. Der neue Betreiber muss deshalb langfristige Konzepte entwickeln und die Öffentlichkeit daran beteiligen. Auch der verlängerten

Betriebsgenehmigung müssen Öffentlichkeitsbeteiligung und Umweltverträglichkeitsprüfung vorausgehen. Nachrüstungen müssen dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik entsprechen." AK.W.Ende Bergstrasse sieht in Biblis "Sicherheitsdefizite insbesondere bei Einwirkungen von aussen (EVA), zum Beispiel Flugzeugabstürze etwa eines A 380 oder Störmaßnahmen und sonstige Einwirkungen Dritter (SEWD), z. B. durch einen gezielten terroristischen Flugzeugabsturz oder den Angriff mit panzerbrechenden Waffen neuesten Typs", so Sprecher Rainer Scheffler. In Deutschland müssen insgesamt etwa 1900 Castorbehälter mit hochradioaktivem Atommüll zwischengelagert werden. Die Folgen von Zwischenlagerung über lange Zeiträume für die Castorbehälter, das Versagen von Dichtungen bzw. des Deckelsystems und die Erfordernis einer "heißen Zelle", eines Bereichs mit u. a. starker Strahlenabschirmung zur Reparatur- und Inspektionsmöglichkeit von Castoren, werde derzeit bei AK.W.Ende und anderen Initiativen intensiv diskutiert, heißt es abschliessend.Rainer Scheffler - Sprecher AK.W.ENDE (25.10.2017)


Veranstaltungen:

Reiner Scheffler/MIB, "Atomerbe Biblis“ und AK.W.ENDE Bergstraße:

Mittwoch, 27.9. ab 19 Uhr "Biblis-Abbau: "Freimessung" und Niedrigstrahlung. Ende der Verharmlosung" im Bensheimer Haus am Markt

"Freimessung": Ende der Verharmlosung

Informationsveranstaltung am 27. September in Bensheim

Seit dem 19. Juli wird das Atomkraftwerk Biblis A und B offiziell "zurückgebaut". Kraftwerksleiter Kemmeter und die grüne Umweltministerin Priska Hinz sind sich einig: Mindestens 98 % der Abbaumasse sind nicht kontaminiert oder unterschreiten auch durch Bearbeitung einen willkürlichen Grenzwert, der die sog. "Freimessung" und anschliessende "Freigabe" an Recyclingbetriebe, Müllverbrennungsanlagen oder Deponien erlaubt. Für die Initiativen AK.W.Ende Bergstrasse, den Verein "Atomerbe Biblis" e. V. und die MenschenrechtsInitiative Bergstrasse e. V. / MIB ist diese Vorgehensweise "mit erheblichen Risiken für die Bevölkerung verbunden. Denn: Ein Schwellenwert, unterhalb dessen Strahlung nicht schädlich wäre, existiert nicht!".

"Freimessung" und "Freigabe" auch ein Thema für Menschenrechtler? "Aber ja!", sagt MIB-Sprecher Rainer Scheffler und verweist auf das grundgesetzlich verbriefte "Recht auf körperliche Unversehrtheit jeder/ jedes Einzelnen." Die MenschenrechtsInitiative ist deshalb auch Mitorganisator der inzwischen zweiten Informationsveranstaltung von AK.W.Ende und Verein Atomerbe mit dem Titel "Biblis-Abbau: "Freimessung" und Niedrigstrahlung. Ende der Verharmlosung" am Mittwoch, dem 27. September 2017 ab 19.00 Uhr im Bensheimer Haus am Markt (Mehrzwecksaal). Nach einer ersten Veranstaltung in Biblis sind für 2017 noch Informationsabende in Heppenheim und Lorsch geplant.


Sitzung:

Nächste AK.W.ENDE Sitzung: 23.10. nach der Mahnwache; 18.30 Uhr; Ort steht noch nicht fest; evtl. Präsenzhof