FUKUSHIMA MAHNT: ALLE AKWS ABSCHALTEN


Wiederholt warnen die Ärzte im Lande vor der „Freimessung” des radioaktiven Abfalls aus dem Abriss der Atomkraftwerke. Ehemalige Atomkraftgegner namentlich von der „grünen” Partei und ihre „Experten“ z.B. aus dem „Ökoinstitut” versuchen dem gegenüber ihre Lobbyarbeit für die Energiekonzerne zu verteidigen ... aber die Ärzte wissen, wovon sie reden – sie kennen Krebs und Erbschäden zu gut, um ihren Standpunkt für das Profitinteresse von Atomkonzernen aufzugeben:

Ärztetag unterstützt IPPNW-Forderung zum AKW-Rückbau

Wird strahlendes Metall aus abgerissenen AKWs irgendwann unkontrolliert in Heizkörpern, Kochtöpfen oder Autokarossen auftauchen? Beim AKW-Rückbau ist vorgesehen, gering radioaktiven Restmüll aus dem Abriss von Atomkraftwerken „freizumessen“. „Freimessung“ bedeutet, dass gering radioaktives Material anhand willkürlich festgelegter Grenzwerte und hypothetischer Belastungsdosen für unbedenklich erklärt und aus der Aufsicht der Strahlenschutzbehörden entlassen wird. Der strahlende Abfall soll dann ohne weitere Strahlenschutzkontrollen auf regulären Mülldeponien gelagert oder überwiegend in die allgemeine Wiederverwertung eingespeist werden.

Vor diesem Hintergrund fordert die Ärzteorganisation IPPNW seit längerem, aus gesundheitlichen Gründen heraus dieser „Freigabe“ von gering radioaktivem Müll aus dem Abriss von Atomkraftwerken einen Riegel vorzuschieben. Gleichzeitig formulierte die IPPNW machbare Alternativen zum Rückbau mit Freimessen, sodass sowohl Einzel-personen als auch die Bevölkerung weniger gesundheitlich belastet werden würden (1).

www.ippnw.de/atomenergie/atommuell/artikel/de/deutscher-aerztetag-unterstuetzt-ipp.html

Die Diskussion um die Reparaturmöglichkeiten von Castoren – angesichts der zu erwartenden Einsatzzeit von bis zu 100 Jahren in den Zwischenlagern – wird nun endlich geführt.

Das hessische Umweltministerium (Frau Petrick) ist ja auf der letzten Sitzung des sog.“Infoforums für Transparenz & Bürgerbeteiligung“ am 14. 8. nach der Einrichtung von sog.“Heissen Zellen“ gefragt worden. Sie antwortete (zum wiederholten Male), dass diese nicht nötig seien, weil man bei beschädigten Dichtungen einen Überdeckel aufbringen könnte. Diese Aussage stand im übrigen NICHT im Protokoll – ein Schelm der Böses dabei denkt !

Nun gibt es neue Disskussionen:
Während der BUND die „Heissen Zellen“ fordert, wird in der AntiAtomBewegung an den Zwischenlager-Standorten deren Notwendigkeit gerade diskutiert:

  • da es sich dabei um neue „atomtechnische Anlagen“ handelt, muss man generell dagegen sein ...
  • die Befürchtung eines sog.“Rekritikabilitäts-Problems“ (d.h. dass es innerhalb der Castoren zu einer Kernschmelze kommen könnte), wird zurückgewiesen ...
  • andere Aufgaben bzw. Forderungen bei der Sicherung der Castorlager hätten weit größere Bedeutung (Schutz vor Flugzeugabstürzen und Erdbeben bzw. terroristischen Abgriffen) hatten Vorrang vor der Frage der „heissen Zellen“ (stimmt !) ...
  • „Heisse Zellen“ einzurichten ist überaus teuer, weswegen eine solche Forderung auf alle Fälle verfrüht ist und später in Verbindung mit „mobilen heissen Zellen“ (auch einsetzbar bei Unfällen bei Castortransporten) immer noch gestellt werden könnte.

Andererseits kann man nicht davon ausgehen, dass vielleicht in 20 Jahren der Staat mehr Geld für die Hinterlassenschaften einer menschenverachtenden Technologie (deren Verantwortung er ja den Betreibern pauschal für 24 Milliarden € abgenommen hat) auszugeben bereit ist. Die sture Weigerung der Behörden, die Forderung überhaupt ernsthaft zu prüfen, weist genau in diese Richtung.

Was haben wir also jetzt:
Auf der einen Seite die BUND-Forderung und deren Unterstützer; auf der anderen Seite eine NO-Front unterschiedlichsten Herkommens:

  1. die behördlichen Vertreter des Atomstaates (auch in Hessen „grün“ geführt)
  2. Autonome, denen jede entsprechende atomare Einrichtung zuwider ist ...
  3. Sozis, die der Argumentation des Dr.Moormann, Aachen folgen (siehe dessen ausführlichen Artikel im „Strahlentelex“, insb. ab S.5 - sehr lesenswert für wissensbeflissene Leute) ...

pdfStx_17_738-739_S01-07.pdf

Ich, dem diese ganze Rückbau-Zirkus schon lange nicht mehr passt und der inzwischen seine Meinung zum Thema „Rückbau zur >Grünen Wiese<“ versus „Sicherer Einschluss“ generell geändert hat, bin auf der Seite des BUND, sehe diese Diskussion allerdings als typisch an für eine AntiAtomBewegung, die in dieser Frage irgendwie auf die Position des Atomstaates einschwenkt ... nämlich erst mal nix zu fordern ... alla da !

Für den „Sicheren Einschluss“ spricht übrigens, dass im Kontrollbereich eines AKW genuin eine „Heisse Zelle“ vorhanden ist bzw. abgetrennt werden kann und auch das gesamte Inventar des Castorlagers darin verbleiben könnte ... aber das würde

  1. alle Genehmigungen hinfällig machen (geht ja gar nicht mit den GRÜNEN ...),
  2. die im WegMit-Biblis beliebte Illusion der „Grünen Wiese“ verscheuchen (geht ja gar nicht mit den SCHWARZEN ...),
  3. das ganze „Freimessungs“- Elend für den Kreis Bergstraße mit einem Schlag lösen (das wär' doch was für die Menschen ...).

Die Ruinen der AKW stünden dann dann da als weithin sichtbare Mahnmale einer verfehlten Energie/Wirtschaftspolitik dieses Atomstaates ... zumindest für die nächsten 100 Jahre !

Das wäre endlich mal eine radikale Forderung, statt dieses planlosen Hin-und Herspringen zwischen Mitmacheritis und Totalverweigerung ... hugh !

Alle Medien schreien es heraus: Wir sind umstellt & bedroht von Terroristen ...

seit dem „Brunsbüttel-Urteil” wissen wir Atomkraftgegner es nun auch: (Beabsichtigte) Flugzeugabstürze, Erdbeben und terroristischer Anschläge machen die Genehmigungen der Castorläger an den AKW-Standorten in der jetzigen Bauweise als Leichtbauhallen obsolet - ihr Weiterbetrieb ist lebensgefährlich !
Aber geschehen ist seither NICHTS ! Das Castorlager in Biblis kann laut „grünem” Umweltministerium weiterbetrieben werden, als ob kein deutsches Gericht Gegenteiliges geurteilt hätte. Man hat ja ein 12m hohes Mäuerchen drum rum gebaut und im Zweifelsfall richtet es die Luftwaffe ...
so geht „grün”- deutsche Logik !

Wir haben hier wiederholt Argumente geliefert, dass ein terroristischer Anschlag sehr wohl mit neuen Raketen-Waffen möglich ist und diese auch Castorhüllen (mit Hohl-Ladungen) durchschlagen können. All das prallt an den Marktschreiern der Terroristen-Hysterie in den Ministerien ab ... denn man plant ja, die Castor-Läger bis zu 100 Jahre lang in der jetzigen Form weiter (jetzt in Biblis nicht mehr in RWE – sondern in staatlicher Verantwortung) zu betreiben.

Zwischenlager für Atommüll unsicher

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat eine Überprüfung des Konzepts für die Atommüllzwischenlager gefordert. Eine am Donnerstag in Berlin vorgelegte Studie kommt zu dem Schluss, dass Materialveränderungen an der Primärdeckel­dichtung, dem Tragkorb zur Aufnahme von Brennelementen und der Behälterinnenwand gefährlich seien. Angesichts fehlender Reparaturmöglichkeiten in den Zwischenlagern müssten sämtliche Gefährdungen – auch durch mögliche Terrorangriffe und ablaufende Sicherheitsnachweise – öffentlich diskutiert und gelöst werden, so Studienautorin Oda Becker und BUND-Vorsitzender Hubert Weiger. Die Fertigstellung eines Endlagers liege weit in der Zukunft. Die »Politik des Durchwurschtelns« müsse im Sinne künftiger Generationen schnell beendet werden.

www.jungewelt.de/artikel/319885.zwischenlager-f%C3%BCr-atomm%C3%BCll-unsicher.html

Anderswo wird zumindest eine Diskussion zu diesem Thema geführt - was für die Abklingbecken richtig ist, gilt natürlich auch für die Leichtbauhallen der Castor-Lager:

Atomare Terror-Risiken – Greenpeace: Schwere Sicherheitsmängel bei Atommeilern in Frankreich und Belgien

umweltfairaendern.de/2017/10/atomare-terror-risiken-greenpeace-schwere-sicherheitsmaengel-bei-atommeilern-in-frankreich-und-belgien/

www.youtube.com/watch?v=XgaE20IWImE&feature=youtu.be

Flyer Titel: Neckar CastorfreiUmweltschützer*innen ketteten sich an Brückengeländer

Protest gegen den Atommülltransport auf dem Neckar

(Atomkraftgegner*innen im Bündnis Neckar castorfrei, 11.10.17) Am Morgen des 11. Oktober 2017 ketteten sich Umweltaktivist*innen an das Brückengeländer von Gundelsheim, bevor der CASTOR-Transport in die darunterliegende Schleuse einfahren konnte.

Die Umweltschützer*innen, die mit ihrem zivilen Ungehorsam ein Zeichen setzen und auf die unnötigen und gefährlichen Transporte von hochradioaktivem Atommüll auf dem Neckar aufmerksam machen wollen, kritisieren das Vorgehen und die zukünftigen Pläne der EnBW und des Umweltministers, dass in Zukunft die meisten Atommülltransporte auf den Wasserstraßen stattfinden werden.

„Jeder CASTOR-Transport strahlt und die Messergebnisse der LUBW hinter Betonwänden sind eine Farce. Von jedem CASTOR-Transport geht eine Gefahr aus, für jede und jeden“, bekräftigen die Umweltschützer*innen. Eine Regierung hat die Aufgabe, die Bevölkerung zu schützen - genau das Gegenteil veranstaltet Umweltminister Untersteller. Er setzt die Bevölkerung unnötigen Risiken aus, die vermeidbar wären. Die Umweltaktivist*innen sehen ihre Aufgabe darin, die Bevölkerung über die Risiken aufzuklären, und fordern von der Politik, die gefährlichen CASTOR-Transporte sofort einzustellen bevor ein Unglück passiert.

Spätestens seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima wissen wir, dass jederzeit mehrere schreckliche Ereignisse zusammentreffen und einen Super-GAU verursachen können. „Auch auf dem Neckar sind Ereignisse denkbar, die zu einem Super-GAU führen können“, so die Umweltaktivist*innen. Kein Schiff ist unsinkbar, Schiffsunglücke sind leider an der Tagesordnung. So hat z.B. das bei den CASTOR-Transporten auf dem Neckar eingesetzte Schubschiff Edda vor 3 Jahren gebrannt. „Wir brauchen keinen Super-GAU, der verhinderbar gewesen wäre“ sagen die Umweltschützer*innen.

Dass Profitinteressen der EnBW und des Landes vor dem Schutz der Bevölkerung stehen, ist nicht hinnehmbar. Die Landesregierung handelt in Bezug auf die Atommülltransporte auf dem Neckar weder im Interesse noch zum Schutze der Bevölkerung.

„Wir bleiben bei unserer Forderung: Neckar-Castorfrei“, sagen die Umweltschützer*innen.

neckar-castorfrei.de
www.robinwood.de

»Nuklearer Spuk« unbefristet

Internationaler Protest in Lingen: Atomkraftgegner demonstrieren gegen Weiterbetrieb der Uranfabriken

In Lingen befindet sich eine Brennelementefabrik des französischen Atomkonzerns Areva. Nahe der Stadtgrenze produziert das AKW Emsland Strom und Atommüll, auch die Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau ist nicht weit entfernt. Während das Atomkraftwerk noch bis 2022 am Netz bleiben soll, verfügen die beiden Fabriken über unbefristete Betriebsgenehmigungen. (...)

www.jungewelt.de/m/artikel/317735.nuklearer-spuk-unbefristet.html

Anti-Atom-Demo in Lingen: Den Ausstieg einfordern und beschleunigen!

http://www.hubertus-zdebel.de/wp-content/uploads/2017/09/P1230090-300x169.jpg

Fast 500 Menschen demonstrierten heute in Lingen für die Stilllegung der bundesdeutschen Uranfabriken und der noch in Betrieb befindlichen Atommeiler. Mit dabei viele Mitglieder von DIE LINKE sowie der Münsteraner Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel. In Lingen befindet sich die bislang vom Atomausstieg ausgeklammerte Uranfabrik, die u.a. marode AKWs wie Tihange mit Brennstoff beliefert. Das AKW Emsland wird als eines der letzten bundesdeutschen AKWs erst Ende 2022 abgeschaltet. Bis dahin bleiben auch hier die Gefahren schwerster Atomkatastrophen bestehen.

www.hubertus-zdebel.de/anti-atom-demo-in-lingen-den-ausstieg-einfordern-und-beschleunigen/

Atomkraftwerk Ludwigshafen oder Der Reaktor, den es nie gab

Die BASF versuchte ab 1966, ihre interne Energieversorgung mit Kernkraft zu sichern. Die politische Unterstützung war groß.

Die Vorgeschichte ist schnell erzählt. An der Stelle des 1965 geschlossenen Karbidwerks wollte die BASF als erstes deutsches Unternehmen ein eigenes Kernkraftwerk errichten. Der vorgesehene Standort lag im Werksteil Mitte an Rhein-Kilometer 428,5 – also etwa auf Höhe der Neckarmündung.

www.rheinpfalz.de/lokal/ludwigshafen/artikel/atomkraftwerk-ludwigshafen-oder-der-reaktor-den-es-nie-gab

tja ... war Biblis nur 2.Wahl ? - eher nicht,
aber die Konzerne in der Region hatten Oberwasser in den 60ern Jahren des letzten Jahrhunderts und bei uns in der Region gab's die BASF in Ludwigshafen (mit unstillbarem Energiehunger), BBC - heute ABB in Mannheim (mit dem HTR-Reaktor-Projekt - dem späteren Rohrkrepierer THTR auf Staatskosten in Jülich und Hamm-Uetrupp) und KSB in Frankenthal (mit 'nem Gespühr für ein Bombengeschäft bei AKW-Speisepumpen - sie haben dafür extra 'ne neue Riesen-Halle gebaut).

Und so kamen sie Anfang der 70er auch in den Mannheimer Norden mit ihrem AKW-Plänen – Ludwigshafen war den Profit-Geiern der BASF (einst IG-Farben) vielleicht nach den Erfahrungen von 1948, als ihnen ein Werk nahe dem Stadtteil Oppau gegenüber Mannheim-Sandhofen in die Luft flog, dann doch zu gefährlich ! Zwischen Kirschgartshausen und Neunhausen sollte das gute Stück gebaut werden – genau im Länder-Dreieck BaWü/Hessen/Rheinland-Pfalz ...

Kurz - Geschichte wird gemacht: Wir mobilisierten viele Leute, organisierten eine gut besuchte Veranstaltung auf dem Scharhof ... und weg war der Spuk ! ... und das AKW Biblis kam über uns ... na - immerhin wurde Block C verhindert !

Es gab viele Kämpfe – kleine wie große (Whyl, Wackersdorf, Brockdorf) – aber auch in der Provinz bezogen die Macher vom Atomstaat oft Prügel ... heute haben sie es leichter - sie haben die Grünen !

Am 05./06.September wird der 2.Castortransport auf dem Neckar durch das "grüne" Umweltministerium durchgesetzt. Da ich nicht weiß, ob der "Castor-Alarm" noch rechtzeitig im Rundbrieg steht - informiert Euch über:

Jetzt ist es so weit: Heute, Montag, sind die Schiffe um 6:45 in Neckarwestheim nach Obrigheim losgefahren. Dort wird der Lastkahn voraussichtlich wieder in der Nacht mit den drei CASTOREN beladen.
Dann soll mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits morgen (Dienstag) der zweite CASTOR-Transport mit hochradioaktiven Brennelementen von Obrigheim nach Neckarwestheim starten. Spätestens übermorgen.

Aktionsort ist bei diesem Transport Lauffen am Neckar. Kommt am Transporttag, also morgen oder übermorgen, ab 10 Uhr nach Lauffen. Wer erst später kann, ist bis 14 Uhr auf jeden Fall noch rechtzeitig. Aber auch danach dürfte es noch sinnvoll sein, nach Lauffen zu kommen, je nachdem, wie lange das Schiff tatsächlich braucht - informiert Euch hierzu aktuell!
Wir haben in Lauffen als Info-Punkte / Öffentlichkeitsarbeit zwei Mahnwachen angemeldet. Diese sind leicht zu finden (Karte). Lauffen ist auch mit dem Zug gut zu erreichen.

Mahnwache 1: Uferstrasse am alten Neckar-Seitenarm (10:00 Uhr hier)
Mahnwache 2: über die alte Neckarbrücke, auf dem „Marktplatz“ in der Rathausstrasse

www.neckar-castorfrei.de/
www.atomausstieg-sofort.de/wp-content/uploads/Karte-Neckarcastor.html