FUKUSHIMA MAHNT: ALLE AKWS ABSCHALTEN


Wir bekommen ja 2019 wohl 7 Castoren aus der sog. Wiederaufbereitungs-Anlage in Sellafield nach Biblis geliefert. Obwohl die Standortzwischenlager ursprünglich nur für den dort anfallenden Atommüll genehmigt waren, ist heute – nachdem der Plan, die Rücklieferungen des restlichen Drecks nach Gorleben am Widerstand gescheitert war,  macht der Atomstaat (hier sPD-Umweltministerin Hendricks) halt neue Genehmigungen – auch für Biblis.

Warum die Briten das Zeug so schnell wie möglich weg haben wollen, liegt an der völligen Verseuchung der Anklage und der Kontaminierung der „Irischen See”, in die massenhaft strahlende Abwässer geleitet wurden. Bei dem Artikel von „greenpeace” fällt auf, dass überhaupt nicht erwähnt wird, was der eigentliche Zweck der sog. „Aufbereitung“ war: Plutonium und Uran235 für Atomwaffen zu gewinnen – was ihnen auch gelungen ist ! Aber dieser Aspekt ist natürlich „streng geheim” und da hält sich auch eine NGO wie „greenpeace” dran. Da ist ein 3. ARD-Programm schon ehrlicher:

Wiederaufbereitungsanlagen

Die Wiederaufbereitung atomaren Mülls gilt als gefährlichster Schritt in der Atomenergie. Und der Name trügt: Wiederaufbereitung meint kein Recycling. Ziel der Technologie ist, hochgiftiges, waffentaugliches Plutonium zu gewinnen. Sie ist damit der Schlüssel für den Plutonium-Umlauf, für Kraftwerke vom Typ "Schneller Brüter" und den Atomwaffenbau.

www.planet-wissen.de/technik/atomkraft/atommuell/pwiewiederaufbereitungsanlagen100.html

Sellafield - ein schleichendes Tschernobyl

Sellafield ist eine ebenso gravierende Umweltkatastrophe wie Tschernobyl - nur eben nicht auf einen Schlag, sondern Tag für Tag größer werdend. Dass dabei Menschen geschädigt werden, nehmen die Betreiber deutscher Atomanlagen in Kauf.

https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/styles/galleria_node_desk_1x/public/sellafield-d010597.jpg?itok=02-aFSCX

Greenpeace-Messungen von 1998 ergaben, dass Bodenproben aus der Umgebung der Atomanlage Sellafield vergleichbar radioaktiv verseucht sind wie in der 30-Kilometer-Sperrzone um den Katastrophenreaktor von Tschernobyl. Kinder und Jugendliche aus Sellafield erkranken zehnmal häufiger an Blutkrebs als im Landesdurchschnitt Großbritanniens. Eine Untersuchung im Auftrag des britischen Gesundheitsministeriums 1997 mit 3.300 Jugendlichen in Großbritannien und Irland ergab Spuren von Plutonium und Strontium in ihren Zähnen.

www.greenpeace.de/themen/energiewende-atomkraft/atommuell/sellafield-ein-schleichendes-tschernobyl

Wiederaufarbeitung: Die wichtigsten Fakten

www.greenpeace.de/themen/energie/energiewende/wiederaufarbeitung-die-wichtigsten-fakten

eine Übersicht der Atomunfälle (sehr betrachtenswert !) weist auch das AKW Sellafield aus:

Windscale / Sellafield, Großbritannien

7. bis 12. Oktober 1957: Im Kernreaktor Pile No. 1 in Windscale bzw. Sellafield heizten Techniker den Reaktor an, um die so genannte Wigner-Energie aus dem als Moderator dienenden Graphit zu glühen.
Bei dem Reaktor handelte es sich um einen von zwei luftgekühlten und graphitmoderierten Reaktoren. Sie wurden mit Natururan betrieben und dienten dazu, Plutonium für Atomwaffen herzustellen. Sie wurden durch einen von riesigen Lüftern erzeugten Luftstrom gekühlt.
Am Morgen des 7. Oktober 1957 wurde der Reaktor kontrolliert heruntergefahren und die Luftkühlung abgestellt (siehe: Wikipedia).

www.atomunfall.de/

Immer wieder bin ich überrascht, wie sehr überall im Land die CDU-VorOrt-Bonzen gegen die Standort-Zwischenlager und die Endlagersuche maulen. Vielleicht, weil den Menschen vor Ort dämmert, dass hier doch eine Zeitbombe tickt ...

Im Kreis Bergstraße hingegen, herrscht RWE-Ruhe im Land. Der CDU-Landrat (eingeflogener Jungspund) hat das kleine EinmalEins des Sorge-und Verantwortungs-ABCs noch nicht gelernt und schert sich einen Dreck um das, was in Biblis vorgeht – da hat er ja eine "grüne" Umweltminisrin am Start – die wird es schon richten.

Geesthacht: Endlager durch die Hintertür?

Jetzt wurde im Kernkraftwerk Krümmel der letzte Castor-Behälter mit abgebrannten Brennelementen in das bis 2046 genehmigte Standort-Zwischenlager Krümmel gebracht, das teilt der Betreiber Vattenfall mit. Doch die Frage nach einem Endlager ist nach wie vor ungeklärt. Nachdem die Pläne vom Tisch sind, Brennelemente auch aus dem Kernkraft Krümmel in Castor-Behältern im Salzstock bei Gorleben einzulagern, muss eine neue Lösung her. „Ich fürchte, wir werden noch Jahrzehnte auf diesem Müll sitzen bleiben“, sagt Sven Minge, CDU-Fraktionschef im Geesthachter Stadtrat.

www.landeszeitung.de/blog/lokales/1125122-geesthacht-endlager-durch-die-hintertuer

Es gibt natürlich auch nachdenkliche Menschen, die dann auch mal was zu Papier bringen:

Problem Atommüll: Entria und die Zwischenlagerung hoch radioaktiver Abfälle – Randbedingungen und Lösungsansätze

Wie geht es weiter mit der Lagerung hoch radioaktiver Atomabfälle in Deutschland? Klar ist: Es gibt in Fragen Sicherheit Handlungsbedarf. Einerseits weil die Terrorrisiken im Nuklearbereich wachsen, andererseits weil die Zwischenlagerung deutlich länger als bislang angenommen dauern wird. Jetzt veröffentlicht das staatlich geförderte Forschungsprojekt ENTRIA bzw. einige der dort aktiven WissenschaftlerInnen in einem Buch zahlreiche interdisziplinäre Beiträge zu den Randbedingungen der Zwischenlagerung dieser brisanten Abfälle und diskutiert Lösungsansätze.

umweltfairaendern.de/2017/10/problem-atommuell-entria-und-die-zwischenlagerung-hoch-radioaktiver-abfaelle-randbedingungen-und-loesungsansaetze/

Es wird ja hierzulande ganz korrekt zwischen "friedlicher" und (was eigentlich?) militärischer/kriegerischer/vernichtender Nutzung von Kernenergie unterschieden – "Atom"-Enegie kommt auch nicht so gerne über die Lippen – "Kern" klingt doch irgendwie harmloser – trotz Hiroshima/Nagasaki und TschernobylFukushima !

Gerade in Verbindung mit den Atombomben-Fabriken in Sellafield und La Hague sollte man mit diesem Unsinn aufhören. Das eigentliche interesse von „Verteidigungs”-Minister Franz Josef Strauß war die Bombe – und das war der Beginn der Atomwirtschaft in der BRD!

http://umweltfairaendern.de/wp-content/uploads/2017/03/latente-proliferation-1040x387.jpg

Es wird wieder über Atomwaffen debattiert. Über mehr, neue, modernisierte und die Frage, wer darüber verfügen darf. Und seitens der UN und einigen Friedensbewegten auch über einen weltweiten Bann dieser Waffen. Sogar über eine deutsche Nuklearbewaffnung wurde um den Regierungswechsel in den USA herum eine Diskussion geführt und die neue US-Regierung Trump will mächtig aufrüsten und fordert dies insbesondere auch von der EU. Die Aufregung ist irgendwie groß und moralische Entrüstung schnell auf dem Plan. In der EU sind Frankreich und Großbritannien Atomwaffenstaaten. Andere EU-Staaten betreiben demnach ein ausschließlich „ziviles“ Atomprogramm. Unter dem Stichwort „Dual-Use“ werden die Grenzen und Überschneidungen beschrieben, die der Atomenergietechnik inne sind. Dass eine solche Trennung von militärischer und ziviler Nutzung der Atomenergie nur schwerlich realitätstauglich ist, hatte Roland Kollert in seinem Buch „Politik der latenten Proliferation – Militärische Nutzung „friedlicher“ Kerntechnik in Westeuropa“ bereits 1994 anhand von Länderstudien aufgezeigt.

umweltfairaendern.de/2017/03/latente-proliferation-wie-friedlich-ist-die-atomenergie/


Mit Unterstützung der Bundesregierung: URENCO-Uran für US-Atomwaffenprogramm

„Eine Unterstützung des US-Atomwaffenprogramms durch URENCO mit Zustimmung der Bundesregierung darf es unter keinen Umständen geben“, fordert der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (Fraktion DIE LINKE) anlässlich eines Berichts der Tagesschau, nach dem URENCO künftig angereichertes Uran für Atomreaktoren der US-amerikanischen Gesellschaft Tennessee Valley Authority (TVA) liefern will, die für das US-Atomwaffenprogramm aktiv sind. „Das ist ein klarer Verstoß gegen den Nichtverbreitungsvertrag und den Vertrag von Almelo, der die Lieferung von Material für militärische Zwecke ausschließt.“

www.hubertus-zdebel.de/urenco-uran-fuer-us-atomwaffen/

Biblis-Abbau
Zwischenlager und Castoren: Auf Dauer sicher?

Info-Veranstaltung am 07. November in Heppenheim

Mit dem Schlußbericht der Endlager-Kommission des Bundestages veröffentlichte das Gremium im Sommer 2016 zugleich einen Zeitplan zur Inbetriebnahme eines noch zu findenden Endlagers für hochradioaktiven Atommüll. Danach wird mit dem Beginn einer Einlagerung frühestens 2045/2050 gerechnet. Das Ende der Einlagerung hält die Kommission zwischen den Jahren 2075 und 2130 denkbar.

Für AK.W.Ende Bergstrasse und den Verein "Atomerbe Biblis - Umgang mit den atomaren Altlasten" e. V. "immense Zeiträume, die Fragen nach der Sicherheit der Standort-Zwischenlager und der ursprünglich als Transportbehälter konzipierten Castoren aufwerfen, in denen der hochradioaktive Atommüll bis zur Einlagerung aufbewahrt werden muss." Beide Standort-Initiativen erinnern daran, dass die Betriebsgenehmigung für das Standort-Zwischenlager in Biblis 2046 erlischt und auch die Castoren nur eine begrenzte Betriebsdauer haben. Im Rahmen ihrer Infotour machen beide Gruppen nach Biblis und Bensheim am Dienstag, dem 07. November 2017 ab 19.30 h im Heppenheimer Marstall (Amtsgasse 5) mit einer Veranstaltung unter dem Titel "Biblis-Abbau: Zwischenlager und Castoren - Auf Dauer sicher?" Station, auf der nach einem einführenden Referat von Rainer Scheffler die verschiedenen Sicherheitsaspekte diskutiert werden sollen.


weil der „Atomstaat” alles so übersichtlich gestaltet(Stichwort: „Transparenz”), damit die Bevölkerung auch durchblickt, was zu ihrer Sicherheit von Staats wegen so veranstaltet wird nach dem Atomdeal mit den Atomkonzernen – hier eine kleine Sammlung von Rainer Scheffler, dem Sprecher von AK.W.ENDE:

Atommüll: Werwaswannwiewo?
Wegweiser durch die neue Unübersichtlichkeit (Quelle: taz vom 26.10.2017)

Nach dem Ende der Arbeit der Endlager-Kommission und nach dem Atomdeal, mit dem die Bundestagsmehrheit samt Grünen gleich noch das Verursacherprinzip außer Kraft gesetzt hat, gibt es viele neue Atommüll-Akteure:

Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE)
Neue GmbH, zu 100 % im Eigentum des Bundes.
Seit April 2017 Betreiber der bestehenden Atommüll-Endlager Morsleben und Asse sowie von Schacht Konrad.
Gleichzeitig ist die BGE sog. Vorhabenträger für die Endlagersuche. Die BGE ist entstanden aus zwei Abteilungen des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) und der Asse GmbH sowie der Deutschen Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern (DBE), die den AKW-Betreibern gehörte und bisher im Auftrag des BfS tätig war. Die BGE wird von Ursula Heinen-Esser (CDU) geleitet, früher Umwelt-Staatssektretärin unter Altmaier, dann Co-Vorsitzende der Endlager-Kommission.

Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ)
Bislang wurde die Zwischenlagerung von Atommüll von der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) im Auftrag der AKW-Betreiber organisiert. Die Aufgabe übernimmt jetzt der Staat, der dafür die BGZ als GmbH gegründet hat.
Zunächst übernimmt die BGZ Mitarbeiter und Aufgaben der GNS, die die zentralen Zwischenlager in Gorleben und Ahaus betreibt. Ab Anfang 2019 werden auch die 12 Zwischenlager an den AKW-Standorten übernommen. Leitung: Jochen Flasbarth (SPD), bisher Umwelt-Staatssekretär.

Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE)
Neugründung als oberste Bundesbehörde für die staatliche Kontrolle von Standort-Suche und Endlagerung. Zuständig außerdem für Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Standortsuche und für die Genehmigung von Zwischenlagern. Leiter: der bisherige Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König (Grüne).

Nationales Begleitgremium
Soll den Prozeß der Endlagersuche unabhängig begleiten. Ziel ist es laut Selbstbeschreibung, durch Fachwissen und Neutralität Vertrauen zu vermitteln, den Prozeß der Standortauswahl zu erklären und schlichtend zwischen verschiedenen Akteuren aktiv zu werden...
Besteht zur Zeit aus 6 Personen des öffentlichen Lebens und 3 Bürger*innen, soll später 18 Mitglieder haben. Vorsitzender Klaus Töpfer.

Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)
Bisher als Bundesbehörde Betreiber und Aufsicht der Endlager-Projekte. Entsprechende Abteilungen wurden in die BGE und das BfE ausgegliedert. Im Atombereich ist das BfS für den nuklearen Notfallschutz zuständig. Außerdem für Umweltstrahlung, Elektromagnetische Strahlung und UV-Strahlung. Neue Leiterin: Gabriele Paulini.