FUKUSHIMA MAHNT: ALLE AKWS ABSCHALTEN


Auf der letzten Sitzung des sog."Informationsforums für Transparenz & Bürgerbeteiligung" belächelte der RWE-Kraftwerkleiter Kemmeter gelangweilt meine Warnung vor der mangelnden Langzeitsicherheit der Castorbehälter, die nicht gebaut wurden, um 100 Jahre hochradioaktiven Atommüll aufzubewahren, sondern eigentlich nur als Transportbehälter konstruiert wurden, um den strahlenden Abfall der profitablen Atomstrom-Produktion nach Gorleben zu schaffen, um ihn dort so rasch wie möglich zu verbuddeln ...

Es hat nicht ganz geklappt mit dem cDU-Albrecht-Plan ... dann kam der sog."Atomausstieg" von 2002 und jetzt in 2017 das "Endlagersuchgesetz", wonach das Zeug jetzt wohl 100 Jahre in den Castoren in ungeschützten Zwischenlagern vor sich hin strahlen darf.

Das heißt aber, dass z.B. die fortschreitendede Zersetzung der Haltekörbe in den Castoren durch die Neutronenstrahlung einfach langfristig in Kauf genommen wird. Die "grünen" Ministerialen wissen das sehr wohl, denken aber vermutlich, dass sie bis 2046 dann eh längst hinüber sind ...

Angeblich garantieren die Behörden die Sicherheit der Castoren bis 2046 - also 40 Jahre im "Zwischenlager" - ein übler Trick: nicht die Castoren wurden schließlich dabei für 40 Jahre genehmigt, sondern die Zwischenlager, in denen diese stehen - von einer eigentlichen Bauartzulassung von 40 Jahren ist dabei nirgens die Rede - die Frage danach blieben RWE-Vertreter und Ministerial-Beamte alleweil schuldig und verweisen dabei auf Genehmigung des BfS (Bundesamt für Strahlenschutz) - "ein Schelm der böses dabei denkt" !

Ich habe dann nochmal bei der hessischen Genehmigungsbehörde nachgefragt, damit die sich nicht auch weiterhin hinter Regelungen des Bundes verstecken kann , sondern "Transparenz" eben heißt, auch deren Grundlagen hinterfragen zu können (da ist Wikipedia aufschlussreicher!):

An das
Hessische Ministerium für
Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Mainzer Straße 80
65189 Wiesbaden

Heppenheim, den 04.09.2017

betr.: Fragen zur nächsten (?) Sitzung des „Infoforums AKW Biblis“ zum Thema:
„Sicherheit der im Zwischenlager des AKW Biblis eingesetzten Castoren V/19“

Vorbemerkung:
wie allseits bekannt, wurde im Atomkonsens 2002 die Einrichtung von Zwischenlagern an den AKW-Standorten zwischen rot-grüner Bundestregierung und Atomindustrie vereinbart. Die Genehmigung wurde auf 40 Jahre festgelegt, weil man damals annahm, dass bis dahin ein Endlager zur Verfügung steht. Diese Entscheidung ist eine rein politische Festlegung und hat mit einer sachlichen Bewertung nach Kriterien des Strahlenschutzes nichts zu tun. Das BfE (Nachfolger des BfS in dieser Frage) schreibt dazu:
„Die Genehmigungen zur Aufbewahrung wurden bis Ende 2003 erteilt. Nach einer Bauzeit von ca. drei Jahren wurden die Standort-Zwischenlager in den Jahren 2006/2007 in Betrieb genommen. Die genehmigten Laufzeiten betragen ab dem Zeitpunkt der Einlagerung eines ersten Behälters maximal 40 Jahre, da nach Ablauf dieses Zeitraums nach der damaligen Planung der Bundesregierung ein Endlager zur Verfügung stehen sollte.“
www.bfe.bund.de/DE/ne/zwischenlager/dezentral/standorte-belegung/standorte-belegung.html
Castoren als „Typ-B-Verpackungen“ gibt es (zum Transport in die Wiederaufbereitungsanlagen)seit Mitte der 90-Jahre. Von Ihnen wird behauptet, dass sie 40 Jahre „sicher“ seien (sowohl was die Verkehrsicherheit als auch die Strahlensicherheit betrifft. Sie müssen nun aber weit länger in den Standort-Zwischenlagern ()z.B. in Biblis) verbleiben.
Daraus ergeben sich für die vom Strahlenrisiko (in den nächsten 100 Jahren) betroffenen Menschen in der Region folgende Fragen:

1. In welcher Beprüfung oder daraus folgenden Genehmigung steht explizit, dass die Castoren für 40 Jahre strahlungssicher (nicht verkehrssicher) sind ?

2. Wie können die angewendeten Prüfverfahren (mechanisch und thermisch) entsprechende Aussagen zur Sicherheit vor radioaktiven Strahlung über 40 Jahre überhaupt rechtfertigen ?

3. werden die ursprünglichen (teilweise 1995) Genehmigungen durch das BfS der veränderten Lage heute noch gerecht (z.B. 100 Jahre statt 40Jahre) oder wartet man da einfach ab bis 2046 ?

4. Wie wird der Stand von Wissenschaft und Technik heute vom BfS/BfE gesehen ?

5. Wo genau sind bei einer Begutachtung durch das BAM (Bundesamt für Materialforschung und -prüfung) die „40 Jahre Sicherheit“ bei ihrem Gutachten zur Genehmigung durch das BfS erwähnt bzw. beurteilt worden ?

6. Welche Aussagen werden dabei gemacht zum Thema „Neutronenversprödung“ z.B. auf den Tragekorb der Brennelemente (siehe dazu umfängliche Literatur – erwähnt in: umweltfairaendern.de/2017/08/hochradioaktiver-atommuell-wie-lange-haelt-der-castor-dicht-usa-haben-nachgesehen/)

7. Welche Reparaturmöglichkeiten gibt es für die Castoren im Zwischenlager Biblis?

8. Bleiben Sie bei Ihrer Aussage (Frau Petrick), dass keine „heißen Zellen“ im Standort-Zwischenlager gebraucht werden?

Ich bitte Sie um schnelle, schriftliche Beantwortung im Vorfeld des nächsten Forums (und nicht nur als Tischvorlage).

Herr Kemmeter fühlt sich in dieser Frage „auf der sicheren Seite“, weil er ja die Genehmigung in der Tasche hat; anders sieht es auf seiten der Aufsichts- und Genehmigungsbehörde aus: Frau Petrick vom Umweltministerium versteht die Welt nicht mehr, wenn man sie auf den Unterschied einer politischen Festlegung (40 Jahre Zwischenlager) und einer sachlichen Genehmigung (40 Jahre Castorsicherheit) hinweist. Es geht also um die Inhalte der Genehmigungen bei der „Transparenz“ - nicht um die lapidare Feststellung der Behörde „... ist genehmigt ...“ wie dies bei bisherigen Anfragen der Fall war, siehe:

www.kreis-bergstrasse.de/staticsite/staticsite.php?menuid=311&topmenu=6

Auf genau diesen Widerspruch ziehen unsere Fragen!

Mit freundlichen Grüßen
Ingo Hoppe


Hier nun die umfangreiche Sammlung zu diesem Thema, das viel zu wenig Beachtung findet im momentanen "zivilgesellschaftlichen" Rauschen bei der sog."Endlagersuche":

Hochradioaktiver Atommüll: Wie lange hält der Castor dicht? USA haben nachgesehen

http://umweltfairaendern.de/wp-content/uploads/2015/11/Castor-Vattenfall-Zwischenlager-Brunsb%C3%BCttel.jpg

Die Zwischenlagerung hochradioaktiver Atomabfälle wird deutlich länger als die bislang genehmigten 40 Jahre dauern. Für diesen Zeitraum haben staatliche Stellen und Gutachter den zur Zwischenlagerung eingesetzten Castor-Behältern Sicherheit attestiert. Das meint: Die Behälter bleiben dicht, die Einbauten und die Brennelementehüllen stabil. Doch was tatsächlich mit und in solchen Castorbehältern passiert, ist kaum bekannt. Bislang gibt es nur sehr wenige reale Untersuchungen, die Auskunft darüber geben können, ob Annahmen und Rechenmodelle mit der Realität übereinstimmen – oder nicht. Nachgesehen wurde bislang kaum. Ein mit abgebrannten Brennelementen beladener Castor ist 2000/2001 nach einer Lagerzeit von 15 Jahren in den USA geöffnet und untersucht worden. In Deutschland werden nicht nur abgebrannte Brennelemente, sondern auch hochradioaktive Glaskokillen zwischengelagert.

In Deutschland wird die Zwischenlagerung erst seit Mitte der 2000er Jahre als Standardmodell betrieben. Vorher wurden die bestrahlten Brennelemente aus den Reaktoren zur Wiederaufarbeitung transportiert. Zurück kam hochradioaktiver Müll, der in Glaskokillen eingeschmolzen wurde und vor allem in Gorleben zwischengelagert wird. In den letzten Jahren ist klar geworden, dass die Zwischenlagerung hochradioaktiver Atomabfälle weit über die bislang genehmigten 40 Jahre hinaus dauern wird. Einige Fachleute sprechen sogar von möglichen 100 Jahren, die die hochradioaktiven Brennelemente bzw. Glaskokillen oberirdisch in ihren Castoren verbleiben und erst dann – vermutlich in andere Behälter verpackt – in einem Untertage-Lager versenkt werden können.

umweltfairaendern.de/2017/08/hochradioaktiver-atommuell-wie-lange-haelt-der-castor-dicht-usa-haben-nachgesehen/

ab & an werde ich gefragt, warum ich nix zur "Energiewende" veröffentliche ... Die Antwort ist einfach: weil ich sehe, wie der gute Glaube vieler Menschen ins off geblasen wird und erst dann eine alternative Technologie sich durchsetzen kann, wenn sie den Konzernen Profit bringt. Wenn nicht genug davon, schickt man den sPD-Wirtschaftsminister (hier mal der Herr Gebriel) ins Rennen, der die Sache abwenden soll !

Weiterhin werde ich gefragt, warum ich ständig die "junge welt" bringe, wo es doch so gute andere Quellen gibt. Tja - die >taz< vielleicht, die das schwarz-grüne Bündnis gerade im Bundeswahlkampf befeuert ? Oder das ganze gleichgeschaltete Affentheater von >focus< über >Spiegel< bis >faz<, das so um deutsche Arbeitsplätze bangt, dass es zum Herzerweichen ist ? Ich bringe sie, wenn es um konkrete Schweinereien und auch Widerstand geht, entlarve auch gerne ihre Verdrehungen - aber die "junge welt" ist meine Zeitung - wer mag, kann sie lesen ;o)

»Gegen fossilen Kapitalismus«

Ziviler Ungehorsam im rheinischen Braunkohlerevier: Klimaschutzbündnis »Ende Gelände« wertet Aktionstage als Erfolg

https://www.jungewelt.de/img/700/98826.jpg

Insgesamt rund 6.000 Menschen haben bis zum Sonntag an den Aktionen des Klimacamps gegen den Braunkohleabbau im Rheinland teilgenommen. Unter anderem blockierten sie Transportstrecken der Werksbahn des Energiekonzerns RWE. Bis Dienstag würden weiterhin Handlungen zivilen Ungehorsams von dem Camp bei Erkelenz, einer Kleinstadt nahe Köln, ausgehen, kündigte die Sprecherin von des Bündnisses »Ende Gelände«, Janna Aljets, am Samstag abend gegenüber junge Welt an. Die Aktionstage seien bislang ein großer Erfolg: »Wir haben unseren Widerstand gegen die Kohleproduktion – und damit gegen den fossilen Kapitalismus und die Klimazerstörung – sehr effektiv und entschlossen durchgeführt«, so Aljets. Im Vorfeld sei zwar »Propaganda über angebliche linksextremistische Gewalt« verbreitet worden. Die Aktivistinnen und Aktivisten hätten aber sehr diszipliniert für einen gewaltfreien Ablauf gesorgt, so die Sprecherin. Die Stimmungsmache von Polizei und Politikern diene lediglich dazu, von der tatsächlichen gesellschaftlichen Gewalt abzulenken, sagte sie. Die Landesregierungen Nordrhein-Westfalens – sowohl die ehemals rot-grüne, als auch die nachfolgende gelb-schwarze – hätten fast nichts getan, um die »schmutzige Energie« zu drosseln. So sollten noch rund 4.000 Menschen aus ihren Dörfern in der Umgebung vertrieben werden. Auch die Bundesregierung aus Union und SPD habe den Braunkohleabbau nicht gestoppt und es mit versprochenen Klimaschutzzielen nicht ernst gemeint, so Aljets.

www.jungewelt.de/artikel/317110.gegen-fossilen-kapitalismus.html

Einst war er und sein Öko-Institut eine "sichere Burg" der AntiAtomBewegung - jetzt ist er nur noch ein freunslicher Bettvorleger des Atomstaates. Einst unterstützte er den Kampf gegen gegen die Atomindustrie, jetzt hat er "Hoffnungen" in eine bessere Zukunft ... und seine Leute begleiten derweil den sanften Ausstieg. So hat ein Herr Schmidt uns im sog."Infoforum für Transparenz & Bürgerbeteiligung" an der Bergstraße begeistert erklärt, wie toll die "Freimessung" nach dem "!0 MikroSievewrt-Konzept" in Greifswald funktioniert hat und so geht auch der Chef in alle Gremien rein, die die "Zivilgesellschaft" zum Abwürgen jedes Widerstand für ehemalige kritischen Geister - jetzt Staatsgrüne Kretschmannscher Provinzienz so bereit hält ... gegen Honorar - versteht sich !

„Es gibt ernsthaft Hoffnung“

foto echo online

Ich habe im Lauf der Jahrzehnte gelernt, mich nicht öffentlich zu ärgern. Auf der anderen Seite ist es eben so, dass man Menschen immer wieder aufs Neue überzeugen muss. Das Leben ist komplex, da kriegt man nicht immer nur die schönen Dinge ab, sondern eben auch ein paar Sachen, die man nicht so mag. Klar kann man beim Thema Stromtrassen darüber diskutieren, dass damit die Landschaft nicht mehr so gut aussieht. Eine Autobahn sieht aber auch nicht gut aus. Und über die Hochspannungsleitungen, die schon stehen, redet ja auch keiner mehr. Ich glaube, manchmal sind die Menschen dagegen, weil sie die Veränderungen nicht wollen.

www.echo-online.de/lokales/darmstadt/es-gibt-ernsthaft-hoffnung_18103553.htm

... und weiter so - blabla !

Die Tagesschau und Jürgen Döschner berichten: „Deutsches Uran für US-Atomwaffen?“

Ist etwas verknappt, die Überschrift, aber sie bringt es auf den Punkt, worum es geht. Der Rest, hinter der Überschrift ist nicht ganz so einfach zu verstehen und geht um viele Ecken und Kurven zwischen Technik, Wirtschaft und Politik, zwischen friedlicher und militärischer Nutzung der Atomenergie. Journalistisch ist der Bericht prima aufgemacht und vor allem mutig: Er versucht ein überaus kompliziertes, aber enorm wichtiges Problem darzustellen, im Flaggschiff der deutschen Nachrichten. Zusätzlich wird Heinz Smital im Tagesschau-Studio befragt und erklärt zusätzlich, worum es geht (Link zum Video). Was aber genau ist da eigentlich los? Worum genau geht es? Hier ein Versuch, dieses Thema noch mal darzustellen. Für Anfänger*innen in Sachen Atom/Energie/Bombe?

umweltfairaendern.de/2017/05/us-atombombe-urenco-und-die-bundesregierung-atomenergiebombe-fuer-anfaengerinnen/

Im April 2017 fand die 300.Mahnwache im Gedenken an den SuperGAU von Fukushima in Bensheim an der Bergstraße statt. Ich höre jetzt auf zu zählen und veröffentliche die Texte von Ursula, die die Presse fast allwöchentlich damit füttert - gut so ;o)

„Die Bürgerinitiative AK.W.ENDE Bergstraße lädt zur Teilnahme an der Fukushima-Mahnwache am Montag, 28.08. um 18 Uhr auf die Mittelbrücke in der Bensheimer Fußgängerzone ein.

Diskussionsthema sind Vorsorgemaßnahmen mit Jodmedikation für den Fall einer Atomkatastrophe in den belgischen AKWs Tihange Block 2 und Doel, deren Reaktordruckbehälter mit Tausenden von Rissen durchzogen sind. Zwischen dem 1. 9. und 15.11. können berechtigte Personen aus der Städteregion Aachen, den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg online einen Bezugsschein beantragen, mit dem sie die Tabletten in regionalen Apotheken abholen können. Sollte es zum Unfall kommen, müssten die Tabletten vor Eintritt der radioaktiven Wolke eingenommen werden. Durch die künstliche Überdosierung mit Jod wird die Aufnahme des radioaktiven Jod-131 blockiert und somit das Risiko für Schilddrüsenkrebs reduziert. „Eine solche Vorverteilung ist deutschlandweit bisher einmalig und hat uns deshalb vor große Herausforderungen gestellt“, so Markus Kremer von der Koordinierungsgruppe der Stadt Aachen auf einer Pressekonferenz am Dienstag.“

„Die Bürgerinitiative AK.W.ENDE Bergstraße lädt zur Teilnahme an der Fukushima-Mahnwache am Montag (4.9.) um 18 Uhr auf die Mittelbrücke in der Bensheimer Fußgängerzone ein.

Diskussionsthema ist der Streit zwischen dem Landrat im Neckar-Odenwald-Kreis Achim Brötel und dem grünen Umwelt-Minister Franz Untersteller in Baden-Württemberg. Herr Brötel ist für die kommunalen Mülldeponien zuständig. Er weigert sich, den teils radioaktiven Müll aus dem abgerissenen AKW Obrigheim auf die Deponie Buchen anzunehmen. Laut Atomgesetz darf Abrissmüll, der unter einer bestimmten radioaktiven Grenze gemessen wurde, auf üblichen Mülldeponien entsorgt werden. Während der Minister dies für unbedenklich hält und dem Landrat persönlich mit Schadenersatzzahlungen droht, weist Herr Brötel auf die Entschließung des 120. Deutschen Ärztetages sowie auf die Ärztekammer in BW hin, die die Lagerung von strahlenden Abfällen auf konventionellen Mülldeponien ablehnen und eindringlich vor einer Verharmlosung der Strahlenrisiken warnen.“

Nach den beiden Geheimsitzungen und dem Besuch bei der "grünen" Initiatorin des sog."Infoforums für Transparenz & Bürgerbeteiligung waren wir ja so gespannt, wie das werden wird mit der Beteiligung in Biblis und wie der cDU-Schulze ( nicht "Schulz") der Gurkenstadt Biblis und sein Co-"Moderator" Krug von der sPD diesen Neuanfang händeln würden:

... vor der Sitzung:

www.morgenweb.de/startseite_artikel,-bergstrasse-biblis-droht-mit-dem-rueckzug-aus-dem-informationsforum-_arid,1094885.html

Kusicka: "Themen, die sich nicht um den Kernauftrag des Forums, nämlich den Rückbau hier vor Ort drehen, werden nicht mehr diskutiert." Und auf die Frage, wer das wie definiert: "Das ist selbsterklärend."

www.echo-online.de/lokales/bergstrasse/biblis/reden-wir-ueber-biblis_18098123.htm

Reden wir über Biblis

www.lampertheimer-zeitung.de/lokales/biblis/infoforum-biblis-vor-dem-neustart_17679432.html

ich kommentierte:
cDU-Kusicka nennt die Beschränkung auf den Rückbau "selbsterklärend" ... ich spreche ihm als Dorfschulzen von Biblis die Kompetenz ab, darüber als Sitzungsleiter entscheiden zu können - ebensowenig wie dies Herr Krug von der sPD oder Frau Hinz von der Wurmfortsatzpartei beurteilen kann ...

RWE-Kemmeter sagte richtig: die nächsten Schritte müssen besprochen werden. Ganz allgemein sind sie ja bereits genehmigt, ohne, dass sie öffentlich besprochen wurden (siehe Anhörungsverfahren); aber ein bisschen Propaganda zur Beruhigung darf da schon sein.

Was bleibt - neben der Kritik an der undemokratischen "Provinzposse" - übrig vom "grünen" Alibiforum "für Transparenz & Bürgerbeteiligung" ?

  1. es gibt eine pauschale "Abriss"-Genehmigung durch eine Atomaufsicht; die nicht mal die Lagerung von Sonderbrennstäben im Abklingbecken von Block B veranlasst hat, nur eine Teilgenehmigung auszusprechen.
  2. im Lager stehen Castoren, die nur für den Transport genehmigt sind und eben nicht für 40 Jahre Standzeit.
  3. die "Freimessung" wird nun auch von der Bundesärztekammer problematisiert - selbst dazu sind Fragen - kritische Statements sowieso - unerwünscht.

Noch Fragen zum Maulkorb-Forum? ;o)

... nach der Sitzung:

Info-Forum Biblis: Auch Fortschritte in der Debatte über den Abriss

Es sind überwiegend bekannte Gesichter, die für Fundamentalkritik an allem stehen, was mit Atomkraft zu tun hat. Und es ist in Teilen der bekannte Tonfall auf dem Forum. Ingo Hoppe von AKWende bespöttelt "Schulz Kusicka" als Pseudo-Experten, der sich gegen diese "charmante Bemerkung" verwahrt. Krug lässt Hoppe nicht durchgehen, hier werde "Hokuspokus" gemacht, und vom Landtagsabgeordneten Norbert Schmitt muss sich Hoppe im Hoppe-Stil zurufen lassen: "So ein Unsinn."

www.lampertheimer-zeitung.de/lokales/bergstrasse/biblis/info-forum-biblis-auch-fortschritte-in-der-debatte-ueber-den-abriss_18113183.htm

und dann ein Kommentar vom feinsten:

Der harte Kern

Von Christian Knatz

Ingo Hoppe ist der Eintrittspreis für die Teilnahme am Info-Forum Biblis. Wer der Erörterung des Abrisses eines Atomkraftwerks beiwohnt, bekommt auch die Tiraden ab, die der Anti-Atom-Aktivist in Richtung aller Menschen schleudert, die nicht seine schwarze Sichtweise auf den nuklearen Nachbetrieb teilen. Dabei handelte Moderator Karsten Krug richtig, Hoppe und anderen Respekt zu zollen, die sich vehement, aber eben als Träger öffentlicher Belange mit allem Recht in die Debatte mischen. Die heftigen, längst Ritual gewordenen Geplänkel mit der Gegenseite sind Begleiterscheinungen eines Verfahrens, das offen sein soll. Obwohl kein Eintritt erhoben wird, bezahlen durchschnittlich informierte Bürger nicht nur damit teuer für eine Teilnahme. Da wird munter wie unverständlich über biologische Schilde, LAW-Lager, über Indikator-Nukleide und Vektoren verbal gefochten. Wie sollte es auch anders sein, wenn das Forum mehr sein will als eine Sendung mit der Maus? Auch nach dem Neustart bleibt es ein Format, das qualifizierten Beiträgen Quälerei beimischt. Keinem kann man verargen, einen Sommerabend anders zu verbringen. Wer aber nicht hingeht, darf hinterher nicht sagen, er habe nicht gewusst, wie ein Atomkraftwerk verschwindet.

so keift ein blindwütiger Fan des Atomstaates - blind, weil er vom Inhalt des Problems keine Ahnung und somit auch z.B. nicht die Stellungnahme der "Bundesärztekammer" zur sog."Niedrigstrahlung" auf seinem journalistischen Schirm hat ...und wütig (mit Schaum vorm Maul), weil ihm zu einer grundsätzlichen Kritik nur böswillige "Tiraden" einfallen.

... dass es auch sachlich geht, beweist die Redakteurin des "Bergsträsser Anzeigers":

Besucher verlangen umfassende Auskunft

Soll das Informationsforum zum Rückbau des Bibliser Atomkraftwerks über Strahlungsobergrenzen diskutieren? Nein, sagen der Kreisbeigeordnete Karsten Krug und Bürgermeister Felix Kusicka, die gemeinsam das Forum leiten. Sie wollen nur Themen behandeln, die einen Bezug zu Biblis haben. Das hatten sie vergangene Woche während einer Pressekonferenz angekündigt (wir berichteten). Diese Eingrenzung stieß bei der jüngsten Sitzung des Forums bei den Besuchern auf Widerspruch.

"Bei der Diskussion über Grenzwerte und zur Castor-Sicherheit gibt es wesentliche Fragen, die sind nicht selbsterklärend", entgegnete Ingo Hoppe, Sprecher des Anti-Atomkraft-Bündnisses A.K.W. Ende Bergstraße. "Herr Hoppe, dann müssen Sie sich ein anderes Forum suchen", entgegnete Krug. Woraufhin Volker Ahlers ans Mikrofon trat und feststellte: "Das ist die Politik des vergangenen Jahrhunderts, wir verlangen vollständige Informationen." Der Vorsitzende des Vereins Atomerbe Biblis (Umgang mit den atomaren Altlasten) sagte: "Wo kommt der freigemessene Müll hin, wo soll er deponiert werden? Wenn wir darüber nicht sprechen, hat das Informationsforum keinen Sinn mehr."

www.morgenweb.de/bergstraesser-anzeiger_artikel,-bergstrasse-besucher-verlangen-umfassend-auskunft-_arid,1097680.html

... und hier meine personlichen Eindrücke:


die muppet-show des sog."Infoforums für Transparenz & Bürgerbeteiligung" der "grünen" Umweltministerin Hessens - Frau Hinz ging in ihre 10.Runde:

Erst wollte der Leiter von der sPD (Herr Krug - 1.Beigeordneter des Kreises Bergstraße) klarstellen, dass zu Fragen der Atompolitik nicht zu reden sei, dann erklärte der cDU-Bürgermeister von Biblis (Herr Kusicka) zur Begründung (verschnupft, weil ich ihn "Schulze (nicht "Schulz") der Gurkenstadt Biblis" geheißen hatte), dass das "selbsterklärend" dafür eben selbsterklärend sei - die Herren sind ja Atomexperten, die einschätzen können, was zum Thema "Rückbau AKW Biblis" gehört und was man mit einem Maulkorb belegen kann) ...

Nachdem Herr Kemmeter (RWE-Kraftwerkleiter) dann ausführlich Gelegenheit bekommen hatte, seine Werbung für die Höchstleistungen bei der Volumenreduzierung von zu lagerndem Atommüll mit bunten Bildchen von Fundamenten, leeren Halterungen und sonstso nichtssagende Dingen zu dokumentieren (eins zeigte ihn auch seelig strahlend mit der Frau Hinz bei der symbolischen Demontage einer Pumpe), wurden vom Vertreter der LINKEN (Dr. Bruno Schwarz) und von uns Atomkraftgegnern aus der Region doch etwas Sachverstand in die Diskussion gebracht:

  1. Bruno führte u.a. aus, dass das Verfahren der Grenzwertbestimmung bei der "Freimessung" reine Willkür sei - gemessen werden Bequerel; die Sieverts werden nach einem komplizierten Verfahren umgerechnet, solange, bis es passt - ein echter Hokuspoks des Atomstaares als Service für die AKW-Betreiber für die billige Entsorgung - "Rückbau für lau" eben ...
  2. Wir verwiesen auf die Erklärung der "Bundesärztekammer" (siehe http://ingosrundbrief.de), dass es keine ungefährliche radioaktive Strahlung gibt und deshalb der "10MicroSievert"-Grenzwert aus ärztlicher Sicht höchst problematisch ist ...
  3. Ebenfalls unakzeptabel ist, dass geschätzte 98% der beim Abriss produzierten Atommüllmenge "freigemessen" auf die Mülldeponien des Kreises verbracht werden. Immerhin machen sich jetzt sPD- und cDU-Vertreter des "Forums" einen Kopf, ob das denn nur im Kreis verteilt werden soll, oder ob es nicht auch andere Deponien sein dürfen - als ob das das eigentliche Problem wäre !
    Das sog."Schutzziel" von 10MikroSievert (es kann auch gerne ein bisschen mehr sein) steuert die Abfallmenge; d.h. wären dieses kleiner gewählt, wäre auch die aus dem Atomgesetz entlassene Menge strahlenden Atommülls geringer als 98% ... und das geht gar nicht, wie Frau Petrick von der Atomaufsichtsbehörde in Wiesbaden brüsk bestätigte: "da würden wir echte Probleme mit dem Rückbau bekommen" - eben ...
    Meiner Meinung nach müssten die so nicht freimessbaren Mengen im AKW verbleiben (dazu wäre auf sehr lange Zeit z.B. der Kontrollbereich des Reaktors geeignet) - aber die Seifenblase "Grüne Wiese" wäre natürlich zerplatzt ...
  4. Weiterhin machten wir klar, dass die Lagerung der Castoren für die nächsten 100 Jahre völlig  unverantwortlich ist und mahnten die Einrichtung von "sog. "Heißen Zellen" und eine sachliche Diskussion darüber- wie oft noch - an. Die Frau Petrick (wie immer über unsere Haltung empört) hat uns ja auf einer früheren Sitzung was erzählt vom "Überdeckel", wenn eine Undichtheit auftrete ... und wie wir darauf kommen, dass der ganze Behälter durch Neutronenbeschuss in 100 Jahren zerbröselt sein könnte - nun ja: ein echter Langzeit-Versuch unter Einbeziehung der betroffenen Bevölkerung an der Bergstraße ...

Fazit: Die erlauchten "Moderatoren" von cDU und sPD waren gezwungen, diese Themen bei den nächsten Sitzungen des "Forums" erneut auf die Tagesordnung zu setzen... schau'n mer mal ;o)

ach ja: da war ja noch der sPD-Mann im Forum. Dem habe ich exklusiv ein Brieflein geschrieben:


Tachchen Herr Schmitt,
statt schenkelklopfend rum zu proleteln, dass "der Hoppe" noch nicht mal weiß, dass ein AKW in Betrieb viel, viel, viel gefährlicher ist als ein solches im Abriss, sollten sie vorher zuhören, über was für einen Gegenstand gerade gesprochen wurde !
Es ging um die sog. "Niedrigstrahlung", die zwar auch im Leistungsbetrieb durch Kamin und Abwasserleitung trotz Filter austritt - dazu gibt es Studien über die signifikante Häufung von Kinderkrebs in der Umgebung von AKWs - aber in weit aus größerem Umfang beim Abriss, weil jetzt zu Abwässern und Abluft noch massenhaft kontaminierte Stäube hinzu kommen, die besonders nach Öffnen des "biologischen Schildes" nicht ausreichend gefiwerden können.
Soweit ich erfahren habe, war auch eingefleischten Anhängern des sog "Rückbaus" der volkstümelnde Ausbruch des "atompolitischen Sprechers der sPD im Wiesbadener Landtag" sowas von peinlich ...
Mit alleweil freundlichem Gruß
Ingo Hoppe
P.S.: für ihren Hinweis im Artikel in der >fr< zur "Freimessung" hinsichtlich des "Verschneidens" danke ich ihnen - denn genau so wird es gemacht ! Da es keine Inventisierung des radioaktiven Materials gibt und von der Genehmigungsbehörde auch nicht verlangt wurde, kann zusammengepackt werden was will (natürlich bei Vorführungen ohne Beanstandungen) ...
anyway: die Aussagen der Standesorganisationen der Ärzte zur so. Niedrigstrahlung ist ebenso richtig wie die Aussage des BUND, dass "Freimessung" zu unterbleiben und das Material im AKW zu verbleiben hat ... hugh !

Auf der 10.Sitzung des sog. „Infoforum für Transparenz & Bürgerbeteiligung” gab es dann doch Interessantes, das die Presse aber so gar nicht interessiert hat.

Auf Fragen des Vertreter der LINKEN (Dr. Bruno Schwarz), wer der Atomaufsicht die Arbeit beim Abriss des AKW Biblis macht, wurde von der Vertreterin des  Umweltministerium erklärt, dies sei ein Konsortium bestehend aus TÜV Nord und TÜV Süd ... dies gelte sowohl für die Festlegung der Abläufe als auch für die Überwachung deren Durchführung.

Nach dem Verständnis von Bruno und auch von mir legt der TÜV im Auftrag der Atom-„Aufsicht” also die Regeln fest, was, wie, wann, wo genehmigt wird und überwacht die Einhaltung dieser Regeln für alle genehmigten Vorgehensweisen und somit sich selbst dabei, also was, wie, wann, wo RWE so treibt. Hmmm ...

Logo: TÜV Nord

 Für mich Nichtjuristen stellt sich da die Frage – die Verbindung zum Dieselskandal ist da nicht von der Hand zu weisen – wie da die inneren Strukturen und Verbindungen von RWE, Ministerium und TÜV zu bewerten sind – auf alle Fälle innig ... und wenig unabhangig und damit wenig Vertrauen einflößend ! Es wäre nicht das erste Mal, dass es nette Positions-Wechsel in den oberen Etagen von Wirtschaft, Politik und „Uberwachungsverein” gegeben hätte ....